Dritte Rhonekorrektion: Mehr Platz für die Rhone für mehr Hochwasserschutz
Um das Chablais am oberen Genfersee besser vor den Rhonehochwassern zu schützen, soll das Flussbett zwischen den Waadtländer Gemeinden Bex und Yvorne verbreitert werden. Konkret geht es dabei um Schutzmassnahmen im Waadtland und im Wallis auf einer Länge von 14 Kilometern.
Wie der Kanton Wallis heute mitteilte, wird das 368 Millionen Franken schwere Grossprojekt nun öffentlich aufgelegt, vom 3. Oktober bis 2. November. Damit hat eines der grössten Projekte der dritten Rhonekorrektion eine entscheidende Etappe erreicht. Künftig soll die Rhone im Schnitt 90 statt 60 Meter breit sein. Zudem will lman bestehende Schutzbauten verstärken und neue Dämme errichten, wie heute an einer Medienkonferenz von den beiden Kantonen zu erfahren war. Das Projekt gilt als die grösste bikantonale prioritäre Massnahme der dritten Rhonekorrektion. - Neben Bex und Yvorne sind im Kanton Waadt auch die Gemeinden Ollon und Aigle betroffen, im Wallis tangiert das Projekt Massongex, Monthey, Collombey-Muraz und Vouvry .
Ohne Schutzmassnahmen Schäden von rund 2,2 Mrd. Franken
Mit den Arbeiten soll die Rhoneebene auch bei einem extremen Hochwasser geschützt werden. Denn ohne zusätzliche Schutzmassnahmen könnten solche Überschwemmungen in der Region laut den Kantonen Schäden von rund 2,2 Milliarden Franken verursachen. Der Bund übernimmt 47 bis 57 Prozent der Kosten. Die Kantone Wallis und Waadt tragen je 20 bis 25 Prozent, die betroffenen Gemeinden zwei bis drei Prozent.
Allerdings dürfte es bis zum Baubeginn noch mindestens fünf Jahre dauern: Diese Zeit ist für Einsprachen, Bewilligungsverfahren und die Vorbereitung der Arbeiten vorgesehen. Für die Bauarbeiten rechnen die Kantone mit rund zehn Jahren. Abgeschlossen sein soll das Projekt dann zwischen 2040 und 2045.
Neue Lebensräume für Mensch und Natur an der Rhone
Von der Verbreiterung soll auch die Natur profitieren. Die Rhone erhält mehr Raum, wodurch neue Auen und Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen sollen. Die Dämme werden naturnaher gestaltet und die Uferwälder verstärkt. Gleichzeitig sollen die Flussufer für die Bevölkerung attraktiver und besser nutzbar werden. Die Kantone bezeichnen das Vorhaben als Kernstück der dritten Rhonekorrektion im Chablais. (mai/sda)
Weiterführende Informationen und Hintergründe zur dritten Rhonekorrektion: https://www.bafu.admin.ch/de/rhonekorrektion