08:11 BAUBRANCHE

Bauregion Basel-Stadt: Boomtown mit Mietendeckel

Geschrieben von: Stefan Gyr (stg)
Teaserbild-Quelle: EinDao, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

In Basel sind zahlreiche Hochhäuser geplant oder bereits im Bau. Die Immobilienpreise explodieren. Das Angebot an preisgünstigem Wohnraum ist knapp. Auf Anfang 2022 führt der Stadtkanton eine Mietenkontrolle ein. Damit sollen Luxussanierungen und Massenkündigungen verhindert werden.

Roche Hochhäuser Basel Bau 1 Bau 2 Rhein

Quelle: EinDao, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die beiden höchsten Gebäude der Schweiz stehen auf dem Roche-Areal am Rhein. Rechts der 178 Meter hohe Bau 1, links daneben der 205 Meter hohe Bau 2.

Neidisch blickte der Zürcher Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) bei einem Besuch am Rheinknie auf die Basler Skyline und fragte Umstehende: «Wie kommt es, dass wir in Zürich über fast jedes Hochhaus bis zu fünf Mal abstimmen, während in Basel die Türme wie Pilze bei Regenwetter aus dem Boden schiessen?» Tatsächlich zeigen die Baslerinnen und Basler wenig Scheu vor Wolkenkratzern. Die Stadt am Rheinknie boomt und wächst in die Höhe. Immer mehr Bauwerke knacken die 100-Meter-Marke. Sie werden die Skyline der Stadt stark verändern.

Seit dem Bau des 105 Meter hohen Messeturms im Jahr 2003 wechseln die Rekordhalter in immer kürzeren Abständen. Der heutige Spitzenreiter ist der Bau 2 von Roche. Noch ist das 205-Meter-Bürohochhaus nicht fertiggestellt, und doch ist es schon das höchste Gebäude der Schweiz. Bereits der erste Roche-Turm ragt 178 Meter in den Himmel. Mittlerweile hat der Pharmagigant Pläne für einen dritten Wolkenkratzer mit einer maximalen Höhe von 221 Metern vorgestellt. Ob es künftig weiter in die Höhe geht, ist aber noch ungewiss. Zurzeit hat Roche dafür keinen Bedarf, wie Standortleiter Jürg Erismann in einem Interview mit der «Basler Zeitung» erklärte. «Mit den ersten beiden Hochhäusern haben wir genügend Bürofläche. Würden wir in der Zukunft aber weitere Arbeitsplätze benötigen, dann käme der dritte Turm.»

Weitere Gebäude mit Höhen zwischen 110 und 160 Metern sind etwa auf dem Rosental-Areal, auf dem Dreispitz und am Messeplatz geplant. Daneben gibt es in Basel zahlreiche Bauten, die knapp an die 100-Meter-Marke reichen. Beispielsweise den 96 Meter hohen Claraturm, das 89-Meter-Hochhaus der Baloise und das Meret-Oppenheim-Gebäude, das 81 Meter misst. Weitere Hochhäuser sind etwa bei der Heuwaage und am Standort des ehemaligen Postgebäudes beim Bahnhof SBB geplant.

Büroschwemme droht

Allerdings droht Basel jetzt eine Büroschwemme. Die zahlreichen Neu- und Umbauten führen zu einem Überangebot an Büroräumlichkeiten. Das Angebot an leerstehenden Geschäftsflächen ist im vergangenen Jahr sprunghaft gewachsen: um 53 Prozent von 120 500 auf 184 700 Quadratmeter. Dies geht aus der Leerstandsstatistik hervor, die vom Basler Präsidialdepartement veröffentlicht wurde. Diese Entwicklung sei hauptsächlich auf die Zunahme neuer Büroangebote von 76 500 auf 122 400 Quadratmeter zurückzuführen. 

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Redaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind politische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen sowie Themen der Raumentwicklung.

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