Pistenverlängerungen am Flughafen Zürich liegen öffentlich auf
Die Plangenehmigungsgesuche für die geplanten Verlängerungen der Pisten 28 und 32 am Flughafen Zürich liegen öffentlich auf. Anders als ursprünglich geplant wird die Glatt im Rahmen des Projekts nun nicht eingedolt, sondern offen geführt.
Quelle: zvg / Flughafen Zürich AG
Visualisierung: Die Flughafen Zürich AG plant eine Verlängerung der Pisten 28 und 32.
Die Zürcher Stimmbevölkerung hat den Pistenverlängerungen im März 2024 zugestimmt. Die Pistenverlängerungen gehen auf eine Sicherheitsanalyse von 2012 zurück. Damals seien rund 30 Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheitsmargen identifiziert worden, heisst es in einer Mitteilung der Flughafen Zürich AG von Donnerstag. Die Verlängerung der Pisten 28 und 32 zählte zu den wichtigsten davon.
Mit den Ausbauten sollen die Sicherheitsmarge erhöht und gleichzeitig ein stabilerer Betrieb bei unterschiedlichen Wetterlagen und für alle Flugzeugtypen gewährleistet werden. Nun werden die Plangenehmigungsgesuche öffentlich aufgelegt. Die Dossiers umfassen die Detailplanung unter anderem der Pisten und Rollwege, der Umlegung der Glatt und der Kantonsstrasse sowie die Umweltauswirkungen.
Bis zu acht Jahre Bauzeit bei Piste 28
Die Verlängerung der Piste 32 findet überwiegend innerhalb des bestehenden Flughafenperimeters statt und erfordert laut Mitteilung «nur geringe bauliche Eingriffe». Der Ausbau der Piste 28 sei dagegen deutlich aufwändiger, da hier unter anderem grossflächige Aufschüttungen, die Umleitung der Glatt sowie Anpassungen an der landseitigen Strassen-, Velo-, Fussgänger- und Werkleitungsinfrastruktur nötig sind.
Entsprechend sind die Bauzeiten unterschiedlich: Während die Bauarbeiten für die Piste 32 auf rund zwei Jahre angesetzt sind, wird die Verlängerung der Piste 28 inklusive Vorarbeiten laut Flughafen rund sieben bis acht Jahre dauern. Der Baustart für die beiden Pistenverlängerungen ist frühestens für 2030 vorgesehen.
Quelle: zvg / Flughafen Zürich AG
Die Verlängerung der Piste 28 um 400 Meter nach Westen soll die Sicherheitsmargen bei Landungen sowie bei Startabbrüchen verbessern. Auf der um 280 Meter nach Norden verlängerten Piste 32 können künftig alle schweren Langstreckenflugzeuge starten.
Die Verlängerung der Piste 28 um 400 Meter nach Westen verbessert unter anderem die Verfügbarkeit des Ostkonzepts und trägt nach Angaben des Flughafens zur Reduktion von Abend- und Nachtlärm bei. Auf der um 280 Meter nach Norden verlängerten Piste 32 können künftig schwere Langstreckenflugzeuge direkt ab Dock E starten, was Pistenkreuzungen verhindern und die Pünktlichkeit verbessern soll.
Glatt wird offen geführt
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, muss die Glatt entgegen früherer Annahmen im Zuge der Pistenverlängerung 28 nun nicht eingedolt werden, sondern kann über die gesamte Länge offen geführt werden. Die Umlegung und Renaturierung verlängert den Flusslauf von rund 1 auf rund 1,4 Kilometer, der Gewässerraum wächst von 3,5 auf 9 Hektaren. Zusätzlich entstehen entlang des neuen Flusslaufes rund 4 Hektaren neue Riedwiesen.
Weil sich durch die Verlängerung der Piste 32 die Startschwelle für Langstreckenflugzeuge um 280 Meter nach Norden verschiebt, muss zudem der Sicherheitszonenplan angepasst werden. Die Projekte sind auf den Bauperimetern bereits ausgesteckt, an mehreren Stellen sind Informationstafeln aufgestellt. Die öffentliche Auflage dauert bis zum 30. Juni 2026. (mgt/pb)