BL: Archäologen finden lange gesuchten Adelssitz in Gelterkinden
Nach 90 Jahren herrscht nun Gewissheit: Die Archäologie Baselland hat in Gelterkinden das lange gesuchte Weiherhaus identifiziert, einen Adelssitz aus dem 14./15. Jahrhundert.
Quelle: Archäologie Baselland
Diese Mauerreste wurden als Weiherhaus aus dem 14./15. Jahrhundert identifiziert, das den Herren von Gelterkinden als Adelssitz diente.
Während 90 Jahren stand die Vermutung im Raum, dass sich das Haus der damaligen Herren von Gelterkinden an der heutigen Rünenbergerstrasse befindet. Im Jahr 1936 entdeckte der Kunstmaler und Heimatforscher Fritz Pümpin dort Mauerteile und schloss daraus, dass es sich dabei um das Weiherhaus handeln muss. Dieses hatte der Chronist Aegidius Tschudi um 1540 als Ruine beschrieben.
Weitere Gebäudeteile kamen im Jahr 2021 zum Vorschein, erlaubten aber fundierte Datierung und Deutung des Bauwerks. Nun aber hat die Archäologie Baselland das Gebäude als das lange gesuchte Weiherhaus in identifiziert. Das Steingebäude diente Herren von Gelterkinden als Ersatz für die 1320 aufgegebene Burg Scheidegg.
Quelle: weiherschloss.ch
Das 1363 erstmals erwähnte Weiherschloss Bottmingen. Solche mit Wassergräben geschützten Adelssitze waren in den Baselbieter Tälern des Spätmittelalters verbreitet.
Wassergräben waren verbreitet
Seit November ist die Archäologie Baselland daran, den Adelssitz freizulegen. Er ist 14 Meter breit, mindestens 18 Meter lang und war von einem Wassergraben umgeben. Solche mit Wassergräben geschützten Adelssitze waren in den Baselbieter Tälern des Spätmittelalters verbreitet: Manche von ihnen wurden zu veritablen Schlössern ausgebaut, etwa in Pratteln, Binningen und Bottmingen.
Das Weiherhaus in Gelterkinden indes fiel im 15. Jahrhundert einem Brand zum Opfer. Die Fachleute hoffen durch eingehende Untersuchungen, die Ursache des Brandes zu rekonstruieren. (SDA/bk)