Glarus Süd soll mehr Geld für Entwässerungsstollen erhalten
Die Glarner Regierung will die Gemeinde Glarus Süd sowie die Entwässerungskorporation Braunwald beim Bau des Entwässerungsstollens stärker unterstützen. Konkret sollen rund 2,7 Millionen zusätzliche Gelder fliessen. Das Geld kommt vom Bund.
Quelle: Entwässerungskorporation Braunwald / Samuel Trümpy
Bauarbeiten für den Entwässerungsstollen Braunwald, der den Schutz für Menschen und Infrastruktur erhöhen soll.
Die Gesamtkosten für den Entwässerungsstollen Braunwald belaufen sich gemäss einer Mitteilung des Kantons Glarus vom Montag voraussichtlich auf rund 45,9 Millionen Franken. Der Bund hat die beitragsberechtigten Kosten im November 2025 von 45 auf 65 Prozent erhöht und dem Schutzprojekt einen zusätzlichen Beitrag im Umfang von 9,1 Millionen Franken gewährt.
Der Glarner Regierungsrat spricht sich nun dafür aus, diese zusätzlichen Mittel zwischen dem Kanton, der Entwässerungskorporation Braunwald als Bauherrschaft und der Gemeinde Glarus Süd aufzuteilen. Die vorgeschlagene Verteilung orientiert sich gemäss Mitteilung an den bestehenden Kostenanteilen – 70 Prozent Kanton, je 15 Prozent die Entwässerungskorporation und die Gemeinde.
Die Entwässerungskorporation und die Gemeinde würden dadurch zusammen um rund 2,7 Millionen Franken entlastet und ihre verbleibenden Kosten von bisher rund acht Millionen auf rund 5,2 Millionen Franken sinken. Der bisher bewilligte Kantonsbeitrag deckt einschliesslich der Bundesmittel 80 Prozent der beitragsberechtigten Kosten. Mit der geplanten Weitergabe wird dieser Anteil überschritten. Für die Entlastung ist deshalb ein Beschluss der Landsgemeinde nötig.
Grösstes Naturgefahren-Schutzprojekt des Kantons
Der Entwässerungsstollen Braunwald ist das grösste Naturgefahren-Schutzprojekt des Kantons Glarus. Es soll bis 2030 fertiggestellt sein. Der Stollen soll die dauerhaft rutschende Erdmasse im Bereich und unterhalb des Dorfes stabilisieren. Kern des Projekts ist ein rund 900 Meter langer Stollen im stabilen Felsen, ergänzt durch einen Seitenstollen und rund 90 Drainagebohrungen.
Diese fassen Wasser aus dem Rutschgebiet und leiten es in den Stollen ab. Dadurch sinkt der Wasserdruck im Untergrund, das Erdreich gewinnt an Festigkeit und die Hangbewegung wird verlangsamt. Langfristig sollen so Menschen, Gebäude und wichtige Infrastrukturen in Braunwald sowie im Tal besser geschützt werden. (sda/pb/mgt)