14:01 VERSCHIEDENES

Video zum Wochenende: Die Bäume, der Wald und die Menschen

Teaserbild-Quelle: Valentin Chretien, Unsplash

Bäume und der Wald sind kostbar. Sei es als spiritueller Ort, als Kohlestoffspeicher oder aber als mögliche Antwort auf die Frage, wie man mit dem Klimawandel umgegangen werden könnte. Davon erzählt eine  Kurzdokumentation von Jordan Manley für Patagonia Films.

Ein Snowboarder stiebt durch eine tiefverschneite Wunderwelt, seine Spur windet sich den Hang hinunter, zwischen Bäumen hindurch, die sich unter der dicken Last des Schnees biegen und an gigantische Eisblumen erinnern.

Der Snowboarder heisst Akihiko Tamaki und ist Shintopriester. „Die Menschen in Japan waren einst Sammler und Jäger, die ihre Nahrung im Wald fanden“, erklärt er. War man von einem Tiere angegriffen oder verletzt worden, ist man unter Umständen gestorben; Wälder, Berge und Ozeane galten damit sowohl als Orte der Lebenskraft als auch des Todes. Tamaki ist einer der Protagonisten, die in Jordan Manleys Video „Treeline“ über ihre Beziehung zu Bäumen und zum Wald sprechen.

In der zuweilen philosophischen aber auch informativen, halbstündigen Dokumentation kommen des Weiteren die japanische Baumärztin Konami Tsukamoto zu Wort, die kanadische Skifahrerin und Filmerin Leah Evans, deren Passion Tree Skiing ist, Sachbuchautor Michael P. Cohen, Waldökologin Suzanne Simard aus British Columbia und Waldökologin Connie Miller vom US Forest Service.

Beinahe 500jähriger Methusalem

„Man kann sich vorstellen, wie hart es ist, in den langen heissen Sommern hier oben zu überleben“, sagt Miller, als sie in den Bergen des Great Basin National Park unterwegs ist und einen steilen Hang erklimmt und die wettergegerbten Überresten einer Grannenkiefer passiert. Schafften es die Bäume, hier die ersten Jahre zu überleben, dann schafften sie es auch ziemlich sicher länger, sagt die Wissenschaftlerin.

Die Grannenkiefern gehören zu den langlebigsten Bäumen. Der älteste dürfte die Metusalah-Grannenkiefer mit rund 4860 Jahren in den White Mountains zwischen Nevada und dem Death Valley sein, auf einer Höhe von rund 3000 Metern über Meer. Die Baumsorte gedeiht im Nordwesten Amerikas, in den Bergen Kaliforniens, Arizonas, New Mexicos und Colorados. Vom den Erkenntnissen über die Kiefern erhofft sie sich wie Simard Erkenntnisse über den Klimawandel der letzten paar Tausend Jahre.

Doch der Film erzählt nicht nur von der Schönheit der Natur, sondern auch von der Bedrohung, der sie ausgesetzt ist. In diesem Fall von der Abholzung der Regenwälder in British Columbia. Wald sei der grösste Kohlenstoffspeicher der Welt, gibt Simard am Ende des Videos zu bedenken. Und dieser sei langfristig wertvoller, als die Produkte, die man aus dem abgeholzten Bäumen herstellen könne. (mai)

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