09:05 BAUSPASS

Kaktus, Eiswagen und Palme: Eigenartige Kratzbäume für die Katze

Autoren: Stefan Gyr (stg)
Teaserbild-Quelle: Pascale Weber

Für manche Stubentiger ist er der Mittelpunkt ihres Lebens: der Kratzbaum. Die Fotografin Pascale Weber zeigt in ihrem Bildband «For Cats Only» die eigenartigsten Konstruktionen, die sie auf ihrer Reise durch die Schweiz gefunden hat.

Wer einmal eintaucht in die Welt der Kratzbäume, kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus. Es gibt sie aus Sisal, Naturholz, Wellpappe, sogar aus Bananenblättern oder Wasserhyazinthen. Die Bandbreite der Modelle reicht von schlichten Konstruktionen mit kurzen Armen, die an Kakteen erinnern, über seltsame Wandmodule mit Treppchen in der Art von Kunst-Installationen bis zum verzweigten Kletterkosmos mit Höhle, Hängematte und Samtbezug.

Kratzen ist keine Unart von Katzen, sondern gehört zum natürlichen Verhalten. So schärfen und stutzen die Stubentiger die Krallen ihrer Vorderpfoten. Wer vermeiden möchte, dass die eigene Katze ihre Krallen an den teuren Möbeln wetzt, stellt ihr besser ihren eigenen Einrichtungsgegenstand hin. Durch das Kratzen markieren die Vierbeiner zudem ihr Revier mit Pheromonen, die aus Duftdrüsen zwischen den Pfotenballen austreten. Kratzbäume sind heute aber oft mehr als nur robuste, breite Säulen. Manche Exemplare sind wahre Wohlfühloasen mit Kuschelplätzen, Verstecken und Spielmöglichkeiten auf mehreren Ebenen.

Der Katzen liebstes Möbelstück

Wie vielfältig Kratzbäume sein können, zeigt die Fotografin Pascale Weber in ihrem Bildband «For Cats Only». Auf der Suche nach ausgefallenen Modellen gab sie eine Anzeige auf und reiste dann quer durch die Schweiz. Mit ihrem mobilen Studio fuhr sie vor und inszenierte verschiedenste Katzen mit ihrem liebsten Möbelstück vor bunten Hintergründen. So entstand eine überraschende Kombination von Kunst- und Tierfotografie. Als Stillleben aufgenommen, führen die Fotos diese modernen Wohnzimmer-Skulpturen mit einem Augenzwinkern vor.

Man entdeckt viel Liebe zum Detail, grosse Komplexität im Aufbau und unter­schiedlichste Materialien – und natür­lich auch die jeweiligen Katzen: schüch­terne, widerborstige, hochmütige, anschmiegsame, stolze oder gelangweilte Büsi. Für sich allein betrachtet, mögen viele Kratzbäume ästhetisch ziemlich verunglückt sein. In diesen poppigen Bildkompositionen verlieren sie aber einen grossen Teil ihres Schreckens. Tier und Baum wirken wie eine Einheit. Manchmal scheint es, als sei der Kratzbaum nach der Persönlichkeit der Katze ausgewählt worden.

Über die Namen und Rassen der Samtpfoten gibt das Buch ebenso wenig Auskunft wie über die Modellbezeichnungen und Preise der Kratzbäume. Im Anhang können aber die Masse aller abgebildeten Bäume nachgeschlagen werden. Das grösste Exemplar beansprucht mit einer Höhe von 200, einer Breite von 100 und einer Tiefe von 80 Zentimetern viel Raum und dürfte auch ins gute Tuch gegangen sein. So sprechen diese Aufnahmen auch Bände darüber, mit welcher Zuneigung die Katzenhalter ihren Miezen zugetan sind.

Buchtipp

For Cats Only / Nur für Katzen; Herausgeberin: Nadine Barth; von Pascale Weber; Gestaltung von Michael Satter; Deutsch, Englisch; 72 Seiten; 30 Abbildungen; Hardcover; Hatje Cantz Verlag; ISBN 978-3-7757-4855-1; zirka 20 Franken.


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