11:22 VERSCHIEDENES

Taiwan: Mahnmal mal anders

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Marc Winter

Der Militärführer Chiang-Kai-shek herrschte als Diktator viele Jahrzehnte über den Inselstaat Taiwan. Nach seinem Tod entschied sich das nun demokratische Land, die zahlreichen Statuen nicht zu vernichten, sondern den Personenkult ad absurdum zu führen.

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Quelle: Marc Winter

Die Statuen Chiang lächeln stets väterlich-mild: Tatsächlich herrschte unter ihm in Taiwan der «Weisse Terror».

Kurzer Exkurs in die Geschichte Chinas: Zwischen 1927 und 1949 tobte im Reich der Mitte ein Bürgerkrieg. Die Truppen des Kommunistenführers Mao Zedong kämpften gegen die republikanischen Einheiten unter Chiang Kai-Shek (chinesisch Jiang Jieshi).

Bis zum Sieg und der Machtübernahme der Kommunisten auf dem chinesischen Festland war Chiang nicht nur militärisch, sondern auch politisch die einflussreichste Person Chinas sondern auch mehrfach Präsident.

Nach der endgültigen Niederlage floh Chiang Kai-shek auf die Insel Taiwan und übernahm dort die Macht. Mit Unterstützung der USA erhob er auch bis zu seinem Tod Ansprüche auf ganz China, also auch das Festland.

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Quelle: Marc Winter

Chiangs en Gros: Statt die Zeugnisse des Personenkults nach dem Sturz des Diktators zu zerstören, wurden die Statuen überall im Land eingesammelt und in einem speziellen Memorial Park ausgestellt.

Weisser Terror

Daneben regierten Chiang und seine Kuomintang-Partei Taiwan mit diktatorischen Mitteln: Er verhängte über das Land das Kriegsrecht, und unter dem so genannten «Weissen Terror» wurden Dissidenten mit aller Härte verfolgt, inhaftiert und ermordet. Daneben wurde der übliche Personenkult betrieben: Chiang-Statuen wurden vor jeder Schule und Kaserne im Land aufgestellt.

Erst nach Chiangs Tod 1985 fand der Inselstaat allmählich zur Demokratie. Und das Land beschloss, die vielen Statuen nicht zu zerstören, sondern daraus ein Mahnmal der besonderen Art zu schaffen. Also wurden nicht alle, aber viele der Chang-Kai-sheks eingesammelt und in einem Park im Landesinneren aufgestellt. Der Cihu-Skulpturen-Park vereint nun hunderte der Statuen, die meisten aus Metall, auf kleinem Raum: Dadurch wird der ehemalige Personenkult quasi ins Groteske gesteigert und ad absurdum geführt. 

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