Stadt Zürich soll neue «Marina» im Tiefenbrunnen erhalten
Das Stadtzürcher Parlament hat am Mittwoch dem Umbau des Hafens Tiefenbrunnen zugestimmt. Entstehen soll eine «Marina», die auch für die Allgemeinheit zugänglich wird. Geplant ist unter anderem ein 150 Meter langer Steg hinaus aufs Wasser.
Quelle: WALDRAP AG, Zürich
Visualisierung: Das Wassersportzentrum der «Marina Tiefenbrunnen» ist vier Stockwerke hoch und soll direkt an der Mole gebaut werden.
Es war reiner Zufall, dass in der Nacht nach der ersten Parlamentsdiskussion vor einigen Wochen ein Teil der Mole des Hafens im Zürichsee versank. Das Parlament hatte sich zuvor offen für eine Neugestaltung gezeigt. Auch am Mittwoch stellte es sich in zweiter Lesung mit 82 zu 23 Stimmen hinter das Projekt.
Geplant ist ein 150 Meter langer und 15 Meter breiter Steg hinaus aufs Wasser. Zudem soll die «Marina» neben rund 400 Wasser- und 150 Trockenplätzen für Boote auch ein viergeschossiges Wassersportzentrum mit Werkstatt, Lager, Unterrichtsräumen und Garderoben sowie ein öffentlicher Pier und zwei Gastronomiebetriebe umfassen.
Das Amt für Hochbauten hat für das Marina-Projekt von Januar bis Juni 2018 einen Architekturwettbewerb durchgeführt, den das Zürcher Architekturbüro Waldrap GmbH gewonnen hat. Das Siegerprojekt überzeugte durch seine gute Einbettung in das Umfeld der Marina sowie Kosteneffizienz und ökologische Nachhaltigkeit, hiess es im damaligen Communiqué.
Gegen «Dubai-Goldküstenhafen»
Der Gemeinderat bewilligte am Mittwoch nun den Projektierungskredit von rund 9 Millionen Franken. Baustart wäre frühestens 2032.
Einzig AL und Grüne hatten sich in der Debatte vor einigen Wochen gegen den Hafen an der Stadtgrenze ausgesprochen. Dabei fielen Worte wie «Dubai-Goldküstenhafen» und «Cüpli-Sozis», weil die SP sich hinter das Projekt stellte.
Zu Beginn der Sitzung lehnte der Gemeinderat einen Rückweisungsantrag der SVP mit 83 zu 19 Stimmen ab. Als Grund für den Antrag nannte Derek Richter die versunkene Mole. Ein weiteres Projekt sei erst sinnvoll, wenn die Gründe für die abgesunkene Mole geklärt seien. (sda/pb/mgt)
Quelle: ZUEND, Zürich / Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Visualisierung: Die Hauptmole soll sich rund 150 Meter in den Zürichsee erstrecken und Sitzgelegenheiten sowie ein Gastroangebot umfassen.
Quelle: ZUEND, Zürich / Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Modell der «Marina Tiefenbrunnen».