19:04 BAUPROJEKTE

Neue Blüte für das Areal Rosental in Basel

Teaserbild-Quelle: Google Maps / Screenshot

Das Areal Rosental in der Nähe von Basels Badischem Bahnhof soll zum «lebendigen und attraktiven Wirtschaftsareal»entwickelt werden. Nun hat der Regierungsrat das weitere Vorgehen festgelegt.

Areal Rosental

Quelle: Google Maps / Screenshot

Verkehrsgünstig gelegen: das Areal Rosental in der Nähe des Badischen Bahnhofs.

Im 2016 hatte Basel das rund 47'000 Quadratmeter grosse Rosental-Areal für einen ungenannten Preis gekauft – mit dem Ziel, das Areal langfristig zu positionieren und im Interesse des Kantons und der Wirtschaft nachhaltig weiter zu entwickeln.

Geschehen soll dies, indem es stark verdichtet und stufenweise geöffnet wird. «Wertschöpfungsintensive Branchen» sollen lärmige Produktion ablösen, es sind Dienstleistungsangebote und Wohnungen vorgehsehen. Das ältesten Chemieareal Basels (siehe untenstehenden Kasten) soll so zum «integralen Stadtteil» werden. – Im 2016 hatte der Kanton das Potenzial für zusätzliche Bauten auf dem Areal auf 80‘000 Quadratmeter beziffert, 120‘000 Quadratmeter Bruttogeschossflächen sind bereits vorhanden.

Die Entwicklungsschritte sollen laut Kanton innerhalb der Leitplanken einer «gesamtheitlichen Betrachtung» stattfinden. Ein entsprechendes städtebauliches Leitbild ist dazu bereits in Arbeit, zudem soll diesen Sommer ein erster Bebauungsplan vorbereitet werden. Damit sich die Brache wandeln kann, müssen allerdings einige Gebäude rückgebaut werden. Diese Arbeiten, für die rund drei Jahre veranschlagt sind, werden den kommenden Wochen ausgeschrieben.

Einiges hat sich auf dem Areal schon getan: 2016 ist das Universitäre Zentrum für Zahnmedizin Basel (UZB) hier eingezogen, bis 2019 sollen dort seine drei bisherigen Standorte zusammengeführt werden. (mai/sda)

Basels ältestes Chemieareal

Das Rosental-Areal, benannt nach dem einstigen Landgut «zum Rosental», lag bei seiner Bebauung 1858 noch ausserhalb der Stadt. Es ist Basels ältestes Chemieareal: Hier wurden erstmals überhaupt Farben industriell hergestellt. Johann Rudolf Geigy errichtete auf dem Areal seine neue Farbholzmühle, die Extraktfabrik. Der Standort hatte den Vorteil, dass er in der Nähe des Badischen Bahnhofs lag. Der Bahnhof befand sich zwischen 1855 und 1862 auf dem heutigen Areal der Messe Basel und ist erst 1913 an seinen aktuellen Standort verlegt worden. Dreizehn Jahre nach dem Bau der Farbholzmühle waren 66 Arbeiter in der sogenannten «inneren Fabrik»beschäftigt, wo natürliche aber auch synthetische Anilinfarben hergestellt worden sind. Später vergrösserte man die Extraktfabrik und erweiterte das Fabrikgelände, Büroräumlichkeiten und Forschungsgebäude entstanden.

1960 wurde die Produktion auf dem Rosental-Areal eingestellt. In der Folge wichen die Betriebsgebäude Laborbauten und zehn Jahre später fusionierte die J.R. Geigy AG mit der Ciba zur Ciba-Geigy AG. 1980 wurde das ursprüngliche Mahl- und Mischgebäude abgebrochen. Aus der Ciba-Geigy AG und Sandoz entstand 1996 Novartis, aus der vier Jahre danach die Syngenta mit Hauptsitz Rosental hervorging. 2007 verkaufte der Konzern einen Grossteil des Areals an einen privaten Investor mit Sitz in Gibraltar und behielt lediglich seinen Sitz, an dem rund 1200 Angestellte aus etwa 50 Nationen arbeiten. (pd/mai)

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