Tipp fürs Wochenende: 1500 Seen in der Nationalbibliothek
Sie widerspiegeln vieles, den Himmel aber auch die Entwicklung der Schweiz. Und sie prägen sie seit Jahrtausenden: die 1500 Schweizer Seen. Wie sie sich im Laufe der Zeit ausgewirkt haben und wie sie das Land bis heute beeinflussen, darum geht es in der aktuellen Sonderausstellung der Schweizer Nationalbibliothek in Bern.
Quelle: Hans Handschin, gemeinfrei
EIne Ikone der Schweizer Plakatkunst mit Bergsee: Werbeplakat von Hans Handschin (1899–1948) von 1936.
Die Schweiz ist auch eine Seenlandschaft: Über ihre 41 285 Quadratkilometer verteilen sich rund 1500 Wasserflächen. Sie reichen von kleinsten Kleinoden wie dem Goldseeli bei Lauerz SZ über einsame Gletscherseen und Stauseen bis hin zu grossen Gewässern wie dem Boden- und dem Genfersee oder allzu beliebten Ausflugszielen wie dem Caumasee.
Als «Wasserschloss Europas» ist die Schweiz von ihren Flüssen und auch Seen bestimmt. Darum geht es in der aktuellen Ausstellung «Seen, Spiegel der Schweiz» (bis 5. Juni) der Schweizer Nationalbibliothek: Ausgehend von ihren Kollektionen lässt sich beinahe wörtlich ins Thema eintauchen. Die Schau beleuchtet verschiedenste Aspekte.
So geht es etwa um Mythen wie die Gründungslegende der Eidgenossenschaft auf dem Rütli am Vierwaldstättersee, um traditionsreiche Seebäder oder mit dem Bau von Staumauern und künstlichen Seen um ingenieurtechnische Leistungen. Aber auch um das Bild einer idyllischen Schweizer Landschaft, deren Gipfel und Bergseen in den Anfängen des Tourismus schnell zum Fremdenverkehrsfaktor avancierten. Davon zeugen Arbeiten der sogenannten Kleinmeister, die besondere Ansichten mit Stift sowie Aquarell- und Ölfarbe festhielten oder ihre Eindrücke von der Natur im Atelier mit Radierungen oder Stichen verewigten: Die kleinen Werke waren bei Touristen beliebte Souvenirs. Auf eine ähnliche Weise idealisierten später Plakate das Land und seine Seen, zum Beispiel obenstehendes Sujet mit der Schwimmerin über dem Caumasee aus den 1930er-Jahren. (mai/mgt)
Die Ausstellung «Seen, Spiegel der Schweiz» in der Schweizer Nationalbibliothek in Bern läuft noch bis 5. Juni. Weitere Informationena auf www.nb.admin.ch
Quelle: Walter Koch, gemeinfrei
Winterdidylle mit See: Werbeplakat für Davos um 1905 von Walter Koch (1875-1915).