Handwerksbetriebe: Dank Google-Eintrag und Branchenportalen schnell vom Kunden gefunden
Damit Handwerksbetriebe von potenziellen Kunden gefunden werden, sollten sie am besten sowohl einen Google-Eintrag haben als auch einen Eintrag in einschlägigen Branchenverzeichnissen. Das legt eine Studie von Wortliga nahe, für die Antworten der Google-KI und von ChatGPT ausgewertet worden sind. Wortliga ist ein deutscher Anbieter von Software- und Beratungsdienstleistungen.
Konkret hat das Team 480 Antworten der Google-KI und 480 Antworten von ChatGPT zu identischen Suchen analysiert. Die Auswertung umfasste sechs Handwerksbranchen und war in 40 deutschen Städten durchgeführt worden. Trotz der geographischen Begrenzung dürfte die Studie auch aufzeigen wie KI- und Googlesuchen auch anderswo funktionieren.
Laut der Studie liefern Google-KI und ChatGPT unterschiedliche Resultate, die auch auf der Basis unterschiedlicher Faktoren zu funktionieren scheinen: Google-KI verlinkt in rund 90 Prozent der Antworten auf mindestens ein Profil aus Google Maps, während ChatGPT auf kein einziges davon verlinkt und dafür in 55 Prozent der Antworten auf Handwerker verlinkt, die in Branchenportalen eingetragen sind. Betriebe ohne Portaleintrag nennt ChatGPT deutlich seltener. – Allerdings: Auch bei der Google-KI scheinen Betriebe mit Verzeichnis-Einträgen häufiger auf (57 zu 45 Prozent), ausserdem wird in 29 Prozent der Antworten mindestens ein Portal oder Verzeichnis als Quelle genannt.
Wer in einschlägigen Portalen präsent ist, landet damit deutlich häufiger in den Antworten. Das heisst: Ist ein Handwerksbetrieb auf einer Portalseite eingetragen, die Google bei derselben Suche anzeigt, empfiehlt ihn ChatGPT in 62 Prozent der Fälle. Ohne einen solchen Eintrag sinkt die Quote laut Wortliga auf 39 Prozent. Bei Handwerkern mit weniger als 20 Google-Bewertungen ist die Quote bei ChatGPT mit Portaleintrag doppelt so hoch wie ohne (58 zu 29 Prozent).
Sichtbarer mit vielen Google-Bewertungen helfen
Für die Studie wurde auch angeschaut, welche Portale ChatGPT respektive die Google-KI favorisieren: Für Deutschland setzt ChatGPT vor allem auf Das Örtliche (142 Antworten) und Gelbe Seiten (111). Google nennt am häufigsten «Wer kennt den Besten» (46) und «Gelbe Seiten» (45).
Beide KIs nennen bevorzugt Betriebe mit vielen Google-Bewertungen. Betriebe, die sowohl von Google-KI als auch ChatGPT empfohlen werden, haben im Schnitt 49 Bewertungen. Solche deren Zahl mit 150 Bewertungen weit über dem Durchschnnitt liegt, schaffen es zu 40 Prozent in beide Antworten. «Wer als Handwerker in den Antworten von KI-Systemen auftauchen will, muss zweigleisig fahren», fasst Wortliga-Geschäftsführer Gidon Wagner die Studienresultate zusammen. «Google bedient sich vor allem am eigenen Kartenmaterial, während ChatGPT stark auf klassische Branchenbücher setzt. Betriebe sollten deshalb nicht nur ihr Google-Profil und ihre Kundenbewertungen pflegen, sondern auch ihre Einträge in den grossen Verzeichnissen prüfen.» (mai/mgt)
ChatGPT zeigt auf seiner Karte fast dieselben Bewertungen wie Google Maps
Obwohl ChatGPT Google Maps nie als Quelle nennt, gleichen die Angaben auf seiner Umgebungskarte Google Maps. In 444 von 472 Antworten blendet ChatGPT einen Stadtplan ein. Bei 97 Prozent der zuordenbaren Betriebe stimmt die Zahl der Bewertungen auf der ChatGPT-Karte exakt mit Google Maps überein. Woher die Zahlen stammen, verrät das System nicht. (mgt)