Angriffe auf Gasfelder wirken preistreibend
Der Preis für europäisches Erdgas ist deutlich gestiegen. Die für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlagen Katars sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden
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Der TTF-Preis am wichtigsten europäischen Handelsplatz hat sich mehr als verdoppelt.
An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Morgen um 24,5 Prozent auf 67,89 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. In der Spitze stieg der Preis bis auf 71,68 Euro. Das war ein Plus von mehr als 30 Prozent. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer Bombardierung des wichtigen Gasfelds «South Pars» gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte Trump mit einem Angriff «mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat». Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde – solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.
Sorgen vor Lieferengpässen nehmen zu
Die Sorgen vor Lieferengpässen werden immer stärker. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucher in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen. Jetzt kommen auch Angriffe auf Gasfelder hinzu. Dies könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig beeinträchtigen.
Gaspreis seit Kriegsbeginn mehr als verdoppelt
Der TTF-Preis hatte vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran bei lediglich bei 31 Euro gelegen. Er hat sich also seitdem mehr als verdoppelt. TTF steht für «Title Transfer» und gilt als der wichtigste virtuelle Handelspunkt für Erdgas in Europa. Wegen des Preissprungs wird die Wiederbefüllung der deutschen Gasspeicher in diesem Jahr nach Einschätzung von Speicherbetreibern eine grosse Herausforderung. Nach Einschätzung der Initiative Energien Speichern (Ines) fehlen dem Markt derzeit jegliche ökonomischen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher. (awp sda dpa/sts)