Zentrum Bethlehem: Rund 200 Wohnungen im Westen von Bern geplant
Im Westen der Stadt Bern soll das bisherige «Zentrum Bethlehem» einer Überbauung mit rund 200 Wohnungen weichen. Dafür braucht es einen Landtausch mit der Migros Aare. Die Stimmberechtigten entscheiden voraussichtlich im November über die Vorlage.
Quelle: Stadt Bern
Modellfoto des Richtprojekts für die geplante Überbauung auf dem Areal des Zentrums Bethlehem.
Für das Projekt braucht es eine Überbauungsordnung und einen Landtausch mit der Genossenschaft Migros Aare. Damit können beide Grundeigentümerinnen ihre Projekte auf eigenem Boden realisieren, und das Baurechtsland der Stadt kann konzentriert werden. Da die getauschten Grundstücke nicht gleich viel wert sind, befinden die Stimmberechtigten zudem über einen Verpflichtungskredit von 5,6 Millionen Franken als Wertausgleich zugunsten der Migros.
Der allgemeine Steuerhaushalt der Stadt wird durch das Landgeschäft nicht tangiert; der städtische Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik übernimmt den Wertausgleich und profitiert im Gegenzug von höheren Baurechtszinseinnahmen. Der Stadtberner Gemeinderat hat dazu nun eine Vorlage erarbeitet und zuhanden des Stadtrats verabschiedet, wie er am Donnerstag mitteilte. Die Stimmberechtigten werden voraussichtlich am 29. November darüber befinden.
Gemeinsame Arealentwicklung
Das Planungsgebiet «Zentrum Bethlehem» liegt im Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen, zwischen der Grosssiedlung Tscharnergut und der Parkanlage Brünnengut. Es ist Teil des Chantiers Bethlehem West, einem «der strategisch bedeutendsten Stadtentwicklungsgebiete Berns», wie es in der Mitteilung heisst.
Auf dem westlichen Teil des Geländes an der Riedbachstrasse befindet sich seit den 1960er-Jahren das eingeschossige «Zentrum Bethlehem». Das angrenzende Areal im Osten ist der heutige Standort der Band-Genossenschaft. Sie betreut Menschen mit gesundheitlichen oder sozialen Beeinträchtigungen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt.
Die Genossenschaft Migros Aare und die Stadt Bern entwickeln das Gebiet gemäss Mitteilung nun gemeinsam mit der Band-Genossenschaft und der gemeinnützigen Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz.
Rund 200 Wohnungen geplant
Vorgesehen ist eine Mischnutzung mit Wohnraum für rund 550 Personen sowie rund 500 Arbeitsplätzen. Auf dem Areal West plant die Migros in den nördlichen Baubereichen rund 130 Wohnungen sowie ein neues Einkaufszentrum. Die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz realisiert im südlichen Teil 70 bis 80 gemeinnützige Wohnungen.
Die Band-Genossenschaft verlegt ihren Hauptsitz in einen Neubau auf dem Areal West und bietet dort künftig rund 400 Arbeits- und Integrationsplätze an. Insgesamt entstehen laut Gemeinderat auf dem Areal West rund 200 Wohnungen, mehr als die Hälfte davon wird dauerhaft in Kostenmiete vermietet.
Gebäudehöhen von bis zu 30 Metern
Die Überbauungsordnung weist auf dem Areal fünf Baubereiche aus. In zwei davon sind Gebäudehöhen von bis zu 30 Metern zulässig. Zudem müssen in den Wohnbaubereichen mindestens 80 Prozent der oberirdischen Geschossfläche dem Wohnen vorbehalten bleiben und ein Baubereich ist ausschliesslich für den gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert.
Weiter sind zur Belebung des Quartiers in den Erdgeschossen am Holenackerplatz und am neuen Quartierplatz publikumswirksame Nutzungen wie Detailhandel und Gastronomie vorgeschrieben. Die Überbauungsordnung schreibt zudem die Schaffung einer Fusswegverbindung vom Tscharnergut über den Quartierplatz zur Parkanlage Brünnengut vor.
Das Areal ist gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Die Autoabstellplätze sind limitiert und müssen bis auf wenige Ausnahmen unterirdisch angelegt werden. (pb/mgt/sda)