Ewigkeitschemikalien flächendeckend in Schweizer Böden
Die sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) kommen in Schweizer Böden fast flächendeckend vor. Dies zeigt eine neue Auswertung von über 1000 Messungen.
Quelle: ChatGPT, Sora
Die sogenannten Ewigkeitschemikalien kommen in Schweizer Böden praktisch überall vor.
Im Auftrag des Bundes trugen Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) 1070 PFAS-Bodenmessungen zusammen und werteten sie aus. Die Messungen stammen aus kantonalen Untersuchungen und der Nationalen Bodenbeobachtung.
Das Ergebnis ist bestürzend: Diese Auswertung zeigt, dass PFAS in über 99 Prozent der Bodenproben nachweisbar sind. Flächen auf denen vermutlich Löschschaum oder Klärschlamm verwendet wurde, wiesen erhöhte PFAS-Konzentrationen auf. Bei PFAS handelt es sich um eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Chemikalien. Diese werden seit Jahrzehnten in Produkten wie Textilien, Lebensmittelverpackungen oder Feuerlöschmitteln eingesetzt. Sie sind aber kaum abbaubar und reichern sich deshalb in der Natur und in Organismen an.
Quelle: Wikimedia Commons – Dadoka – eigenes Werk CC BY-SA 4.0
PFAS kommen beispielsweise in Löschschaum vor.
Bedenkliche Resultate
Der mittlere PFAS-Gehalt liegt bei 2,4 Mikrogramm pro Kilogramm und damit über dem Median von 1,4 Mikrogramm pro Kilogramm der ZHAW-Studie aus dem Jahr 2022. Der Grund dafür wird methodisch erklärt. Während die Studie von 2022 nur die Grundbelastung der Schweizer Böden erfasste, berücksichtigt die neue Auswertung zusätzlich Messungen aus kantonalen Untersuchungen zu Siedlungs- und Verdachtsflächen.
Die Ergebnisse stellten eine «»wesentliche Erweiterung zum Wissensstand über die Belastungssituation in Schweizer Böden dar«», schreibt die ZHAW. «Wir sind über die Resultate nicht überrascht, erachten sie aber als bedenklich». (SDA/bk)