Wakkerpreis 2026: Brig-Glis ausgezeichnet
Quelle: Daniel Reust - Eigenes Werk, wikimedia CC BY-SA 4.0
Brig im Frühjahr 2025, im Vordergrund der Spitalneubau: Der Ort wurde für seinen Umgang mit dem baukulturellen Erbe ausgezeichnet.
Die Walliser Gemeinde Brig-Glis erhält den Wakkerpreis 2026. Der Schweizer Heimatschutz würdigt damit die Stadtgemeinde für die sinnvolle Nutzung historischer Bauten, die Integration zeitgenössischer Architektur und die Anpassung der Stadträume an das veränderte Klima.
Die Walliser Stadt Brig-Glia erhält die Auszeichnung, weil sich «die alpine Stadt als resilienter und innovativer Lebensraum» gezeigt habe, so der Schweizer Heimatschutz zur Preisvergabe. Die Organisation erinnert daran, dass Brig-Glis aufgrund seiner Lage im oberen Rhonetal am Fuss des Simplonpasses schon im Mittelalter ein bedeutender Handels- und Verkehrsknotenpunkt war.
Später war es der Unternehmer und Politiker Kaspar Stockalper (1609-1691), der den Ort prägte, und das nicht nur durch den unübersehbaren, nach ihm benannten Palast: Stockalper legte im 17. Jahrhundert auch den Grundstein für Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie soziale Institutionen. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich Brig durch den Ausbau von Bahn- und Tunnelinfrastrukturen zu einem Bahnknotenpunkt und einer wichtigen Zollstation.
Quelle: Mauro Mariani
Generationenprojekt Bahnhof Brig: 2026 soll der Baustart erfolgen.
Wichtiger Bahnknotenpunkt
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt durch den Ausbau von Bahn- und Tunnelinfrastrukturen, vor allem am Lötschberg und Simplon, zu einem Bahnknotenpunkt und einer wichtigen Zollstation. Bis heute prägen Grenzgänger die wirtschaftliche, soziale und räumliche Entwicklung der Region.
Eine besondere Stärke der Gemeinde zeigt sich gemäss Heimatschutz im Umgang mit dem baukulturellen Erbe. So wurden religiöse Einrichtungen sinnvoll weitergenutzt: zum Beispiel die Umnutzung des Marienheims zu einem Gästehaus und Heim für Geflüchtete. Ebenso zeigen das Schlösschen Mattini, das Gemeinschaftshaus St. Ursula und der «Bildungshügel» auf dem Areal des Kollegiums Spiritus Sanctus, wie Baukultur als Ressource für Bildung, soziale Integration und gesellschaftliche Entwicklung aktiv genutzt wird.
Quelle: Nicola Pfund, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Stockalperpalast: Der Unternehmer und Politiker Kaspar Stockalper legte im 17. Jahrhundert den Grundstein für Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie soziale Institutionen.
Natur und Erholung
Die Natur prägt Brig-Glis und stellte die Stadtgemeinde schon oft vor Herausforderungen: Überschwemmungen, Lawinen, Waldbrände, Erdrutsche, starke Winde und zunehmende Hitze gehören zum Alltag. Besonders einschneidend war das Unwetter von 1993, als die Saltina weite Teile der Gemeinde Brig-Glis überflutete. Der Wiederaufbau verband technische Sicherheitsmassnahmen mit einer sorgfältigen Restaurierung der Altstadt und des Sebastiansplatzes, der seither als Fussgängerzone gestaltet ist.
Die Anpassung an klimatische Bedingungen geht weiter, so verbessern Baumalleen das Mikroklima, sichert ein Bauminventar den Bestand und fördern Biodiversitätsflächen die Artenvielfalt. Gleichzeitig nutzt die Stadt die Natur als Ressource für Erholung und Sport: Brig-Glis ist internationales Tor zur Alpenwelt, Standort wichtiger Sportausbildungszentren und Ort für den Breitensport, der die lokale Bevölkerung aktiv einbindet. (SDA/bk)
Wakkerpreis
Der Heimatschutz vergibt den Wakkerpreis jährlich an eine politische Gemeinde oder, in Ausnahmefällen, Organisationen oder Vereinigungen. Der mit 20000 Franken dotierten Heimatschutz-Preis erstmals 1972 vergeben. Möglich machte dies das Vermächtnis des Genfer Geschäftsmannes Henri-Louis Wakker. Der Preis 2026 wird am 20. Juni 2026 im Rahmen einer öffentlichen Feier offiziell übergeben.