08:20 VERSCHIEDENES

Wasserstoff-Reservoir im albanischen Bergwerk Bulqizë entdeckt

Teaserbild-Quelle: Wikimedia Commons

Die Bulqizë-Mine, etwa 40 Kilometer östlich von Tirana  gelegen, gilt als eine grössten Chromminen Europas. Neben dem Metall birgt sie noch einen Schatz: Ein internationales Forschungsteam – darunter Fachleute der Université Grenoble des Alpes – ist hier auf ein aussergewöhnliches hohes Vorkommen reinen Wasserstoffs gestossen.

Spektralröhre

Quelle: Alchemist-hp (talk) (www.pse-mendelejew.de), eigenes Werk, FAL / Wikimedia

Eine mit Wassertsoff H2 gefüllte Spektralröhre respektive Gasentladungsröhre.

Die Forscher gehen davon aus, dass in einer Bruchzone der Mine ein grosses Wasserstoffvorkommen lagert. Denn nachdem dort das Gestein im Laufe der Zeit durch die Bergbauarbeiten gewissermassen perforiert worden ist, tritt an verschiedenen Stellen Wasserstoff aus. Dies geschieht zum Teil auf spektakuläre Weise: In einem der Stollen habe sich ein Abflussbecken «in einen beeindruckenden 30 Quadratmeter grossen Whirlpool verwandelt, aus dem nahezu reines H2 (84 Volumenprozent) sprudelt», heisst es in einer Medienmitteilung der Universtität Grènoble des Alpes.

Aufgrund ihrer Messungen nehmen die Wissenschaftler an, dass in der Mine jährlich «mindestens 200 Tonnen Wasserstoff» abgesondert werden. Laut der Universität handelt sich damit um den stärksten natürlichen H2-Fluss, der bislang dokumentiert worden ist.

Neue Ansätze bei der Erschliessung von natürlichem Wasserstoff

Die Entdeckung lege den Grundstein für neue Ansätze zur Erschliessung von natürlichem Wasserstoff, schreibt die Universität weiter. In diesem Sinne sei die Chrom-Mine Bulqizë, die über einen direkten Zugang zum Untergrund verfüge, ein Schlüssel für die Erforschung des Wasserstoffsystems und für das Verständnis dafür, unter welchen Bedingungen sich Wasserstoff bildet und ansammelt. 

Und: Zwar weiss man, dass sich in Opiolithmassiven  – ein solches befindet sich unter der Mine von Bulqizë – Wasserstoffblasen bilden können. In der Vergangenheit seien Ophiolithen aber nicht im Mittelpunkt des Interesses der Öl- und Gasindustrie gestanden, weil sie sich nicht für die Erschliessung von Kohlwasserstoffvorkommen eigneten, ist in der Medienmitteilung zu lesen. Somit könnten die Erkenntnisse «einen Wendepunkt bei der Suche nach Energieressourcen darstellen». (mai)

Hier geht’s zur Medienmitteilung: www.univ-grenoble-alpes.fr

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