Bambus, Lehm, Ziegel: Ein Wohnhaus für 2500 Dollar in Bangladesch
Mit Wasser gefüllte Flaschen als Tageslichtspender, Lehmwände als Wärmeschutz: Die Architektin Xinyun Li hat für das Dorf Para Dash in Bangladesch ein klimaangepasstes Wohnhaus entworfen, das unter 2500 US-Dollar kosten soll.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Der Entwurf greift bewusst auf lokale Bautechniken zurück: Lehmwandbau, Bambus-Verbindungen, lokal gebrannte Ziegel sowie wiederverwendetes Wellblech.
Der Entwurf mit dem Namen «$2,500 Vernacular Home» greift bewusst auf Bautechniken zurück, die im Bambusweberdorf Para Dash im ländlichen Bangladesch bekannt sind: Lehmwandbau, Bambus-Verbindungen, lokal gebrannte Ziegel sowie wiederverwendetes Wellblech. Damit soll das Haus ohne spezialisierte Bauprodukte instandgehalten und bei Bedarf mit Mitteln vor Ort repariert werden können.
Auf lokales Klima ausgelegt
Die New Yorker Architektin Xinyun Li schlägt mit ihrem Konzept ein Gebäude vor, das auf das örtliche Klima ausgerichtet ist: Eine erhöhte, überdachte Veranda bietet Schatten und hebt zugleich die Wohnräume über das Hochwasserniveau. Das steile Dach ist auf die starken Niederschläge während der Regenzeit ausgelegt und schafft gleichzeitig ein hohes Innenvolumen, durch das warme Luft nach oben abziehen kann.
Das klimaangepasste Wohnhaus verfügt darüber hinaus auch über ein natürliches Belüftungssystem. Öffnungen auf unterschiedlichen Höhen an gegenüberliegenden Wänden sollen für eine gute Luftzirkulation sorgen: Kühlere Luft strömt unten ein, warme Luft entweicht oben. Zusätzliche Lüftungsöffnungen bilden Tongefässe, die an der Fassade des im Entwurf ebenfalls vorgesehenen Teehauses in die Wand eingelassen sind.
Für die Tageslichtnutzung sieht das Konzept der Architektin mit Wasser gefüllte, recycelte Flaschen im Dachaufbau vor. Diese sollen Licht in dunklere Innenbereiche brechen und so den Bedarf an künstlicher Beleuchtung reduzieren.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Das steile Dach ist auf die starken Niederschläge während der Regenzeit ausgelegt und schafft gleichzeitig ein hohes Innenvolumen, durch das warme Luft nach oben abziehen kann.
Materialien aus der Region
Der kompakte Grundriss ist gemäss einer Mitteilung auf eine Mehrgenerationen-Nutzung ausgelegt: Getrennte Schlafbereiche bieten Privatsphäre für unterschiedliche Generationen, zudem gibt es gemeinsame Räume für den Alltag. Für die im Dorf verbreitete Bambusweberei ist ein Arbeitsbereich im Haus geplant. Am Rand des Grundstücks sieht das Konzept zudem einen kleinen Laden und ein Teehaus vor.
Die verwendeten Materialien folgen nach Angaben der Architektin lokal üblichen Massen: Wellblechtafeln (2 x 8 Fuss), Ziegel (rund 24,5 × 11,7 × 7,6 cm) sowie Lehmwände mit einer Stärke von rund 25 Zentimetern. Ziegel und Wellblech stammen dabei aus Fabriken in der Umgebung, die Lehmwände werden traditionell von Hand erstellt. Die Tongefässe für die Teehaus-Fassade werden in einem Nachbardorf gefertigt.
Der Entwurf soll laut der Architektin mit einem geschätzten Budget von unter 2500 Dollar aufzeigen, wie begrenzte Ressourcen mit lokalem Wissen kombiniert werden können, um den Wohnbedarf zu decken – ohne komplexe Technologien oder importierte Bausysteme. (pb/mgt)
Quelle: Xinyun Li / v2com
Durch die Verwendung lokaler Materialien soll das Haus ohne spezialisierte Bauprodukte instandgehalten und bei Bedarf mit Mitteln vor Ort repariert werden können.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Öffnungen auf unterschiedlichen Höhen an gegenüberliegenden Wänden sollen für eine gute Luftzirkulation sorgen.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Kühlere Luft soll durch die Öffnungen unten reinströmen, während warme Luft oben entweicht.
Quelle: Xinyun Li / v2com
In die Wand eingelassene Tongefässe dienen zusätzlich als Lüftungsöffnungen.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Für die im Dorf verbreitete Bambusweberei ist auf einem Balkon ein Arbeitsbereich vorgesehen.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Am Rand des Grundstücks sieht das Konzept auch einen kleinen Laden und ein Teehaus vor.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Am Rand des Grundstücks sieht das Konzept auch einen kleinen Laden und ein Teehaus vor.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Plan: Eine erhöhte Veranda hebt die Wohnräume über das Hochwasserniveau.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Plan: Am Rand des Grundstücks sieht das Konzept auch einen kleinen Laden und ein Teehaus vor.
Quelle: Xinyun Li / v2com
Für den Bau des Wohnhauses kommen verschiedene Bautechniken zum Einsatz: Lehmbau, Bambus-Verbindungen sowie lokal gebrannte Ziegel.