17:09 BAUPROJEKTE

Weltweit grösste Anlage für das Einfangen von CO2 in den USA?

Teaserbild-Quelle: Matthias Heyde, Unsplash

Mit dem Projekt „Bison“ entsteht zurzeit die weltgrösste Anlage zur Entfernung von Kohlenstoffdioxid (CO2), und zwar in den USA, im Bundesstaat Wyoming. Sie soll im 2023 den Betrieb aufnehmen und bis zum Ende des Jahrzehnts so ausgebaut sein, dass sie jährlich fünf Millionen Tonnen CO2 einfangen kann.

Nimt die Anlage nächstes Jahr ihre Arbeit auf. verfügt sie zunächst über eine Jahreskapazität von rund 10‘000 Tonnen. Das Klimagas wird unterirdisch eingelagert, die Carbon-Capture-Anlagen befinden sich in Standardcontainern.

Die dafür nötige Abscheidetechnologie vom kalifornischen Unternehmen Carbon Capture funktioniert so, dass sie dass das CO2 mit Hilfe von Festkörpern eingefangen und durch die Luft gepumpt wird. In den Festkörper wird gezielt das CO2 abelagert, sodass es nicht mehr enweichen kann.  Schliesslich wird das Klimagas wird abgetrennt, indem dessen Adsorbentien oder feste Rückstände erhitzt werden. Die für diesen Prozess nötige Energie sollen solare Wärme und Windenergie liefern.

Eingelagert wird das Klimagas in unterirdische salzhaltige Formationen, später möglicherweise auch in ehemaligen Gas-und Erdöllagern. Wie der Medienmitteilung weiter zu entnehmen ist, kann das Gas auch als Rohstoff für die Herstellung umweltneutraler Kraftstoffen dienen. Dies setzt allerdings voraus, dass sich Interessenten finden.

Überflügelt Carbon Capture Climeworks?

Möglicherweise überholt Carbon Captures mit seinem Projekt Bison den Pionier auf diesem Gebiet: das Zürcher Unternehmen Climeworks. Dessen grösste Anlage befindet sich auf dem Gelände des Geothermiekraftwerks Hellisheidi in Island fängt jährlich 4000 Tonnen CO2 ein. Zur Trennung der Adsorbentien von CO2 wird dort Strom aus dem emissionsfreien Kraftwerk genutzt.

Mit Mammoth ist derzeit am selben Standort eine Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 36‘000-Tonnen im Bau. Das CO2 wird dort mit Wasser vermischt in den Untergrund gepresst. Dort versteinert es innerhalb von weniger als zwei Jahren, sodass keine Gefahr mehr besteht, dass es jemals wieder in die Atmosphäre gelangt. (mgt/mai)

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