09:03 VERSCHIEDENES

Ausstellungstipp: Schreck & Schraube

Teaserbild-Quelle: Fotoarchiv Bär

Mostindien müsste eigentlich Rostindien heissen. Denn was viele nicht wissen: Der Thurgau gehört zu den früh industrialisierten Gebieten Europas. In einer neuen Sonderausstellung thematisiert das Historische Museum Thurgau diese wenig bekannte Seite des Apfelkantons.

Der Thurgau gilt als Landwirtschaftskanton. Dieses Bild entspricht nicht der Realität, gehört doch das Land an der Thur zu den früh industrialisierten Gegenden Europas. Vor mehr als 300 Jahren beginnen die ersten Maschinen, die Arbeit der Menschen zu ersetzen. Die Rhythmen und Mechanismen der Fabrikarbeit schrauben sich nach und nach in den Alltag der Arbeitenden hinein, nähren Erwartungen und Fortschrittsglaube, aber auch Angst und Schrecken. In zehn Kapiteln rollt die Sonderausstellung «Schreck & Schraube. Weltindustrie im Thurgau» im Alten Zeughaus Frauenfeld die Geschichte des industriellen Kulturerbes im Thurgau auf und verdeutlicht mit konkreten Bezügen zur Gegenwart die Aktualität der Thematik.

Thurgauer Pioniere

Gonzenbach in Hauptwil, Saurer in Arbon, Greuter in Islikon oder Martini in Frauenfeld: Die Liste der brillanten Tüftler und cleveren Unternehmer im Thurgau ist lang. Ihre Errungenschaften ziehen sich als roter Faden durch die Ausstellung. Mittels beeindruckender Objekte, Animationen und Hörstationen erfahren Besucherinnen und Besucher, wie neue Geräte und Techniken die Produktion ab dem 19. Jahrhundert verbessern und beschleunigen. Textilien aus dem Thurgau werden zu Exportschlagern, der Aussenhandel und die Wirtschaft in der Ostschweiz brummen. Doch auf wessen Buckel?

Schattenseiten der Industrialisierung

Wo Sonne ist, ist auch Schatten. Umweltschäden, soziale Konflikte, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken sind die Kehrseiten des Fortschritts – damals wie heute. Kapitel wie «Kinderarbeit», «Angst» und «Ausländer» konfrontieren die Besucher mit der harten Realität der Industrialisierung. Sie zeigen, wie solch gravierende Probleme früher gehandhabt wurden und wie wir eklatante Missstände heute erfolgreich aus unserem Blickfeld in die Entwicklungsländer verbannen. (pd/gd)

Öffnungszeiten: Di–So, 13–17 Uhr, Eintritt frei
Weitere Informationen unter: www.historisches-museum.tg.ch

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© James Sullivan, unsplash

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