08:08 BAUPROJEKTE

Grundstein für Museums- und Staatsarchiv-Neubau in Basel gelegt

Teaserbild-Quelle: derek li wan po

Am Montag ist in der 19 Meter tiefen Baugrube der Grundstein für den Neubau des Naturhistorischen Museums Basel und des Staatsarchivs des Kantons gesetzt worden. 2027/2028 werden die beiden Institutionen gestaffelt ihre neuen Sitze eröffnen. 

Baustelle Neubau Museum- und Staatsarchiv Basel Kannenfeldplatz

Quelle: derek li wan po

Blick auf die Baustelle für den Neubau des Naturhistorischen Museums und das Staatsarchiv.

Es ist ein Bau, der mehrere Superlative vereinigt, wie es an der Grundsteinlegung hiess. Es handelt sich um das grösste Bauvorhaben des Kantons, wie Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller (GLP) sagte. Und mit 214 Millionen Franken wohl auch eines der teuersten. 

Regierungspräsident Beat Jans erwähnte die Riesenmengen an Objekten und Dokumenten, die nach der Fertigstellung des Baus gezügelt werden. Beim Museum werden es rund 11,8 Millionen Objekte aus Zoologie, Geologie und Paläontologie sein, beim Staatsarchiv gut 20 Laufkilometer an Akten zur Basler Geschichte. Heute befinden sich beide Institutionen in sanierungsbedürftigen Liegenschaften. 

Tiefster Punkt der Baustelle

Damit dies alles in einer guten Art und Weise Platz finden wird – das Museum will seine Sammlungsbestände zum Teil in Schaulagern präsentieren –, musste entlang der Bahngleisanlagen beim Bahnhof St. Johann ganz schön tief gegraben werden. 19 Meter tief ist die gut 170 Meter lange und 30 Meter breite Baugrube derzeit. 

Nach dem Abtransport von 90‘000 Kubikmetern Aushubmaterial war der tiefste Punkt der Baustelle erreicht. Es dauerte ein Jahr, bis man unten war, wie Daniel Niggli von den EM2N Architekten Zürich sagte. Das Architekturbüro hatte 2015 einen Wettbewerb für das Projekt gewonnen. Und es wird fast ein Jahr dauern, bis der Neubau wieder das Erdgeschoss-Niveau erreichen wird. 

Grundsteinlegung Neubau Museum- und Staatsarchiv Basel-Stadt

Quelle: zvg Basel-Stadt

Die Grundsteinlegung (v.l.n.r): Regierungspräsident Beat Jans, Vorsteher Präsidialdepartement; David Alder, Co-Direktor Naturhistorisches Museum Basel; Regierungsrätin Esther Keller, Vorsteherin Bau- und Verkehrsdepartement; Esther Baur, Staatsarchivarin; Daniel Niggli, EM2N Architekten; Basil Thüring, Co-Direktor Naturhistorisches Museum Basel.

Baugrube wird geflutet 

Bis das soweit sein wird, passiert Ungewöhnliches in der Baugrube, die als dichte Betonwanne eigentlich das Grundwasser abwehren muss. Um zwischenzeitlich dem Druck des Grundwassers widerstehen zu können, werde die Grube erst einmal bis zu einer Höhe von vier Metern geflutet, hiess es. Erst wenn das ganze Gebilde durch den Einzug der Zwischendecken genügend Gewicht erhalten werde, könne das Wasser wieder abgepumpt werden. 

Die Bauarbeiten für das Neubauprojekt liegen nach Angaben der Verantwortlichen im Zeitplan. Mitte 2024 werde die Aufrichte des fünfgeschossigen Baus entlang der Entenweidstrasse mit seinem 41 Meter hohen Turm am Vogesenplatz gefeiert. Ab 2025 soll dann der Innenausbau und Einbau der gebäudetechnischen Anlagen erfolgen. 

Bis 2026 soll der Neubau den neuen Nutzern übergeben werden. Diese werden für den Einzug unterschiedlich viel Zeit benötigen. 2027 ist die Eröffnung der Staatsarchive vorgesehen, 2028 soll das Naturhistorische Museum seine Tore öffnen. Während der Einrichtungs- und Umzugsphase bleiben die Institutionen an ihren alten Standorten bis auf wenige Monate geöffnet.  (sda/mgt/pb)

Baustelle Neubau Museum- und Staatsarchiv Basel Vogesenplatz

Quelle: derek li wan po

19 Meter tief ist die gut 170 Meter lange und 30 Meter breite Baugrube derzeit.

Längsschnitt Neubau Museum- und Staatsarchiv Basel-Stadt

Quelle: EM2N

Längsschnitt des Neubaus für das Naturhistorische Museum Basel und das Staatsarchiv.

Visualisierung Neubau Naturhistorisches Museum Staatsarchiv Basel

Quelle: EM2N & Filippo Bolognese

Visualisierung des Neubaus: Blick auf den Eingangsbereich.

Visualisierung Neubau Naturhistorisches Museum Staatsarchiv Basel

Quelle: EM2N & Filippo Bolognese

Die Fassade aus roh verarbeitetem Sichtmauerwerk soll mit mehr als 60 eingebauten Nistplätzen diversen Vogelarten ein neues Zuhause bieten.


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