Vortrieb für Entwässerungsstollen in Braunwald hat begonnen
In Braunwald GL ist am Dienstag der unterirdische Vortrieb für den 918 Meter langen Entwässerungsstollen gestartet. Das Bauwerk soll Wasser aus dem Untergrund ableiten und so die Hangbewegung im Rutschgebiet langfristig verlangsamen.
Quelle: Entwässerungskorporation Braunwald / Samuel Trümpy
Der Anstich für den Entwässerungsstollen Braunwald ist erfolgt.
Am Dienstag fand die offizielle Anstichfeier für das Projekt «Entwässerung Braunwald 2025 – 2030» statt, wie die Entwässerungskorporation Braunwald mitteilte. Den Anstich nahm Tunnelpatin Ruth Hefti vor. Zudem wurde die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute, Mineure und Tunnelbauer traditionell gesegnet.
Neben dem Hauptstollen entstehen ein rund 155 Meter langer Seitenstollen und rund 90 Drainagebohrungen, die das Wasser aus dem Untergrund in den Stollen leiten, wo es gesammelt und kontrolliert abgeführt wird. Die Gesamtkosten betragen 45,9 Millionen Franken und werden von Bund, Kanton, der Gemeinde Glarus Süd und der Entwässerungskorporation getragen.
Rutschgebiet im Siedlungsraum
Das Rutschgebiet in Braunwald umfasst rund vier Quadratkilometer im Siedlungsraum. Je nach Zone und Jahreszeit bewegt sich der Boden durchschnittlich zwischen 0,5 und 4 Zentimetern pro Jahr. Wasser im Untergrund beeinflusst diese Bewegung wesentlich. Durch die gezielte Ableitung wird der Wasserdruck im Untergrund reduziert und damit die Hangbewegung verlangsamt.
Der Entwässerungsstollen soll so die Risiken für die Bevölkerung, Gebäude und wichtige Infrastrukturen in Braunwald sowie in den darunterliegenden Gebieten im Tal deutlich verringern. Zudem soll die jährliche Schadenerwartung laut Mitteilung von derzeit rund 12,4 Millionen auf rund 1,9 Millionen Franken sinken.
Quelle: Entwässerungskorporation Braunwald / Samuel Trümpy
Das Projektteam versammelt.
Vortrieb durch Lockergestein und Fels
Zu Beginn führt der Stollen durch die Rutschmasse im Lockergestein. Der Vortrieb erfolgt hier mit einem Tunnelbagger und entsprechenden Sicherungsmassnahmen. Im massiven Fels wird später mit Sprengvortrieb gearbeitet. Der Hauptteil des Stollens liegt rund 50 bis 70 Meter unter der Erdoberfläche. Je nach Geologie rechnen die Verantwortlichen mit einem Vortrieb von einem bis drei Metern pro Arbeitstag.
Die Hangbewegung und die Auswirkungen der Bauarbeiten werden dabei laufend überwacht. «Die Geologie ist anspruchsvoll und wird uns während des gesamten Vortriebs begleiten. Sicherheit und eine sorgfältige Ausführung haben dabei höchste Priorität», wird Robert Strukely, Projektleiter des Entwässerungsstollens Braunwald (Infranext AG), in der Mitteilung zitiert.
Maschinen, Baumaterial und das Ausbruchmaterial werden laut Mitteilung über eine eigens errichtete Materialseilbahn transportiert. Braunwald bleibt damit auch während der Bauzeit autofrei. (mgt/pb)
Projektleitung und Realisation
- Bauherr: Entwässerungskorporation Braunwald mit Unterstützung von Bund, Kanton Glarus und Gemeinde Glarus Süd
- Projektleitung: Infranext AG, Kriens
- Unternehmung: ARGE AFT Frutiger AG, Thun / Toneatti AG, Bilten
- Projektverfasser: AFRY Schweiz AG, Zürich
- Geologe: Dr. von Moos AG, Zürich
- Bauherrenunterstützung: tbf-marti ag, Schwanden
- Umweltbaubegleitung: AFRY Schweiz AG, Zürich
Quelle: Entwässerungskorporation Braunwald / Samuel Trümpy
Die Segnung der Heiligen Barbara.