07:10 BAUPROJEKTE

Stadt Bern erhebt Einsprache gegen A1-Spurausbau Grauholz

Teaserbild-Quelle: Astra / a1-bern-nord.ch

Der Berner Gemeinderat ist gegen die Spurausweitung der A1 zwischen Wankdorf und Schönbühl. Der Ausbau im Grauholz stehe im Widerspruch zu den Klimazielen des Bundes und der Stadt. Die Stadt hat deshalb Einsprache gegen das Projekt eingereicht. 

A1 Grauholz Bern

Quelle: Astra / a1-bern-nord.ch

Blick auf die Grauholz-Autobahn: Mit dem Projekt soll hier pro Fahrtrichtung eine zusätzliche Spur gebaut werden.

Das Projekt A1 Wankdorf-Schönbühl liegt aktuell noch bis am 25. Oktober öffentlich auf. Mit verschiedenen Massnahmen soll der Verkehrsfluss auf dem Autobahnabschnitt optimiert werden. Unter anderem sind zusätzliche Fahrspuren, der Ersatz aller Brücken –  ausser der Wildtierquerung – sowie die Sanierung des Worblentalviadukts und neue Lärmschutzwände geplant. 

Im Rahmen des ordentlichen Plangenehmigungsverfahrens des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) fordere die Stadt Bern mit ihrer Einsprache einen Verzicht auf das Projekt «N01 Wankdorf-Schönbühl; Ausführungsprojekt Kapazitätserweiterung», auch «Spurausbau Grauholz» genannt, teilte der Berner Gemeinderat am Donnerstag mit. 

Mehr Verkehr und Emissionen 

Das Projekt im Grauholz sieht auf dem Autobahnabschnitt Wankdorf-Schönbühl unter anderem den Ausbau von je einer Fahrspur vor, so dass künftig je vier Spuren pro Richtung zur Verfügung stehen werden. «Diese massive Kapazitätserweiterung führe fraglos zu mehr Verkehr und mehr Emissionen im Grossraum Bern, schreibt der Gemeinderat.   

Die negativen Auswirkungen würden damit auch das gesamte städtische Gebiet rund um die Nationalstrassenabschnitte der A1, A6 und A12 sowie die städtischen Autobahnanschlüsse betreffen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der Ausbau auf der A1 auch Mehrverkehr auf dem städtischen Strassennetz nach sich ziehen werde, heisst es weiter.

Video zu den geplanten Massnahmen im Projekt A1 Wankdorf-Schönbühl. (Video: Bundesamt für Strassen Astra)

Die Stadt sei dazu verpflichtet, ihre Bürger vor Lärm, Luftschadstoffen und Klimagasen zu schützen. Zudem habe sie ein grosses Interesse daran, dass das heute schon stark ausgelastete städtische Strassennetz nicht noch zusätzlich belastet werde. 

Darüber hinaus stelle der Spurausbau die Ziele der städtischen Energie- und Klimastrategie in Frage und sei nicht vereinbar mit der Klimastrategie 2050. Zu berücksichtigen sei auch die «enorme Flächenbeanspruchung» durch zusätzliche Fahrspuren. Diese führe zu mehr Bodenversiegelung und habe negative Auswirkungen auf Grundwasser und Landschaft. 

Gesamtheitliche Analyse gefordert 

Sollte mit der Einsprache kein Verzicht auf das Projekt erwirkt werden können, fordere die Stadt Bern dessen Sistierung und eine Überprüfung der Notwendigkeit. Laut Gemeinderat sollten dabei vor allem Möglichkeiten des Verkehrsmanagements wie etwa Sharing-Angebote, eine vermehrte Umlagerung auf den Schienenverkehr sowie der Trend zu Homeoffice berücksichtigt werden. 

Der Gemeinderat ist sich gemäss Mitteilung bewusst, dass die Mobilitätsnachfrage weiter ansteigt. «Die Stadt Bern soll auch künftig gut erreichbar bleiben», heisst es. Dies soll jedoch durch eine bessere Vernetzung der bestehenden Verkehrsmittel gewährleistet werden und nicht durch mehr Autobahnspuren. (mgt/pb)


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