Zoo Zürich: Verhandlungen zu Stahlbauarbeiten gescheitert
Quelle: Zoo Zürich, Fabio Süess
Baustelle Pantanal-Volière: Eröffnung ist frühestens 2028 zu erwarten.
Der Zoo Zürich will auf 11000 Quadratmetern eine Anlage bauen, die das südamerikanische Feuchtgebiet Pantanal nachbildet. Doch dem engagierten Stahlbauer wurde Ende Jahr der Auftrag entzogen. Nun sind auch die Verhandlungen zu den bereits ausgeführten Stahlbauarbeiten gescheitert.
Das Bauprojekt ist gigantisch: 11000 Quadratmeter gross soll die Pantanal-Volière im Zürcher Zoo werden; zehn bis zu 35 Meter hohe Stahlträger sollen ein 1400 Tonnen schweres Gitternetz tragen, das die Anlage überdacht. Löwenäffchen, Sonnensittiche, Flachlandtapire und Flamingos sollen hier ein Zuhause finden.
Doch der Umzugstermin ist frühestens 2028: Der Zoo Zürich und die engagierte Stahlbaufirma Baltensperger aus Höri gerieten in einen Konflikt, der damit endete, dass der Firma der Auftrag entzogen wurde. Gemäss Zoo hat die Firma die gewünschten Anforderungen sowohl technisch als auch terminlich und finanziell nicht erreicht. Es sei der Baltensperger AG nicht gelungen, die vereinbarte Präzision innert nützlicher Frist zu erreichen. Dies obwohl man monatelang Aufschub der vereinbarten Fertigstellungstermine gewährt und das Stahlbauunternehmen mit externen Fachleuten zusätzlich unterstützt habe.
Höhere Komplexität
Die Stahlbaufirma argumentierte hingegen, dass das Bauprojekt in der Umsetzung eine um ein Vielfaches höhere geometrische und systemische Komplexität aufweise, als in der Ausschreibung und im Leistungsverzeichnis beschrieben wurde. Im Projektverlauf entwickelte sich das Bauwerk laut der Firma in zentralen Aspekten weit über den ursprünglich definierten Rahmen hinaus.
Nun sind auch die Verhandlungen zu den Stahlbauarbeiten: gescheitert Der Zoo und die Zürcher Unterländer Firma konnten keinen Konsens über die Auflösung des Werkvertrages finden. Auch nicht zur Frage, wie die bereits produzierten Stahlbogen-Teile weiterverwendet werden können.
Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media
Visualisierung der geplanten Anlage, die 11000 Quadratmeter gross werden soll.
Firma in Nachlassstundung
Die Stahlbau-Firma befindet sich in Zwischenzeit in provisorischer Nachlassstundung, die vom Gericht bis April gewährt wurde. Die Firma betont, sie kämpfe bis zum Schluss um den Fortbestand des Unternehmens, auch um den Erhalt der Arbeitsplätze. Es werde eine Nachfolgegesellschaft vorbereitet.
Der Zoo seinerseits wird den Auftrag neu ausschreiben. Damit wird sich aber die Eröffnung der neuen Anlage voraussichtlich bis 2028 verzögern. Angaben zu den Kosten wird der Zoo erst nach der Fertigstellung kommunizieren. Zum Vergleich: Die 2003 eröffnete Masoala-Halle kostete 52 Millionen Franken, bei der 2020 eröffneten Lewa-Savanne waren es 56 Millionen Franken. (SDA/bk)