17:02 BAUPROJEKTE

Theaster Gates entwirft Sommerpavillon der Serpentine Gallery

Teaserbild-Quelle: Sara Pooley

Seit heute gehört Theaster Gates zu einer erlauchten Runde: Der Künstler aus Chicago wurde mit der Gestaltung des diesjährigen Sommerpavillons der Serpentine Gallery in Londons Kensington Gardens beauftragt. Vor ihm ist die Ehre etwa Smiljan Radic, Junia Ishigami, Frida Escobedo, Peter Zumthor, Bjarke Ingels, Francis Keré und Zaha Hadid zu Teil worden.

Der kleine Bau, respektive die „Black Chapel“ wird mit der architektonischen Unterstützung von Adjaye Associates realisiert. „Der Name Black Chapel ist wichtig. Er würdigt die Rolle, die die geistliche Musik und die sakralen Künste in meiner Arbeit spielen“, erklärt Gates sein Projekt. Er habe schon immer Räume schaffen wollen, in denen die Musik als heilende, emotionale Kraft es den Menschen eine tiefe Reflexion ermögliche. Gates, der sowohl eine Ausbildung als Bildhauer als auch als Raumplaner vorweisen kann, befasst sich in seinen Werken unter anderem mit der Theorie des Raums und der Nutzung von Land.

Keramiktradition in Stoke-on-Trent

Die Inspiration für seine Kapelle fand Gates im Diesseits oder vielmehr in der britischen Handwerkstradition: in den flaschenförmigen Brennöfen von Stoke-on-Trent. Die Stadt in den englischen Midlands war über Jahrhunderte berühmt für ihre Keramik. Marken wie Wedgwood und Royal Doulton stammen von hier. Gegen Endes des 20. Jahrhunderts schlossen allerdings zahlreiche Werkstätten, heute erzählt  vor allem noch Gladstone Pottery Museum, von den edlen Stücken, die in Stoke-on-Trent einst produziert worden sind.

Einkehr in der Kapelle

Im Gegensatz zu den Brennöfen besteht der Pavillon aus Holz. Seine Archtitektur soll auf „die meditativen Qualitäten einer kleinen Kapelle“ anspielen. Beim Eingang ist denn auch eine Glocke vorgesehen. Sie stammt aus der St. Laurence Church der South Side in Chicago, die aber mittlerweile abgerissen wurde, und soll jeweils geläutet werden, wenn in dem kleinen Bau Veranstaltungen stattfinden. Für eine sakral anmutende Stimmung sorgt ausserdem ein Oculus, durch den das Tageslicht ins Innere fällt. (mai/mgt)

Der Pavillon kann ab dem 10. Juni besucht werden. Im Pavillon finden auch Veranstaltungen statt. Weitere Informationen www.serpentinegalleries.org


Theaster Gates.

Quelle: Sara Pooley

Auf den Spuren von Peter Zumthor, Bjarke Ingels und Zaha Hadid: Theaster Gates.

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