Implenia zieht Aufträge im Brücken- und Tunnelbau an Land
Implenia hat bei neuen Aufträgen zum Bau von drei Brücken und einem Tunnel den Zuschlag erhalten. Das Auftragsvolumen aus dem Brücken- und Tunnelbereicht beläuft sich für den Baukonzern auf insgesamt rund 350 Millionen Euro.
Realisiert werden die Projekte in Deutschland und Norwegen. Eines der Bauvorhaben betrifft den Neubau der Peenebrücke «Wolgast». Diese führt über den Peenestrom und verbindet die Insel Usedom mit dem Festland. Errichtet werden soll eine Zügelgurtbrücke. Das Bauwerk hat eine Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern, einschliesslich der Vorlandbrücke Wolgast sowie der Brücke über die Sauziner Bucht. Mit einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Wasser und 70 Meter hohen Pylonen zählt sie zu den grössten Brücken ihrer Art in Europa. Bisher war die Region lediglich über Klappbrücken erschlossen.
Quelle: strassen-mv.de
Das Bauwerk hat eine Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern, einschliesslich der Vorlandbrücke Wolgast sowie der Brücke über die Sauziner Bucht.
Die Arbeiten starteten im Dezember 2025 und sollen im Februar 2030 abgeschlossen werden. Umgesetzt wird der Bau von einer Arbeitsgemeinschaft unter der Führung von Implenia mit den Partnern DSD Brückenbau GmbH, Victor Buyck Steel Construction N.V. und Stahl Technologie Niesky GmbH.
Ersatzneubau Mainbrücke «Marktbreit» der Autobahn A7
Als technischer Federführer bildet die Implenia mit er Plauen Stahl Technologie eine weitere Arbeitsgemeinschaft mit je einem hälftigen Anteil für den Abbruch sowie den Ersatzneubau der Mainbrücke «Marktbreit». Der Neubau auf einem Abschnitt der Autobahn A7 ist ausgerichtet auf das zunehmende Verkehrsaufkommen, insbesondere im Güter- und Schwerlastverkehr, wie es in der Mitteilung der Implenia heisst.
Quelle: Autobahn GmbH des Bundes/Hajo Dietz
Die neue Mainbrücke hat eine Gesamtlänge von rund 925 und einer Breite von 31 Metern. Der Bau der neuen Brücke wird bei laufendem Verkehr durchgeführt.
Ausgeführt wird die neue Mainbrücke mit einer Gesamtlänge von rund 925 und einer Breite von 31 Metern als Stahlverbund-Hohlkasten im Taktschiebeverfahren. Der Bau wird bei laufendem Verkehr durchgeführt. Baustart war im Herbst 2025, die Arbeiten werden voraussichtlich bis 2033 dauern.
Neubau Autobahn-Brücke «Lagen» in Norwegen
Implenia wurde von AF Gruppen mit dem Bau der Lagen-Brücke, einem Abschnitt der neuen Autobahn E6 Roterud–Storhove beauftragt. Mit einer Länge von 552 Metern wird die Brücke den Fluss Lagen nördlich von Lillehammer überspannen. Sie ist als vierspurige Betonhohlkastenträgerbrücke konzipiert und 20 Meter breit. Verankert ist sie auf zehn Pfeiler bei Spannweiten bis zu 61 Metern. Im sensiblen Lagen-Delta gelegen, stellt das Projekt sowohl technisch als auch ökologisch hohe Anforderungen. Um die Umweltbelastung zu minimieren, werden die Brückensegmente nach dem Taktschiebeverfahren an Land vorgefertigt und dann in Position geschoben. Zudem gelten strenge Auflagen zum Schutz von Brutvögeln, Laichgebieten und der Artenvielfalt im Delta. Baubeginn war im Oktober 2025. Das Auftragsvolumen beim Brückenbereich beträgt für Implenia gesamthaft über 300 Millionen Euro.
Quelle: Nye Veier
Mit einer Länge von 552 Metern wird die Brücke den Fluss Lagen nördlich von Lillehammer überspannen.
Neuer Autobahntunnel in Frankfurt am Main
Für den Neubau des Riederwaldtunnels in Frankfurt am Main hat die Autobahn GmbH des Bundes der Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus den Partnern Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, Bickhardt Bau SE und Implenia, den Auftrag erteilt. Der Tunnel unter dem Stadtteil Riederwald ist rund 1,1 Kilometer lang und schliesst im Osten Frankfurts die Lücke zwischen zwei wichtigen Autobahnabschnitten. Erstellt wird er im Schutze einer wasserundurchlässigen Baugrubenumschliessung in offener Bauweise. Das Tunnelbauwerk besteht aus einem geschlossenen Stahlbetonrahmen mit versetzten Tunnelportalen je Fahrtrichtung. Zwischen Baugrubenverbau und Bauwerk sowie unterhalb der Bauwerkssohle wird ein Filter eingebaut, der nach Fertigstellung des Tunnels eine Grundwasserströmung ermöglicht. Die Arbeiten haben 2025 begonnen und werden voraussichtlich rund drei Jahre dauern.
Die Projekte entsprechen dem strategischen Fokus der Implenia-Gruppe auf grosse und anspruchsvolle Projekte sowie der Spezialisierung auf Infrastrukturbauten für Mobilität und Energieversorgung. Implenia nimmt in den europäischen Märkten beim Tunnelbau eine führende Stellung ein. Auch beim Brückenbau gehört der Konzern zu den Mitstreitern der vorderen Ränge. Beim Brückenbau handelt es sich um jenes Geschäftsfeld, in dem viele Aufträge für Sanierungen oder Neubauten vergeben werden. Das von der deutschen Bundesregierung aufgelegt Infrastrukturprogramm umfasst rund 500 Milliarden Euro. (mgt/sts)