Val Müstair GR stellt Weichen für Zumthor-Projekt der Tessanda
Der Gemeindevorstand von Val Müstair GR hat das Gesuch zur Einrichtung einer Sonderzone für den neuen Standort der Tessanda genehmigt. Damit ist der Weg frei für den Neubau der Handweberei aus der Feder von Architekt Peter Zumthor. Die Handweberei Tessanda ist einer der letzten professionellen Textilhandwerk-Betriebe der Schweiz.
Quelle: Stiftung Manufactura Tessanda Val Müstair
Modell des geplanten Neubaus für die Handweberei Tessanda in Val Müstair GR.
Nötig wird der neue Standort wegen des schlechten Zustands des aktuellen Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert im Dorf Santa Maria GR: Wegen massiver Feuchtigkeitsschäden muss es dringend renoviert werden. «Wir können während der Renovationsarbeiten nicht im Gebäude bleiben, unter anderem wegen der Staubentwicklung und wir können auch nicht monatelang schliessen, weil das die Existenz von Tessanda gefährden würde», erklärte Tessanda-Stiftungsrätin Maya Repele gegenüber Keystone-SDA.
Da es nicht möglich war, für die Bauphase alternative Räumlichkeiten zu finden, entschied der Stiftungsrat im Jahr 2023, ein neues Gebäude in der Nähe zu errichten. Die Wahl fiel auf das Dorf Valchava, eineinhalb Kilometer vom aktuellen Standort entfernt. Im Neubau sollen 30 Webstühle Platz finden, an denen die 20 Weberinnen weiterhin arbeiten werden. Zusätzlich sind ein Bistro und ein Kursraum geplant, heisst es in einer Mitteilung der Stiftung von Mittwoch.
Schlichter Holzbau von Zumthor
Der Entwurf für das 10-Millionen-Neubauprojekt stammt von Peter Zumthor. Der Stararchitekt stellte sein Projekt im April 2025 der Öffentlichkeit vor. Geplant ist ein schlichtes, helles und funktionales Gebäude mit einer augenfälligen Holzkonstruktion, die sich gut in die Berglandschaft einpasst. Die längliche Ausrichtung des Neubaus soll dem Ort zudem akustischen Schutz vor der stark befahrenen Umfahrungsstrasse bieten.
Die Sicherstellung der Finanzierung bleibe eine der wichtigsten Aufgaben des Stiftungsrates, heisst es weiter. Die bereits eingetroffenen finanziellen Zusagen hätten den Beschluss zur Weiterbearbeitung des Projekts ermöglicht. «Es ist ein grosses Glücksgefühl, denn die Zusage für die Realisierung der nächsten Etappe ist ein Meilenstein für das Projekt», wird Repele in der Mitteilung zitiert.
Spatenstich zum 100-Jahr-Jubiläum
Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung von Val Müstair, die über die neue Sonderzone entscheiden muss. Erst danach kann der Stiftungsrat das Bauverfahren fortsetzen. Laut den ursprünglichen Plänen sollte der Neubau 2028 eröffnet werden – rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum der Tessanda.
Der Zeitplan sei jedoch knapp, so Repele. «Zum 100-jährigen Bestehen der Tessanda hoffen wir, dass wir mit dem ersten Spatenstich zumindest den Baubeginn einleiten können.» (pb/mgt/sda)
Quelle: Stiftung Manufactura Tessanda Val Müstair
Der Entwurf für das 10-Millionen-Neubauprojekt stammt von Peter Zumthor.