12:39 KOMMUNAL

Wo die Gräser in die Höhe schiessen, fühlen sich Schmetterlinge wohl

Teaserbild-Quelle: Hectonichus, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia

Wer Teile seines Gartens mit hohen Gräsern verwildern lässt, kann die Zahl der Schmetterlinge je nach dem beinahe verdoppeln, nämlich um bis zu 93 Prozent. Und damit zu einer grösseren Artenvielfalt beitragen. Das zeigt eine aktuelle Studie der britischen Naturschutzorganisation Butterfly Conservation, die vor kurzem im Fachmagazin Science of the Total Environment veröffentlicht worden ist.

Kronwicken-Bläuling auf einem Blatt.

Quelle: Hectonichus, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia

Ist in der Schweiz selten anzutreffen: Kronwicken-Bläulinge sind ausserhalb von Basel nur noch im Tessin und in der Region um Genf zu Hause.

Mit der Untersuchung konnte laut der Organisation "der erste wissenschaftliche Beweis" dafür geliefert werden,  dass hohe Gräser sowohl die Anzahl als auch die Artenvielfalt von Schmetterlingen in den Gärten erhöht. Das heisst, dort, wo Gräser ungstört in die Höhe schiessen können, sind mehr Sommervögel und Falter anzutreffen als in Anlagen mit lauter akurat gepflegten Rasenteppichen.  Daneben geht aus der Studie auch hervor, dass blühender Efeu die Zahl mancher Schmetterlingsarten erhöht, zum Beispiel des Bläulings, des Roten Admirals und des Distelfalters. Dies, weil sie  den Efeu als Brutplatz oder Nektarquelle nutzen.

Für ihre Studie haben Lisbeth Hordley und Richard Fox von Butterfly Conservation Schmetterlingsbeobachtungen aus mehr als 600 Gärten Grossbritanniens analysiert. Die Daten stammen von Interessierten, die während sechs Jahren ihre Gärten bebachtet hatten. 

Eine kleine Wildnis für den Garten oder den Strassenrand

Von solche kleinen Wildnissen profitieren  laut den beiden Fachleuten am meisten  städtische Gebiete und Regionen mit intensiver Landwirtschaft: So sichteten die Laienforscherinnen und -forscher in stark landwirtschaftlich genutzten Gebieten in Gärten mit hohem Gras bis zu 93 Prozent mehr Schmetterling eals in Gärten ohne lange Grässer. In städtischen Umgebungen waren es 18 Prozent mehr. - Das Potenzial solcher Flächen sei enorm, so die Naturschutzorganisation.

Auch wenn sich die Studie auf Gärten konzentrierte, so dürfte sich hohes Gras auch anderswo positiv auf die Schmetterlingspopulation auswirken. Auch Grünflächen wie Pärke, Schulareale oder Strassenränder können laut Hordley und Fox den bunten Insekten ebenfalls wichtige Lebensräume bieten.  "Die Natur ist in der Krise. Seit den 1970er-Jahren sind 80 Prozent der Schmetterlinge verschwunden, und wir müssen jetzt Massnahmen ergreifen, um sie zu schützen", warnt Fox im Artikel auf der Website von Butterfly Conservation. Eine kleines Stück Wildnis zu schaffen, indem man Gras stehen  oder einen Randstreifen verwildern lasse, koste nichts und sei einfach zu bewerkstelligen. (mai/pd)

Weiterführende Infos und Tipps zu Schmetterlingen und Gärten in der Schweiz auf der Website von Pronatura: www.pronatura.ch/

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