15:11 BAUPROJEKTE

Rock Print Pavilion: Ein Bau von Roboter-Hand

Teaserbild-Quelle: Moana Miglio

Während den letzten Tagen stand ein aussergewöhnlicher kleiner Bau mitten in Winterthur: der «Rock Print Pavilion» von Gramazio Kohler Research der ETH Zürich. Gebaut hat ihn ein Roboter. Unsere Lernende Moana war vor Ort und hat einen Augenschein genommen.

Der Pavillon auf dem Kirchplatz vor dem Gewerbemuseum bestand aus 30 Tonnen losem Gestein und ungefähr 120 Kilometer gewöhnlicher Haushaltsschnur. Hinter dem «Rock Print Pavilion» steckte das Forschungsteam Gramazio Kohler Research der ETH Zürich. Es handelt sich dabei um einen Forschungsdemonstrator, der unter der Leitung der beiden PhD-Studierenden Gergana Rusenova und Petrus Aejmelaeus-Lindström entstanden ist.

Die erste Installation, die vom selben mobilen Roboter und nach demselben «Jamming»-Prinzip erstellt worden ist, präsentierte Gramazio Kohler Research an der Architekturbiennale 2015 in Chicago. Dort testete das damalige Forschungsteam die Struktur auf Stabilität.

Der Pavillon in Winterthur lässt sich ganz einfach wieder in einen Haufen Gestein umwandeln und die Schnur wieder aufrollen. Jedoch erscheint der Aufbau des Pavillons auf dem Kirchplatz einfacher als er in Wirklichkeit ist: Als erstes legt der Roboter eine Lage Schnur, dann eine Lage loses Gestein. Die Schnur hält das Gestein zusammen. So baut der Roboter Lage für Lage auf. Dies geschieht alles ohne einen speziellen Untergrund. Zudem braucht das Ganze keine Schalung wie zum Beispiel Beton. Der Pavillon wird nur durch die Schnur definiert. Nach der Fertigstellung der einzelnen Stützen werden oberhalb dieser Säulen tellerförmige Anker eigeschlagen, damit das 30 Tonnen schwere Stahldach angebracht werden kann. Manche dieser Stützen sind gekoppelt, dies hat gestalterische Gründe, dient aber gleichzeitig auch der Statik. Das Ganze Projekt soll die transformierende Kraft digitaler Bauprozesse demonstrieren.

So wird der Pavillon vom Roboter auf- und abgebaut:

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