14:07 BAUPROJEKTE

Sorge um Pariser Wahrzeichen: Rost setzt dem Eiffelturm zu

Teaserbild-Quelle: Unsplash / Alexis Minchella

Der Eiffelturm ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen Frankreichs. Ein Bericht eines französischen Magazins offenbart nun, dass das Bauwerk in einem schlechten Zustand ist. 

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Quelle: Unsplash / Alexis Minchella

Über dem Eiffelturm ziehen dunkle Wolken auf: Der Turm soll in einem desolaten Zustand sein und benötigt dringend eine Restaurierung, berichtet ein französisches Magazin.

Ein Bericht aus Frankreich gibt Anlass zur Sorge: Recherchen des französischen Magazins «Marianne» haben ergeben, dass der Eiffelturm in Paris angeblich in einem sehr schlechten Zustand ist. Seit mehreren Jahren soll das Denkmal der französischen Hauptstadt bereits heruntergekommen sein und die Instandhaltung zu wünschen übrig lassen. «Wir haben Notre-Dame brennen sehen, werden wir den Eiffelturm einzustürzen sehen?», fragt das Magazin darum plakativ.

Teurer, ineffizienter Anstrich

Dem Bericht zufolge warnen Experten bereits seit zwölf Jahren vor Wartungsmängeln und dem Ausmass der Beschädigungen.  Der Anstrich, welcher 2018 im Vorfeld der Olympischen Spiele 2024 angebracht wurde, sollte Abhilfe schaffen - entpuppte sich aber zum Fiasko. An manchen Stellen sei nur eine einfache Farbschicht auf die vorhandenen Schichten gestrichen worden, die dann abblättern, wird ein Experte zitiert. Der Anstrich sei nur ein «kosmetisches Lifting», das zwar gut für die Augen, aber nicht für die Stabilität des Turmes sei. 

Schliesslich habe sich der Anstrich lediglich als eine teure und ineffiziente Massnahme entpuppt. Auf rund 60 Millionen Euro sollen sich die Kosten belaufen. Es ist bereits der 20. Anstrich des Wahrzeichens. 

«Eiffel würde in Ohnmacht fallen»

Weitere Kritik hagelt es von vor Ort tätigen Bauarbeitern. «Würde Gustav Eiffel den Ort besuchen, würde er in Ohnmacht fallen», sagte ein Bauleiter gegenüber «Marianne». Eiffel, der als Bauingenieur am 1889 fertiggestellten Projekt arbeitete, soll schon damals gemahnt haben, dass man sich gut um das Bauwerk kümmern müsse. 

Ein Bild von Louis-Émile Durandelle: Es zeigt den Bau des Eiffelturms im Januar 1888. In dieser Aufnahme erreichte der Turm gerade seine erste Ebene.

Quelle: The J. Paul Getty Museum, Los Angeles

Der 330 Meter hohe Eiffelturm wurde zwischen 1887 und 1889 erbaut.

In seinem Buch «La tour de trois cents mètres» schrieb er, dass der Anstrich «das wesentliche Element für die Erhaltung eines Metallwerks» und die Pflege wichtig für die Erhaltung sei. «Das wichtigste ist, dem Auftreten von Rost entgegenzuwirken», so der Ingenieur. Zudem riet er dazu, den Turm alle sieben Jahre komplett zu streichen.

Rost nagt am Eisen wie «Termiten am Holz»

Dem Magazin «Marianne» zufolge hat sich der Rost mittlerweile aber schon so weit ausgebreitet, das der Turm komplett restauriert werden müsste. Gemäss dem Bericht der «Marianne» nagt er am Eisen gar wie «Termiten am Holz». 

Das Unternehmen, welches das Denkmal verwaltet, weigere sich jedoch, den Eiffelturm für einen längeren Zeitraum zu schliessen. Denn eine Schliessung würde massive finanzielle Verluste bedeuten. So wird das Bauwerk unweit der Sein jährlich von rund sieben Millionen Menschen besucht. Die Eintrittspreise reichen von 2,70 bis 26,80 Euro.

Eiffelturm, Detail

Quelle: Will Broomfild, unsplash

Bereits im Jahr 2016 gab es Berichte über Risse und Rost am Bauwerk des Eiffelturms.

Schon vor acht Jahren veröffentlichte «Marianne» einen Bericht über den Zustand des Eiffelturms. Darin hiess es bereits, dass neue Wartungsarbeiten entwickelt werden müssten. Im gleichen Jahr gab es einen Bericht über Risse und Rost am Bauwerk. Ein weiteres Gutachten aus dem Jahr 2016 legte 884 Mängel an den Tag. 68 davon stellten ein Risiko für die «Haltbarkeit» des Eiffelturms dar.

Trotzdem müssen sich die Pariser noch keine allzu grossen Sorgen um ihr Wahrzeichen machen, ein sehr guter Kenner der Stätte sorgte abschliessend nämlich für etwas Beruhigung. «Es besteht keine Gefahr, dass der Eiffelturm morgen früh einstürzen wird», sagte er gegenüber der «Marianne» und liess dennoch Raum für Spekulationen. «Aber es stimmt, dass es dem Turm gar nicht gut geht.» (kev)

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© James Sullivan, unsplash

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