15:05 BAUBRANCHE

Bauregion Bern: Schwergewicht mit Vorsicht unterwegs

Teaserbild-Quelle: Insel Gruppe, Pascal Gugler

Nach kantonalen Abstimmungen über die Finanz- und Energiepolitik muss sich der Kanton neu aufstellen. Dabei ist der politische Handlungsspielraum kleiner geworden. Dabei steht der wirtschaftlich bedeutende Kanton vor einer Dekade mit grossen Bauvorhaben. Dynamisch haben sich der Wohnbau und der übrige Hochbau in den Zentren entwickelt. Eigene Akzente setzt die Stadt Bern.

Städte im Berner Mittelland sind als Wohn- und Arbeitsorte beliebt, was in der Agglomeration Bern eine dynamische Entwicklung ausgelöst hat. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Einwohner im engsten Stadtgürtel um 9,6 Prozent erhöht (Kanton: +6,7%). In der Stadt Bern hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt gleichwohl etwas entspannt. Denn die Zahl leerstehender Wohnungen hat sich im letzten Jahr auf 0,56% erhöht, nach einer rekordtiefen Quote von 0,45% davor (Kanton: 1,87%). Das Angebot an bezahlbaren Wohnungen ist knapp, weshalb viele Zuzüger in die Agglomeration ausweichen. Die Stadt Bern, die eine Fusion mit fünf Vorortsgemeinden ins Auge fasst, will künftig vermehrt in den Immobilienmarkt eingreifen und preisgünstige Wohnungen fördern.

Günstig Wohnen auf Stadtarealen

Seit Anfang dieses Jahres muss bei neuen Wohnüberbauungen, die mittels Planungsverfahren realisiert werden, der Anteil gemeinnütziger oder preisgünstiger Einheiten mindestens ein Drittel betragen. So will es die Wohninitiative «Für bezahlbare Wohnungen», welche die Stadtbevölkerung 2014 angenommen hatte. Heute liegt der Anteil gemeinnütziger Wohnungen auf städtischen Arealbebauungen bei rund zehn Prozent. Die Stadt ist sogar selber direkt auf dem Immobilienmarkt aktiv geworden und hat für 38,5 Millionen Franken 75 Wohnungen gekauft.

Bern mit weniger Ertrag

Nach Jahren mit positiven Ergebnissen schrieb die Stadt für das Rechnungsjahr 2019 aber rote Zahlen. Weil die Steuereinnahmen von rund 486 Millionen Franken tiefer ausfielen als kalkuliert, werden rund 30 Millionen Franken in der Stadtkasse fehlen. Das Defizit der Stadt ist insbesondere auf tiefere Steuereinnahmen von juristischen Personen im Gefolge des Wechsels beim Steuersystem auf Bundesebene zurückzuführen, namentlich bei den Holdinggesellschaften. Mit knapp 1,4 Prozent des Budgets liege das Defizit aber im Rahmen normaler Schwankungen und rechtfertige keine Abbaupolitik. Insgesamt ist laut einer Studie der Credit Suisse die finanzielle Lage der Stadt stabil. Der Kanton trägt rund 12 Prozent zum Bruttoinlandprodukt der Schweiz bei, wobei auf die 28 Gemeinden der Region Bern 48 Prozent davon entfielen.

Ab hier ist dieser Artikel nur noch für Abonnenten vollständig verfügbar.

Jetzt einloggen

Sie sind noch nicht Abonnent? Übersicht Abonnemente

Autoren

Redaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind wirtschaftliche Zusammenhänge, die Digitalisierung von Bauverfahren sowie Produkte und Dienstleistungen von Startup-Unternehmen.

Tel. +41 44 724 78 61 E-Mail

Anzeige

Dossier

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion Zürich (FRZ) veröffentlicht im August gemeinsam mit dem Baublatt eine Sonderausgabe. In diesem Dossier werden alle damit verbundenen Fachbeiträge sowie weitere Hintergrundartikel zum Thema gesammelt. Die Ausgabe stellt neben anderem laufende oder geplante Projekte vor und beleuchtet die aktuelle Situation der Region.