12. Immosummit der FRZ: Wie aus der Region von Uster bis Dielsdorf New Zurich wird
Die Region um den Flughafen - von Uster über Kloten bis Dielsdorf - gedeiht und wächst. Wie sich das dynamische Gebiet zu «New Zurich» weiter entwickeln soll, zeigt der «Strategiereader» auf. Er wurde am vergangenen Immosummit des Wirtschaftsnetzwerks FRZ präsentiert.
Quelle: Flughafenregion Zürich / Tis Meyer
Die Region um den Flughafen Zürich boomt.
Dass die Region um den Flughafen Zürich boomt, ist nichts Neues: Vor rund 200 Jahren entstanden an der Glatt Spinnereien und Webereien. Ab 1855 verband eine Bahnlinie Zürich und Winterthur, kurz darauf nahm die Strecke Uster-Oerlikon-Rapperswil den Betrieb auf. Für weitere Entwicklungsschübe sorgten der Militärflugplatz Dübendorf (1910) und schliesslich die Eröffnung des Flughafens 1948. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Autobahnen ausgebaut, Gewerbe- und Büroflächen wandelten das Gesicht der eher ländlich geprägten Region. Längst ist aus ihr ein zusammenhängender Wirtschafts- und Lebensraum geworden. Oder vielmehr «New Zurich». So sieht es FRZ Flughafenregion Zürich, Wirtschaftsnetzwerk und Standortentwicklung.
Im Gebiet, das sich von Uster über Kloten bis nach Dielsdorf erstreckt, sind gemäss statistischem Amt des Kantons Zürich 298'000 Menschen zu Hause, um die Jahrtausendwende waren es noch 210'000 und 1960 waren es 93'000. Für das Jahr 2030 rechnet das Amt mit 321'000 Einwohnern. Auch die Anzahl Beschäftigter ist in den letzten Jahren gestiegen: 2011 arbeiteten 178’00 in der Region, 2023 waren es 203'000. «Die Flughafenregion Zürich ist eine der dynamischsten Regionen der Schweiz», sagt FRZ-Geschäftsführerin Rahel Kindermann. «Hier treffen internationale Vernetzung und eine hohen Unternehmensdichte , Innovationskraft und Wachstum aufeinander. Hier laufen globale Wertschöpfungsketten zusammen. Und hier entscheidet sich wie wettbewerbsfähig der Kanton Zürich und die Schweiz in Zukunft sein werden.»
«New Zurich ist kein Gegenentwurf zur Stadt Zürich»
Und währenddessen das Gebiet wirtschaftlich wächst und gedeiht, stellt sich die Frage, wie es sich weiter entwickeln soll. Eine Antwort lieferte die FRZ am vergangenen Immosummit, in dessen Rahmen das Strategiepapier für «New Zurich» vorgestellt wurde: den «Strategiereader». Die Publikation verdichtet laut dem Wirtschaftsnetzwerk die Erkenntnisse eines mehrjährigen Strategieprozesses, an dem sich die 14 Mitgliedsgemeinden der FRZ sowie Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Standortentwicklung beteiligt haben. «New Zurich» soll die Stadt Zürich allerdings nicht konkurrieren. André Ingold, Stadtpräsident der Mitgliedsgemeinde Dübendorf, dazu: «New Zurich ist kein Gegenentwurf zur Stadt Zürich. Beide Standorte ergänzen sich. Die Flughafenregion hat andere Stärken: mehr Raum und damit mehr Möglichkeiten für neue Entwicklungen.» Konkret sollen Gemeinden intensiver zusammenarbeiten und sich selbstbewusst als eine Wirtschaftsregion präsentieren.
«Die Achse zwischen etablierter Innenstadt und Flughafen ist denn auch allgemein der wichtigsten Verkehrs- und Wirtschaftskorridor einer Stadt; eindrücklich zu sehen in Metropolen wie Amsterdam, Frankfurt und Paris», schreibt Thomas Sevcik, Stadt- und Regionalstratege und Mitgründer des Beratungsunternehmens Arthesia und einer führenden Köpfe hinter der dem Papier. Er hat unter anderem an Projekten wie «The Circle» beim Flughafen Zürich mitgearbeitet und am Innovationspark Zürich in Dübendorf. Gleichzeitig sei in der Umgebung von Flughäfen oft noch genug Bauland vorhanden. Daneben ist der Einfluss wirtschaftsfreundlicher, entwicklungsoffener Städte, Gemeinden oder Bezirken laut Sevcik nicht zu unterschätzen. (mai)
Entwicklungsschwerpunkte
Die Strategie für New Zurich identifiziert fünf Entwicklungsschwerpunkte respektive Vektoren.
- «Byte» steht für die IT-Branche und für Infrastrukturen wie Datenzentren, die Region soll sich als «vertrauenswürdiger Digitalstandort» etablieren.
- Der Vektor «Aero» umfasst «die Verschmelzung Luft- und Raumfahrt mit Robotik, Sensorik und Daten», das heisst für die Flughafen und den Innovationspark in Dübendorf.
- Um den Wandel von älteren Büroarealen und damit verbunden um Pilotprojekte geht es beim Vektor «Hubs».
- Kongresse, Freizeiterlebnisse und verschiedenste Anlässe beinhaltet der Vektor «Meet».
- «Care» wird als «Zukunftsvektor» aufgeführt: Er ergibt sich laut FRZ «beinahe selbstverständlich aus der DNA der Flughafenregion». Damit steht «Care» nicht fürs Gesundheitswesen im engen Sinn stehen, sondern unter anderem für «ein breites Innovationsfeld rund um Prävention, Versorgung, Daten, neue Therapien, Medtech, Biotechnologie und Life Sciences» sowie für Themen wie Longevity, Lifestyle und Schönheit. (mai)