12:01 KOMMUNAL

Wakkerpreis 2021 geht an die Waadtländer Gemeinde Prangins

Teaserbild-Quelle: Pierre Marmy/Schweizer Heimatschutz

Prangins VD wird vom Schweizer Heimatschutz mit dem Wakkerpreis 2021 geehrt. Die Gemeinde begegne dem Siedlungsdruck mit gezielten Investitionen in die Pflege und Aufwertung der bestehenden baukulturellen Qualitäten.

Luftbild Gemeinde Prangins

Quelle: Pierre Marmy/Schweizer Heimatschutz

Zugunsten des Erhalts ihres wertvollen Ortsbildes mit seinen Freiräumen und Parkanlagen und zur Schonung der Landwirtschaftsflächen hat die Gemeinde auf neue Bauzonen verzichtet. Ihre Pflege und Aufwertung bilden die Leitlinien der künftigen Entwicklung der Gemeinde.

Das starke Wachstum des Wirtschaftsraumes rund um den Genfersee habe sich in den letzten Jahrzehnten in zahlreiche Landschaften und Ortsbilder eingeschrieben und wertvolle Böden verschwinden lassen, schreibt der Heimatschutz in seiner Medienmitteillung. Bund und Kantone hätten deshalb bereits starke Massnahmen gegen die Zersiedelung ergriffen. So soll die Bautätigkeit vermehrt auf die Städte und Agglomerationen konzentriert werden. 

Klare Wachstumsvorgaben gelten auch für Prangins, eine Nachbargemeinde von Nyon. Die Waadtländer Gemeinde liegt mitten im stark prosperierenden Raum zwischen Lausanne und Genf. Hier wird mit einer Zunahme der Wohnbevölkerung bis 2023/40 um rund 30 Prozent gerechnet. Dennoch vertritt die Kommune laut Heimatschutz seit rund 15 Jahren die Haltung, dass eine gelungene Stadtentwicklung nicht die Erfüllung von Mengenvorgaben bedeutet, sondern eine fundierte Auseinandersetzung mit den vorhandenen Qualitäten des Ortes verlangt. 

Siedlungsentwicklung auf historischen Werten 

Prangins ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz als Ortsbild von nationaler Bedeutung aufgeführt. Als besonders schützenswert gilt allerdings nicht nur ihr  Barockschloss, das heute als Westschweizer Sitz des Schweizerischen Nationalmuseums dient, sondern auch der historische Ortskern mit den umliegenden Parkanlagen und Freiräumen.

Prangins habe sich dazu entschieden, die Siedlungsentwicklung auf diesen historisch gewachsenen Werten aufzubauen, diese zu stärken und weiterzuentwickeln, heisst es beim Heimatschutz. So hat sich die Gemeinde unter anderem zugunsten des Erhalts des wertvollen Ortsbildes, der Kulturlandschaften und der Parkanlagen nicht davor gescheut, auf bebaubares Kulturland zu verzichten. 

Auf diese Weise sei es gelungen, Sichtachsen wie diejenige zwischen Schloss und See freizuhalten, Naherholungsgebiete wie das «Vallon des Fossés» zu aktivieren und wertvolles Kulturland für die Landwirtschaft zu erhalten. Die Kommune wolle damit das erwartete Bevölkerungswachstum mit einer hohen Siedlungsqualität verbinden. Für diese Leistungen verleiht der Schweizer Heimatschutz Prangins den diesjährigen Wakkerpreis. (mgt/pb)

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