Urner Gemeinden Realp, Hospental und Andermatt prüfen Fusion
Im Urserental könnte es in absehbarer Zeit nur noch eine politische Gemeinde geben. Realp, Hospental und Andermatt prüfen eine Fusion. Die Gemeinderäte begründen dies mit dem Wachstum und den daraus resultierenden gemeinsamen Herausforderungen.
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Blick auf Andermatt: Laut den Gemeinderäten hat sich das ganze Urserental durch das Resort von Samih Sawiris stark entwickelt.
Die Bevölkerung der drei Gemeinden wird am heutigen Dienstag, sowie am Mittwoch und Donnerstag, von den Gemeinderäten darüber informiert, wie ein Zusammenschluss ablaufen könnte. Entscheide fallen noch keine.
Durch das Resort von Samih Sawiris in Andermatt hat sich das ganze Urserental stark entwickelt. Das Wachstum bringe der Region Chancen, es stelle die drei Gemeinden aber auch vor identische Herausforderungen, hiess es in einer Mitteilung der Gemeinde Andermatt.
Milizsystem am Anschlag
Genannt wurden der knapp werdende Wohnraum, der Ausbau der Infrastrukturen und komplexer werdende administrative Aufgaben. «Für die ehrenamtlichen Gemeindepräsidenten und Exekutivmitglieder im Milizsystem bedeutet das einen enormen Zeitaufwand, der kaum noch zu bewältigen ist», hiess es in der Mitteilung.
Die Gemeinderäte erwarten von einer Fusion Vorteile. Eine gemeinsame und grössere Verwaltung wäre zeitlich besser erreichbar und könnte professioneller und effizienter arbeiten, hiess es. Auch Investitionen liessen sich besser planen.
In guter Verfassung
Die drei Gemeinden befinden sich gemäss der Mitteilung in einer guten Verfassung. Gerade deswegen sei der Zeitpunkt ideal, eine Fusion zu prüfen, denn es gebe keinen finanziellen Zwang, und es seien Verhandlungen auf Augenhöhe möglich, hiess es.
Mit 1800 Einwohnern, ist Andermatt die grösste Gemeinde des Urserentals. In Realp und Hospental wohnen je rund 180 Personen. Zusammen würden sie auf über 2100 Einwohner kommen. Die Fusionsgemeinde würde sich über 175 Quadratkilometer ausbreiten. Sie wäre doppelt so gross wie die Stadt Zürich.
Im Kanton Uri hatten auf den 1. Januar 2021 Seedorf und Bauen fusioniert. Es handelte sich um den ersten Zusammenschluss zweier Urner Gemeinden. (sda/pb)