10:07 BAUBRANCHE

BASF und MAN planen grösste Wärmepumpe der Welt in Ludwigshafen

Teaserbild-Quelle: BASF

In Ludwigshafen (D) will die BASF an ihrem Standort zusammen mit MAN Energy Solutions die laut eigenen Angaben weltweit grösste Wärmepumpe installieren. Die beiden Unternehmen haben eine strategische Partnerschaft vereinbart, um den Bau einer industriellen Grosswärmepumpe voranzutreiben. In einem ersten Schritt wird nun eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Visualisierung der geplanten Wärmepumpe.

Quelle: BASF

Visualisierung der geplanten Wärmepumpe.

Als thermische Energiequelle soll der geplanten Grosswärmepumpe die Abwärme aus dem Kühlwassersystem der BASF dienen: Dazu wird die Restwärme des Wassers durch Verdichtung aufbereitet und der so gewonnene Dampf in das Dampfnetz des Standorts eingespeist. Auf diese Weise sollen bis zu 150 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugt werden – das entspricht laut BASF einer thermischen Leistung von 120 Megawatt. Damit sollen die CO2-Emissionen am Standort um jährlich bis zu 390‘000 Tonnen sinken. Parallel dazu soll die Leistung des Kühlwassersystems gesteigert und unabhängiger von Klima- und Witterungsbedingungen werden.

20 Millionen Tonnen Wasserdampf pro Jahr

Wasserdampf ist der wichtigste Energieträger in der chemischen Industrie: BASF benötigt in Ludwigshafen rund 20 Millionen Tonnen im Jahr. Einen grossen Teil setzen die Betriebe am Standort als Prozessdampf in der Produktion ein, zum Beispiel um Produkten zu trocknen, Reaktoren aufzuheizen oder für die Destillation. Bereits heute wird etwa die Hälfte des Dampfbedarfs am Standort Ludwigshafen durch Wärmerückgewinnung aus Produktionsanlagen – und somit durch ein CO2-armes Verfahren – gedeckt, wie die BASF und die MAN Energy Solutions in ihrer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben. Die restlichen zirka 50 Prozent werden über Gas- und Dampfkraftwerke gewonnen, die bei der Erzeugung Treibhausgasmissionen verursachen.

 „Mittelfristig wollen wir unsere CO2-Emissionen bereits bis 2030 um 25 Prozent reduzieren“, sagt Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender der BASF SE. „Indem wir Technologien wie Grosswärmepumpen einsetzen, die bereits heute existieren und auf einen industriellen Massstab übertragbar sind, kommen wir diesem Ziel ein ganzes Stück näher.“  - Mit dem Projekt wollen die beiden Partner Erfahrungen in der Integration und im Betrieb von industriell skalierten Grosswärmepumpen sammeln und den Weg für eine Standardisierung und den Einsatz an weiteren Standorten ebnen. Bevor es so weit ist, wird erst eine Machbarkeitsstudie erstellt.  (mai/mgt)

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