18:05 BAUBRANCHE

Bauindex des SBV: Gute Konjunktur und gute Löhne

Teaserbild-Quelle: Morgane Elvira, unsplash

Zum Jahresbeginn haben die Baumeister 4.8 Milliarden Franken Umsatz erwirtschaftet. Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit ist dies ein guter Wert. Wie der SBV mitteilt, hat es die gute Konjunkturlage den Firmen des Bauhauptgewerbes erlaubt, die Löhne um durchschnittlich 1.5% anzuheben.

Nachdem die Corona-Pandemie 2020 die Bautätigkeit etwas gehemmt hatte, zeichnete sich anfangs 2021 eine Entspannung der Konjunktur ab. In der Folge nahmen auch die Bauaktivtäten wieder an Fahrt auf, sodass im ersten Quartal 2021 ein Umsatz von nahezu 5 Milliarden Franken resultierte. Zu Beginn des aktuellen Jahres erwirtschaftete das Bauhauptgewerbe 4.8 Mrd. Franken. Dies ist eine gute Leistung im Vergleich zu vor Corona, schreibt der Baumeisterverband in seiner Medienmitteilung zum vierteljährliche erhobenen Baudindex des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) und der Credit Suisse (CS).

Corona führte nicht zur beim Umsatz zu Verzerrungen, sondern auch bei den Aufträgen: Die Zurückhaltung bei der Vergabe von neuen Aufträgen war 2020 besonders gross. Als die privaten und öffentlichen Bauherren zu Beginn des 2021 wieder Zuversicht gefasst hatten, stiegen die Neuaufträge im Anfangsquartal 2021 auf einen Rekordwert von 7.2 Milliarden Franken. Vor diesem Hintergrund ist laut SBV der aktuelle Rückgang von 11 Prozent an Auftragseingängen einzuordnen. Mit 6.4 Milliarden Franken bewegten sie sich auf einem Niveau, das vor Corona üblich gewesen sei.                                                                                 

Fachkräftemangel und Lohnerhöhungen

Derzeit sind die Auftragsbücher mit 16.3 Milliarden Franken gut gefüllt; die Baufirmen und ihr Personal sind ausgelastet. Und die Arbeitslosenquote ist mit zuletzt 3.5% im April so tief wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Es herrsche ein Mangel an Fachkräften aufgrund der vorteiligen Baukonjunktur, aber auch wegen der unvorteilhaften demographischen Entwicklung, heisst es in der Medienmitteilung des SBV.  – Wie der Verband weiter schreibt, haben viele Baufirmen von sich aus die Löhne im laufenden Jahr auch ohne Kollektivvereinbarung angehoben - im Durchschnitt um 1.5 Prozent: Mit diesen leistungsbezogenen Lohnsteigerungen trügen die Baufirmen dazu bei, dass möglichst viele Fachkräfte in der Branche gehalten und neue Beschäftigte von ausserhalb hereingeholt werden könnten.           

Ukrainekrieg und Lieferengpässe

Für das zweite Quartal ist der SBV „noch zuversichtlich“: Der Bauindex prognostiziert für das 2. Quartal ein Umsatzplus von 6.4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. -  Der Bauindex ist das gemeinsame Prognoseinstrument der Credit Suisse und des SBV. Auf mittlere Sicht, respektive die nächsten sechs Monate, lässt die Zuversicht unter den Baufirmen laut der KOF etwas nach. Gemäss Bauindex dürfte in der zweiten Jahreshälfte das Wachstum etwas nachlassen. Denn zum einen belastet der Krieg in der Ukraine die weltweite Konjunktur, zum anderen könnte laut SBV die Furcht vor möglichen Lieferengpässen zu Vorsicht mahnen.

Teuerung: Besorgte Bauunternehmen

Die Baufirmen seien besorgt, dass ihre Lieferanten das Baumaterial rechtzeitig bereitstellen, heisst es weiter. Zumal die Preise für Stahl, Bitumen oder etwa Diesel weiterhin sehr hoch und volatil sind. Diese Kosten können teilweise an die Bauherren weitergereicht werden.

Wie der Verband in seiner Mitteilung festhält, zeigen sich die öffentlichen und privaten Bauherren bereit, gemeinsam faire Lösungen zu finden. Allerdings ruft der SBV die öffentlichen Bauherren dazu auf, die KBOB--Empfehlungen zur Kostenbeteiligung anzuwenden und den Mengennachweis einzuführen. Der SBV führt dazu mit den öffentlichen und privaten Bauherren Gespräche, „um sie für die Thematik zu sensibilisieren“. (mgt/mai)

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