17:10 KOMMUNAL

Öffentlicher Verkehr soll Verkehrsanteil auf 40 Prozent erhöhen

Teaserbild-Quelle: Jan Huber, Unsplash

Nachdem der Anteil des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) am Verkehrsaufkommen gemessen an den zurückgelegten Kilometern seit Jahren bei 28 Prozent, soll er sich auf 40 Prozent erhöhen. An einer Tagung in Bern präsentierten der Verband öffentlicher Verkehr (VÖV), die SBB, Postauto und der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) entsprechende Massnahmen.

Postauto in den Bergen

Quelle: Jan Huber, Unsplash

Der ÖV soll in Zukunft der ländlichen Bevölkerung ebenfalls mehr bieten.

Nicht nur die Politik und die Behörden müssten aktiv werden, sondern auch die Transportunternehmen, sagte  Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Der ÖV sei unschlagbar effizient dort, wo viele Menschen unterwegs seien. Er sei nicht nur klimapolitisch wichtig, sondern genüge auch im Verbrauch der wertvollen Ressource "Boden" höchsten Ansprüchen. Zudem habe der ÖV auch im Gütertransport noch ein grosses, nicht ausgeschöpftes Potenzial.

Ein ÖV für die Landbevölkerung

Die Auslastung des ÖV ist laut der Verkehrsministerin zum Teil aber sehr tief. Es bestehe Potenzial mit den richtigen Massnahmen mehr Personen in den ÖV zu bringen. Laut Sommaruga sind die „Verkehrsdrehscheiben“ ebenso ein Modell der Zukunft für Städte und Agglomerationen wie für ländliche Gebiete. Sie müssten aber sorgfältig geplant und auf die lokalen und regionalen Bedürfnisse gut abgestimmt sein. „Wir wollen einen ÖV, der auch der ländlichen Bevölkerung mehr bietet“, hielt Sommaruga fest. So betreibt Postauto zum Beispiel in Appenzell ein Ruftaxi oder bietet ein Abonnement für verschiedenste Mobilitätsformen an. Der öffentliche Verkehr nutze die digitalen Möglichkeiten, um intelligente und vernetzte Mobilitätslösungen auf den Markt zu bringen, erklärte dazu Postauto-Chef Christian Plüss.

Fahrplan der SBB soll flexibler sein

Daran knüpfen auch die SBB an: SBB-Konzernchef Vincent Ducrot kündigte an, unterschiedliche Mobilitätsformen noch stärker zu integrieren. Dazu soll der Fahrplan flexibler werden. Es braucht gemäss seinen Worten einen ausgewogenen Massnahmenmix in Raumplanung und Angebot.

Derweil setzt der RBS neben anderem auf bestmöglichen Komfort. Dabei gilt es maximalen Alltagsnutzen für Pendelnde, Schülerinnen und Schüler sowie den Freizeitverkehr zu bieten, so Direktor Fabian Schmid.

Sommaruga betonte, dass sich der ÖV vor allem durch Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit auszeichnen müsse. Das seien letztlich die zentralen Qualitäten und Vorteile des ÖV. Sie hätten in letzter Zeit zu wünschen übrig gelassen. Auch beim Tarifdschungel lasse sich noch einiges entwirren und vereinfachen, das gelte auch für die internationalen Buchungssysteme. (sda/mai)

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