Holzbau: Eine Laube für die Salteaux in Saskatchewan
Eine luftig-lichte Holzkonstruktion, unter welcher der Wind zu spüren ist, und auf deren Grund Gräser gedeihen können: Der «Muscowpetung Powwow Arbour» dient einer First Nations-Gemeinschaft im Süden Kanadas und wurde mehrfach mit Architekturpreisen geehrt.
Quelle: Lindsay Reid
Für die Umgebung des Muscowpetung Powwow Arbour wurde Agrarland renaturiert und damit wieder zur Prärielandschaft.
Im Süden von Saskatchewan, umgeben von über sechs Hektaren renaturierter Prärielandschaft, scheint der luftige Bau schon immer hier gestanden zu haben. Dennoch ist der «Muscowpetung Powwow Arbour» erst seit rund drei Jahren in Betrieb: Die laubenartige Konstruktion dient den Salteaux der Muscowpetung-Gemeinschaft als Ort für Versammlungen und Feierlichkeiten. Die Salteaux gehören zu den First Nations und sind neben anderen Gebieten auch in dieser Region zu Hause. Insgesamt erstreckt sich der Bau über eine Fläche von 1275 Quadratmetern, famit bietet er bis zu 2500 Zuschauern und 1000 Tänzern Platz.
Sein markantestes Detail: Das kegelförmige Dach, das, lediglich getragen von einigen Stützen, zu schweben scheint. In seiner Mitte sorgt ein Oculus für ausreichend Licht im Innern und dass die auf dem Grund wachsenden Gräser genug Sonnenstrahlen abbekommen, damit sie gedeihen und damit sich Architektur und Landschaft miteinander verbinden können.
Quelle: Lindsay Reid
Das Innere bei einem Powwow-Anlass.
Das von traditionellen Hütten inspirierte Design verdankt der Pavillon Oxbow Architecture aus Saskatoon, der grössten Stadt Saskatchewans, sowie Richard Kroeker von der Dalhousie University. Sie entwickelten das Projekt in Abstimmung mit Jeff Cappo, einem Vertreter der lokalen Salteaux-Bevölkerung. Diese in das Projekt miteinzubinden, war laut den Architekten nicht nur entscheidend bei der Ausgestaltung der Funktion und Grösse des Baus sondern auch bei der Entwicklung des einheitlichen Gestaltungskonzepts, das Tragwerksplanung und Architektur gleichermassen umfasst. – Oxbow setzte auch schon bei vergangenen Projekten auf die Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften, wobei überliefertes Wissen und nachhaltiges Design im Vordergrund stehen.
Ein Seilsystem, wie die gespannte Sehne eines Pfeilbogens
Lokal gewonnenes Holz war das Material der Wahl. Und bei der Konstruktion entschieden sich die Architekten für «ein Seilsystem, dessen Funktionsweise der gespannten Sehne eines Pfeilbogens und den Spannelementen von Trommelfellen ähnelt». Mit seinen überspannenden Bauteilen verhindert es laut den Architekten Biegemomente. Zudem ist die an eine Laube erinnernde Konstruktion so angelegt, dass von der Bevölkerung vpr Ort selber aufgebaut werden konnte.
Mittlerweile
ist der Pavillon mit mehreren Preisen geehrt worden; unter anderem mit
einem Holcim Award der gleichnamigen Stiftung in der Kategorie
«nachhaltige Bauweise». Kürzlich erhielt er die «Governor General’s
Medal in Architecture» und in den «Architizer A+»-Award. (mai)
Quelle: Lindsay Reid
Tänzer bei einem Powwow.
Quelle: Lindsay Reid
Innenansicht der Laube, durch das Oculus fällt Sonnenlicht herein.
Quelle: Lindsay Reid
Das Innere des Pavillons, bei Dämmerung.
Quelle: Lindsay Reid
Konstruktionsdetail bzw. Verbindung. (Seilsystem)
Quelle: Oxbow Architecture
Konstruktionsdetails.
Quelle: Oxbow Architecture
Grundriss und RCP
Quelle: Lindsay Reid
Innenraum des Pavillons.
Quelle: Lindsay Reid
Außenansicht des Pavillons, mit Sichtschutz an den Tribünen.
Quelle: Lindsay Reid
Blick von Aussen in den Pavillon, mit Sitztribünen und Sichtschutzelementen.
Quelle: Oxbow Architecture
Muscowpetung Powwow Arbour (Schnitte)
Quelle: Lindsay Reid
Mystische Ansicht: Der Muscowpetung Powwow Arbour unter dem Nordlicht.
Quelle: Oxbow Architecture
Lageplan.