11:32 VERSCHIEDENES

Studie: Biber fördern Artenvielfalt und Wasserqualität

Teaserbild-Quelle: Wildnispark Zürich

Wo Biber leben, ist das für Mensch und Natur von Vorteil. Eine Studie des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), zeigt dass die Nager die Artenvielfalt erhöhen und sogar die Wasserqualität verbessern.

Archivbild Biber an der Sihl

Quelle: Wildnispark Zürich

Die Biber haben auf mehreren Ebenen einen positiven Einfluss auf ihre Umwelt.

Nachdem der Biber in der Schweiz ausgerottet worden war, sind 1956 die ersten Tiere wieder angesiedelt worden. Mit Erfolg: Im Jahr 2022 lebten in der Schweiz etwa 5000 Biber. 1956 war das Tier hierzulande wieder angesiedelt worden. 

Zwischen 2020 und 2023 führte der Nationale Biberberatungsdienst im Auftrag des Bundes eine umfangreiche Studie zu den Auswirkungen dieser Wiederbesiedlung. Das Ergebnis: Der Biber erhöht die Anzahl der Pflanzenarten, ermöglicht durch seine Dämme die Speicherung von Kohlenstoff und reinigt das Wasser. Er ist «ein wichtiger Verbündeter für die Biodiversität», sagt Cécile Auberson, wissenschaftliche Koordinatorin der nationalen Biberberatungsstelle und Mitautorin des neuen Berichts.

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Quelle: Bundesamt für Umwelt

Aktuell leben rund 5000 Biber in der Schweiz, vor allem im Mittelland.

Strukturreiche Lebensräume

Durch ihre Tätigkeit schüfen die Nagetiere Lebensräume, die dynamisch, strukturreich und artenreich seien und vereine diese. In 16 untersuchten Gebieten habe sich die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten um das 2,6-fache und die Anzahl der Lebewesen um das 5,9-fache erhöht.

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein einfacher Mechanismus: Durch den Bau von Dämmen schafft der Biber Feuchtgebiete. Diese Gebiete mit stehendem Wasser ermöglichen es, dass Kohlenstoff in Wasserpflanzen und Sedimenten in grösseren Mengen gespeichert wird als in Wäldern. «Dieses Gebiet fungiert als Kohlenstoffsenke», sagt die Expertin. In den von Bibern geschaffenen Teichen finden zudem biologische und chemische Prozesse statt, die eine bessere Aufnahme von Schadstoffen wie Nitraten durch die Vegetation, ermöglichen. Das Ergebnis: Die Wasserqualität verbessert sich.


Angenagter Baumstamm von BIber am Flughafen Zürich

Quelle: Pascale Boschung

Biberspur beim Flughafen Zürich: Die Studie belegt eindrücklich den positiven. Einfluss der Nagetiere auf ihre Umwelt

Wertvolle Wasserspeicherung 

Gemäss ihrer Studie könnten hierzulande rund 30000 Hektar besiedelt werden ohne grosses Risiko von Konflikten mit Infrastrukturbauten der Menschen. Wenn alle vom Biber potenziell besiedelbaren Gewässer besetzt wären, zwischen 1 und 2 Millionen Kubikmeter Wasser an der Oberfläche gespeichert werde, was in Zeiten von wiederkehrenden Dürren sehr wertvoll wären.

Für Cécile Auberson ist deshalb klar: «Der Biber ist unser bester Verbündeter, um lebendige und widerstandsfähige Gewässer zurückzugewinnen.» Mit diesen Daten hoffen die Forscher, den kantonalen und eidgenössischen Behörden stichhaltige Argumente zu liefern, um die Akzeptanz dieser Nagetiere zu fördern. Für sie geht es darum, das Säugetier in Projekte zur Gewässergestaltung und -revitalisierung einzubeziehen und es weiterhin als Instrument zur Förderung von Feuchtwäldern zu nutzen.

Biber Damm

Quelle: Graham-H / pixabay.com

Biberdamm: Die Tiere schaffen Gewässer, in denen Kohlenstoff in Wasserpflanzen und Sedimenten in grösseren Mengen gespeichert wird als in Wäldern.

Biber in Waldreservaten schützen

Die Programmvereinbarung «Umwelt 2025-2028» zwischen den Kantonen und dem Bund ermöglicht dies bereits. Darin heisst es, wo dies möglich und sinnvoll sei, könnten die Aktivitäten des Bibers durch die Schaffung eines Waldreservats geschützt und gefördert werden. Der Bericht vergisst auch die städtischen Gebiete nicht und weist darauf hin, dass der Biber die Biodiversität sogar in der Stadt fördern kann.

Doch es gibt Konflikte, weshalb Auberson den Dialog mit den Landwirtinnen und Landwirten sucht, die mit Bibern konfrontiert sind: «Wir möchten zusammenarbeiten. Das erfordert Anstrengungen seitens der beteiligten Akteure, aber wir sind überzeugt, dass Biber für die gesamte Bevölkerung von Vorteil sein können». (SDA/bk)

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