07:01 VERSCHIEDENES

Internationale Weltraumstation ISS testet neuartige Erweiterung

Geschrieben von: Stefan Schmid (sts)
Teaserbild-Quelle: Bigelow Aerospace

Mit einem aufblasbaren Modul ist für die internationale Raumstation ISS eine spektakuläre Erweiterung geplant. Während zweier Jahre wird es in der Thermosphäre zu Forschungszwecken um die Erde kreisen, um Erkenntnisse über künftige Habitate zu gewinnen. Bevor das Modul nächstes Jahr mit der SpaceX-Rakete den Orbit erreicht, wird es extremen Belastungstests unterzogen.

Modul ISS 1

Quelle: Bigelow Aerospace

Tests mit dem Modul sollen mit Blick auf Missionen zu Mars und Mond neue Erkenntnisse für das Design von Habitaten liefern.

Es dürfte eine spektakuläre Technik für Erweiterungen der Internationalen Raumstation ISS sein. Das Modul ist aufblasbar und soll dereinst in Tests zeigen, welche Anforderungen Habitate bei den Extrembedingungen im Weltall erfüllen müssen. Bigelow Aerospace hat ein aufblasbares Modul entwickelt, das im nächsten Jahr mit der achten SpaceX-Frachtnachschubmission zur Station gelangen und während zweier Jahre intensiv getestet werden soll. Für das Bigelow Expandable Activity Module (BEAM) hat die NASA dem Unternehmen einen Auftrag über 17,8 Millionen Dollar erteilt.

Alternative zu Aluminiummodulen

Astronauten sollen mit dem Roboterarm das Modul am Achterhafen des Tranquility-Knotens installieren und dort verankern. Danach aktiviert die Stationsbesatzung ein Drucksystem, um die Struktur mithilfe der im verpackten Modul gespeicherten Luft auf ihre volle Grösse auszudehnen. Während der zweijährigen Testdauer werden die Besatzung und Bodeningenieure Leistungsdaten des Moduls sammeln wie der strukturellen Integrität sowie der Leckrate. Eingebettete Instrumente werden ausserdem Erkenntnisse über Reaktion des Moduls auf die Weltraumumgebung liefern wie Strahlungs- und Temperaturänderungen im Vergleich zu herkömmlichen Aluminiummodulen.

Bevor das aufblasbare Modul bei der internationalen Raumstation den Extrembedingungen ausgesetzt ist, wird es umfangreichen Belastungstests bis zum Bersten unterzogen. Video: NASA Marshall Space Flight Center

«Wenn wir auf dem Weg zum Mars tiefer in den Weltraum vordringen, werden Lebensräume, die längere Aufenthalte im Weltraum ermöglichen, eine entscheidende Fähigkeit sein. Mithilfe der Ressourcen der Station werden wir lernen, wie Menschen effektiv mit dieser Technologie im Weltraum arbeiten können», sagt William Gerstenmaier, stellvertretender Administrator für menschliche Exploration und Operationen am NASA-Hauptquartier in Washington. 

Es gelte, das Verständnis in allen Aspekten für Langzeit-Raumflüge an Bord des umlaufenden Labors zu verbessern. In regelmässigen Abständen betreten Astronauten das Modul, um Leistungsdaten zu sammeln und Inspektionen durchzuführen. Nach der Testphase wird das Modul von der Station abgeworfen und verbrennt beim Wiedereintritt. (mgt/sts)

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Seine Spezialgebiete sind wirtschaftliche Zusammenhänge, die Digitalisierung von Bauverfahren sowie Produkte und Dienstleistungen von Startup-Unternehmen.

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