13:10 MANAGEMENT

Schweizer Unternehmen: Längere Zahlungsfristen wegen Coronavirus?

Teaserbild-Quelle: cosmix, Pixabay-Lizenz.

70 Prozent der der Schweizer Unternehmen befürchten, dass Covid-19 in der Schweiz in eine Rezession führt. 80 Prozent akzeptieren längere Zahlungsfristen – im Hinblick auf finanzielle Engpässe der Kunden. Dies geht aus einer europaweiten Umfrage des Inkassounternehmens Intrum hervor.

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Quelle: cosmix, Pixabay-Lizenz.

Laut der Umfrage rechnet die Mehrheit der Schweizer Unternehmen damit, dass landesweit bald nur noch bargeldlos bezahlt wird.

Insgesamt acht von zehn Schweizer Unternehmen sagen, dass sie längere Zahlungsfristen akzeptieren, um ihre Kundenbeziehungen nicht zu gefährden. Damit liegt die Schweiz 11 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Dennoch erachten drei Viertel der Unternehmen pünktliche Zahlungen als entscheidenden Faktor für die Bildung und den Erhalt von Vertrauen von Partner und Lieferanten.

Liquiditätsengpässe und weniger Personal

Doch wie wirken sich längere Zahlungsfristen aus? Über die Hälfte der befragten Unternehmen (KMU 54%, grosse Unternehmen 51%) befürchten Liquiditätsengpässe, die für knapp die Hälfte der KMU (45%) existenzbedrohlich sind. Als Folge wird davon rechnen 44 Prozent der KMU sowie 49 Prozent der Grossunternehmen mit weniger Personal.

Werden Rechnungen der Unternehmen schneller bezahlt sehen die befragten Unternehmen klar einige positive Folgen: 67 Prozent haben angegeben, dass sie damit Spielraum für die Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungsangebotes erhalten und dass sie Innovation mittels einer digitalen Strategie vorantreiben würden (66%). 59 Prozent stellten weitere Mitarbeitende ein und erweiterten geographisch ihr Marktgebiet (64%). Weil die Schweiz im Vergleich zum europäischen Durchschnitt bei allen Werten höher liegt, investieren Schweizer Unternehmen laut Intrum auch stärker in präventive Massnahmen als ihre europäischen Pendants, sodass Zahlungsausfälle gar nicht erst entstehen.

Bonitätsprüfung als Prävention

40 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen nehmen Bonitätsprüfungen vor, um Zahlungsausfällen vorzubeugen. Jeweils rund ein Drittel (36%) nutzt Inkasso oder nimmt eine Kreditversicherung in Anspruch (30%). Zum Vergleich: In Europa gab ein Drittel (31%) an, dass sie Vorauszahlungen zur Prävention nutzen. In der Schweiz scheine weniger populär zu sein, teilt Intrum mit. Lediglich 22 Prozent setzen auf dieses Instrument.

Ist die Rezession schon da?

Von den befragten Schweizer Unternehmen nehmen 92 Prozent an, dass sich die Schweiz bereits in einer Rezession befindet oder erwarten eine solche innerhalb der nächsten zwei Jahre. Wie Intrum mitteilt, wollen daher jeweils zirka ein Drittel der KMU (34%) und der Grossunternehmen (30%) besonders risikobehaftete Geschäftsbereiche ermitteln und sich weniger verschulden (34%).  Speziell Grossunternehmen wollen ihre Ausgaben herunterfahren: 39 Prozent gaben an, dass sie kostensenkende Massnahmen planen. (mai/mgt)

Bald nur noch bargeldlose Bezahlung

Covid-19 ist auch ein Treiber für eine bargeldlose Gesellschaft: 69 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen rechnen damit, dass die Schweiz innerhalb von fünf Jahren bargeldlos sein wird. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr, und es zeigt, dass die aktuelle Krise im Rekordtempo viele Veränderungen vorantreibt. - 64 Prozent der befragten Unternehmen befürchten als Folge davon operationelle Risiken oder höhere Transaktionskosten (61%). Überdies wird das Risiko von Cyber-Angriffen mit 61 Prozent als relativ hoch eingeschätzt. (mai/mgt)

Die Studie basiert auf einer vom 14. Februar bis 14. Mai diesen Jahres durchgeführten Umfrage bei 9’980 Unternehmen in 29 europäischen Ländern. In der Schweiz wurden 250 Unternehmen befragt.

Der European Payment Report 2020 sowie der Länderreport Schweiz 2020 können HIER kostenlos heruntergeladen werden.

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