13:04 MANAGEMENT

Arbeiten im Team: Homogen ist nicht immer besser, divers aber auch nicht

Teaserbild-Quelle: Geralt, Pixabay-Lizenz

Sollen Teams divers oder homogen sein? Dies hängt von der zu lösenden Aufgabe ab, wie eine deutsche Studie zeigt. Teams deren Mitglieder sich ähneln, liefern bessere Lösungen, wenn es um Zusammenarbeit geht. Zufällig zusammen gestellte Teams überzeugen bei Aufgaben, bei denen der einzelne gefragt ist.

Wer bestimmen kann in was für einem Team er arbeitet, entscheidet sich in der Regel eher  für ein Team, dessen Mitglieder ihm selbst ähnlich sind. Das heisst ähnliche Interessen, Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten haben. Laut vorherrschender Auffassung ist solches nicht immer von Vorteil: Zwar neigen aus ähnlichen Charakteren zusammengesetzte Teams zu Einigkeit und Harmonie. Suchen solche Gruppen aber eine Lösung für ein Problem, gehen der Mehrheitsmeinung entgegen gesetzte Ansätze unter, selbst wenn sie im Sinne einer besseren Lösung wären. Das heisst, es werden Entscheidungen getroffen, die nicht immer optimal sind, weil die Vielfalt vernachlässigt und die Gemeinsamkeiten überbetont werden.  

Dennoch folgen viele Unternehmen dem Trend zu agilen Arbeitsmethoden zur flexibleren Gestaltung von Arbeitsprozessen. Angestellte bestimmen selber, mit welchen Kollegen sie für eine Aufgabe zusammenarbeiten. Der Gedanke dahinter:  Mitarbeiter sollen sich auf diese Weise stärker mit ihrer Aufgabe und dem Team identifizieren, womit sie bessere Leistungen erbringen. Derweil zeigt die jüngere Forschung immer deutlicher, dass Mitglieder diverser Teams motivierter sind, mehr leisten, kreativere Ergebnisse erzielen und risikobewusster handeln.

 Somit scheint klar zu sein, wie  Teams zusammengestellt werden sollten. Oder doch nicht? Wer agiert erfolgreicher? Selbst zusammengestellte oder zufällig bestimmte Teams? Diese Fragen waren Gegenstand einer Studie der deutschen WHU Otto Beisheim School of Management.

Bessere Videopräsentationen von homogenen Teams

Für die Studie wurde ein Experiment durchgeführt: Über zwei Monaten hinweg mussten die Teilnehmenden in Zweierteams an verschiedenen Aufgaben arbeiten. Während die Hälfte der Teilnehmenden sich ihre jeweiligen Kolleginnen und Kollegen selbst aussuchten, wurde die andere Hälfte in zufällige Zweierteams eingeteilt.

Hatten die Teammitglieder selber bestimmt, mit wem sie zusammen arbeiten, war das Team häufig vom selben Geschlecht. Zudem hatten sie sich häufig mit Kollegen, die über ähnliche kognitive  Fähigkeiten wie sie selbst verfügten, zusammen getan. Die zufällig zusammen gestellten Teams waren in beiden Bereichen diverser aufgestellt.

Je nach Diversität des Teams unterschieden sich die Arbeitsergebnisse stark voneinander: Im Experiment mussten alle Teams eine Aufgabe auf einem Arbeitsblatt lösen, und bei einer weiteren Aufgabe die Resultate in Form einer kurzen Videopräsentation vorstellen. Dabei zeigte ich, dass die die zufällig zusammen gestellten Teams, bei der Aufgabe auf dem Arbeitsblatt bessere Lösungen erzielten, selbstgewählte Teams lieferten hingegen bei den gemeinsamen Videopräsentationen die besseren Resultate.

Je nach Aufgabe liefert das diverse Team bessere Resultate

Im Schnitt zeigte sich, dass selbst zusammengestellte Teams dann stärker sind, wenn ihre Aufgaben mit einem höheren Koordinationsaufwand verbunden sind und stärkere Zusammenarbeit erfordern. Zufällig zusammengestellte Teams waren hingegen dann stärker, wenn es um Aufgaben ging, die verhältnismässig wenig Koordination und Zusammenarbeit erforderten aber bei denen die Fähigkeiten des einzelnen Teammitgliedes wichtiger für den Erfolg waren.

Sei letzteres der Fall, sorge der Zufall zumeist dafür, dass in jedem Team mindestens ein sehr fähiges Teammitglied sei, während sich in selbst zusammengestellten Teams häufig ausschliesslich sehr gute aber teilweise auch nur schwächere Teammitglieder zusammenfinden, heisst es in der Medienmitteilung der Otto Beisheim School of Management.  (mai/mgt)

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