09:12 BAUBRANCHE

Architekturwerkstatt St. Gallen erhält den Goldenen Schemel 2023

Teaserbild-Quelle: zvg

Alljährlich ehrt die Sektion St.Gallen / Appenzell Innerrhoden des Schweizer Heimatschutzes mit dem 15 Kilogramm schweren «Goldenen Schemel» aus Bronze gute Baukultur. Heuer ging sie an die Architekturwerkstatt St.Gallen, eine Abteilung der Fachhochschule Ost.

Anna Jessen mit Goldenem Schemel 2023

Quelle: zvg

Anna Jessen nimmt den Goldenen Schemel entgegen.


Während die Architekturbüros früher oft klagten, dass junge Leute aus der Ostschweiz, die ihr Architekturstudium in Winterthur oder Zürich absolvierten, nach der Ausbildung nicht mehr in die Region zurückkehrten, sei dies dank der Architekturwerkstatt heute deutlich anders, sagte     Architekt Carlos Martinez in seiner Laudatio. Inzwischen träten Absolventinnen und Absolventen der St.Galler Bildungsstätte in den regionalen Architekturbüros in Erscheinung und trügen ihr erworbenes Wissen in die Region hinaus. Sie sind laut Martinez die eigentlichen Botschafterinnen und Botschafter der Architekturwerkstatt. 

Dieser Erfolg ist laut Heimatschutz nicht zuletzt dem politischen Engagement verschiedener St.Galler Kantonsparlamentarier und der damaligen Leitung der Fachhochschule St.Gallen zu verdanken. Seit der Gründung der Architekturwerkstatt leitet Anna Jessen von “jessenvollenweider” aus Basel leitet den Studiengang. 

“Umgang mit Raum, Masse und Körper” 

Wie der Heimatschutz schreibt, unterscheidet sich der Studiengang in vielen Punkten von anderen Ausbildungswegen: “Die Studierenden lernen hier sehr rasch den Umgang mit Raum, Masse und Körper. Dazu sitzen sie unter anderem an Nähmaschinen oder stechen Linolschnitte mit Stadtgrundrissen.” Diese haptische Ausbildung falle bei heutigen jungen Menschen auf fruchtbaren Boden – gerade, weil sie hier einen Kontrast zur digitalen Welt erlebten, in der sie sich sonst oft bewegen. Daneben lernen sie  die Herstellung von Materialien kennen, mit denen sie im Beruf später arbeiten: Sie besuchen in regionale Textilbetriebe, Backsteinfabriken oder  Sägereien. Daneben hat die Teamarbeit in der Ausbildung ebenfalls Gewicht. Die Architekturwerkstatt lege grossen Wert auf Sozialkompetenz.  
 
Martinez lobte die die Atmosphäre in den Ateliers der Werkstatt, die sich in den Räumen der St.Galler Hauptpost, befinden. Hier werde eine Baukultur gefördert, von der auch die regionalen Architekturbüros profitierten. Innert kurzer Zeit hat sich die Architekturwerkstatt damit laut Martinez als Kompetenzzentrum einen festen Platz «im Pantheon der Schweizer Architekturschulen» gesichert. (mgt/mai)

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