Zug, Schwyz und Uri: Was derzeit geplant und gebaut wird
Welche Bauprojekte stehen in den Kantonen Zug, Schwyz und Uri an, wo laufen Wettbewerbe, und welche Vorhaben wurden bereits realisiert? Ein Überblick über aktuelle Projekte und Entwicklungen in den drei Kantonen.
Projekte in Planung
Quelle: PD / zvg Axpo
Visualisierung: Die Axpo und die Energieuri AG bauen in Gurtnellen UR jeweils einen Grossbatteriespeicher.
Ein Grossbatteriespeicher für Uri
Gurtnellen UR – Die Axpo und die Energieuri AG bauen aktuell auf dem Areal im Industriegebiet Platti in Gurtnellen jeweils einen Grossbatteriespeicher. Die Leistung der Anlagen liegt bei 50 beziehungsweise 8,6 Megawatt. Die Axpo baut dabei die grössere der beiden Anlagen, mit der künftig 100MWh Energie gespeichert werden soll. Die Inbetriebnahme ist in der ersten Jahreshälfte 2026 geplant.
Quelle: JoachimKohler-HB - Eigenes Werk, wikimedia, CC BY-SA 4.0
Die Kantonsschule Kollegium Schwyz zählt rund 400 Schüler und wird besonders von Gymnasiasten aus dem inneren Kantonsteil und aus angrenzenden ausserkantonalen Gebieten besucht.
Kollegi-Turnhalle wird saniert
Schwyz – Die 1986 erbaute Turnhalle der Kantonsschule Kollegium Schwyz soll saniert werden. Das Projekt sieht eine Erneuerung von Gebäudehülle und Haustechnik vor. Zudem soll auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden. Der Baustart ist frühestens im Jahr 2027 vorgesehen. Der Kantonsrat entscheidet voraussichtlich im April über einen Kredit von 8,3 Millionen Franken.
Quelle: Indievisual AG
Visualisierung: Die SBB plant südlich der Gleise eine gemischt genutzte Überbauung. Das Siegerprojekt sieht ein Ensemble aus drei Gebäuden vor – darunter ein Hochhaus.
Risch-Rotkreuz erhält ein neues Zentrum
Risch-Rotkreuz ZG – Mit einem Neubau des Zentrums Dorfmatt und einem Projekt der SBB auf dem Bahnhofareal wird das Zentrum von Rotkreuz in den kommenden Jahren neugestaltet. Im Juni 2025 wurden in diesem Zusammenhang zwei Siegerprojekte vorgestellt. Zum einen der Entwurf «Zentrum Dorfmatt» der Op-arch AG, der eine Aufwertung des Dorfmattplatzes sowie einen Neubau mit Gemeindeverwaltung, Dienstleistungsflächen und rund 60 Wohnungen vorsieht. Zum anderen das Projekt «Bahnhof Süd» von SBB Immobilien für eine Überbauung südlich der Gleise. Der Entwurf von Michael Meier und Marius Hug Architekten sieht ein Ensemble aus drei Gebäuden mit rund 120 Wohnungen sowie Gewerbe- und Gastronomieflächen vor. Teil davon wird auch ein Hochhaus sein (siehe Visualisierung links). Die Projekte werden derzeit weiterentwickelt. Die Inbetriebnahme des Zentrums ist im Jahr 2032 vorgesehen.
Quelle: Weiler BAZ Buosingen — © Ruprecht Architekten
Der Studienauftrag zum Neubau des Bundesasylzentrums Buosingen in Arth SZ ist entschieden: Gewonnen hat das Projekt des Teams um die Ruprecht Architekten GmbH aus Zürich mit dem Projekt «Weiler».
Bundesasylzentrum nimmt Form an
Arth SZ – Der Studienauftrag für den Neubau eines Bundesasylzentrums auf dem ehemaligen Campingplatz Buosingen in Arth SZ ist entschieden: Das Generalplanerteam um Ruprecht Architekten aus Zürich überzeugte das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) sowie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit ihrem Projekt «Weiler». Der siegreiche Entwurf sieht gemäss Communiqué eine «zurückhaltende Architektur vor, die sich überzeugend in die Landschaft einfügt und differenzierte Aussenräume schafft». Das neue Zentrum soll dereinst 170 Asylplätze bieten. Das Bauprojekt wird aktuell ausgearbeitet; die Inbetriebnahme ist für 2031 geplant.
Quelle: PD
Visualisierung: Die gesamte Trag- und Deckenstruktur des Gebäudes «CreaTower I» ist rückbaubar.
Creatower I: Ein Turm mit rückbaubarer Tragstruktur
Zug – Auf dem Areal des Tech Cluster Zug wird seit August 2025 der «CreaTower I» gebaut. Das zehnstöckige Bürogebäude nach Plänen von Gigon Guyer Partner Architekten wird künftig als Hauptsitz der VZ Depotbank dienen. Der Bau verfügt über eine adaptive Tragstruktur mit rückbaubaren Gewölbedecken, die eine spätere Wiederverwendung der Bauteile ermöglichen, sowie über Photovoltaikfassaden. Der Tower soll dereinst mit dem geplanten Wohnhochhaus «CreaTower II» ein städtebauliches Ensemble bilden, das den Tech Cluster Zug mit dem neuen Stadtteil Zug Nord verbindet. Die Fertigstellung des «CreaTower I» ist für 2028 vorgesehen.
Aktuelle Wettbewerbe
Quelle: 00architecture
Transluzentes Dach für Schwyzer Bushof
Schwyz – Die Gemeinde Schwyz hat den Projektwettbewerb für ein neues Bushofdach beim Bahnhof abgeschlossen. Das Projekt «Ferdi» von Stucki Trebo GmbH und «Strukturatelier wozniak+» setzte sich durch. Vorgesehen ist ein grosszügiges Dach mit Holztragwerk und transluzenter Dachhaut, das Bushof, Bahnhofsgebäude und Veloturm zu einer Anlage verbindet und den Bahnhofplatz neu prägen soll.
Quelle: Ruprecht Architekten GmbH
Auf dem Areal des Hotel «Bellevue» in Seelisberg soll ein neuer Hotelkomplex mit mehreren Neubauten entstehen.
Neue Hotelanlage über dem Urnersee
Seelisberg UR – Die Rustico Aurora AG plant auf dem Areal des Hotel «Bellevue» in Seelisberg einen neuen Hotelkomplex mit mehreren Neubauten. Aus einem Studienauftrag ging im April 2025 das Projekt «Hedwig» von Ruprecht Architekten als Sieger hervor. Der Entwurf des Büros ergänzt die bestehende Siedlungsstruktur und fügt sich in die Hanglandschaft über dem Urnersee ein.
Quelle: PD, zvg Gemeinde Schwyz
Ein Schulhaus-Neubau in Holzbauweise
Schwyz – Seit Januar liegt das Siegerprojekt für den geplanten Neubau des Schulhauses Seewen-Feld vor. Das Projekt «Tim und Struppi» von Bislimi Engel Architekten und Vetschpartner Landschaftsarchitekten setzte sich im Projektwettbewerb durch. Vorgesehen sind ein dreigeschossiges Primarschulhaus und ein eingeschossiger Kindergarten in Holzbauweise, die versetzt und leicht zueinander verdreht angeordnet sind. Die Kosten für den Neubau werden von der Gemeinde auf rund 16,8 Millionen Franken geschätzt. Im Juni soll eine Volksabstimmung über den Planungskredit stattfinden.
Fertiggestellte Projekte
Risch-Rotkreuz ZG: Siedlung Chäsimatt
Projektdaten
AM Architects GmbH
- Geschossfläche: 42'742 Quadratmeter
- Gebäudevolumen: 141'683 Kubikmeter
- Fertigstellung: Januar 2025
Die Wohn- und Gewerbesiedlung Chäsimatt in Rotkreuz (ZG)
wurde zwischen 2017 und 2025 nach Plänen von AM Architects realisiert. Das Büro
entwickelte auf einem dreieckigen Grundstück zwischen Chamerstrasse und dem
Bahnhof Rotkreuz ein dichtes, gemischt genutztes Ensemble mit Wohnungen,
Ateliers, Gewerbeflächen und gemeinschaftlichen Einrichtungen. Der
städtebauliche Entwurf geht auf das Büro Helsinkizurich zurück. Dieser schlug
eine mittige Durchwegung des Areals vor, an die zwei kompakte Blockrandbebauungen
anschliessen. AM Architects realisierten darauf aufbauend zwei grosse Baukörper
aus insgesamt 14 Häusern unterschiedlicher Höhe mit eigenen Eingängen.
Fassaden aus rostrotem Klinker
Charakteristisch für das Ensemble sind die zweischaligen
Fassaden aus rostrotem Klinker, die dem Projekt eine einheitliche Materialität
verleihen und zugleich an die frühere Nutzung des Areals erinnern. Reliefartige
Fassadenelemente wie Lisenen, Gesimse und Fensterrahmungen strukturieren die
Gebäude; ihre Ausbildung basiert auf einem akustischen Konzept zur Reduktion
der Lärmbelastung. Die Siedlung umfasst 126 Wohnungen. Ergänzt wird das Angebot
durch Ateliers und gemeinschaftliche Einrichtungen wie Mehrzwecksaal,
Co-Working-Bereich, Bibliothek, Dachgarten und Kindertagesstätte.
Photovoltaikanlagen, Erdsonden und die Nutzung von Abwasserwärme gehören
ebenfalls zum Konzept.
Weitere Informationen zum Projekt unter: www.swiss-arc.ch
Schattdorf UR: Ein Werkhof mit Leitplanken
Projektdaten
Felgendreher Olfs Köchling Architekten GmbH
- Geschossfläche: 3500 Quadratmeter
- Gebäudevolumen: 18'000 Kubikmeter
- Gebäudekosten (BKP 2): 9 Millionen Franken
- Fertigstellung: Mai 2024
Am südlichen Rand von Schattdorf ist vor bald zwei Jahren ein neuer Werkhof entstanden. Die Konstruktion des Gebäudes basiert auf einem kräftigen, verkleideten Holztragwerk, das hohe Verkehrs- und Schneelasten aufnimmt. Überzüge im Dach ermöglichen grosse Spannweiten und ein weit auskragendes Vordach.Die Organisation folgt zwei zentralen Räumen: einer inneren Fahrgasse, von der aus alle Funktionen erschlossen werden, und einem grosszügigen Aussenraum unter dem Vordach.
Metallfassade aus recycelten Leitplanken
Prägend für den Neubau ist die robuste Metallfassade aus recycelten Leitplanken der nahegelegenen Autobahn, die dem Gebäude eine eigenständige Identität verleiht und auf den funktionalen Kontext des Werkhofs verweist. Auch die räumliche Organisation ist auf Effizienz ausgelegt: Überzüge auf dem Dach sowie nach aussen öffnende Fenster und Tore ermöglichen maximale Kompaktheit und eine optimale Raumausnutzung.
Das Projekt wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht. Weitere Informationen unter: www.swiss-arc.ch
Quelle: Karin Gauch und Fabien Schwartz
Wangen SZ: Neues Leben für 200-jährigen Strickbau
Das Architekturbüro «JJAdM» hat in Wangen im Kanton Schwyz einem 200 Jahre alten Strickbau neues Leben eingehaucht. Zusammen mit dem Architekten Toni Schnellmann und der Denkmalpflege wurde das ursprüngliche, teils erhaltene, aber baufällige Gebäude restauriert und zu einem modernen Einfamilienhaus umgebaut. Dabei blieben der Charakter und die äussere Erscheinung des Hauses gewahrt. Im Haupthaus wurde durch das Entfernen einer einzigen Wand und mithilfe alter Bautechniken eine neue Erschliessung bis ins Dachgeschoss gestrickt. Weiter wurde als Erweiterung zum historischen Raumkonzept der verfallene Anbau durch einen Neubau in gleicher Form und Ausdruck ersetzt.
Dieses Projekt wurde für den Swiss Arc Award 2025 eingereicht. Weitere Informationen unter: www.swiss-arc.ch