13:08 BAUPROJEKTE

Diese Bauprojekte beschäftigen die Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri

Geschrieben von: Silva Maier (mai)
Teaserbild-Quelle: Herzog & de Meuron

In Nidwalden soll Stans vom Verkehr entlastet werden, in Obwalden will man mit Herzog & de Meuron Touristen auf den Titlis locken und in Uri ist ein Laufwasserkraftwerk geplant, das dereinst 32 Gigswatt Strom pro Jahr liefern soll. Mehr zur Bauregion Zentralschweiz auch im Baublatt vom nächsten Freitag.

Bergstation auf dem Titlis, Visualisierung

Quelle: Herzog & de Meuron

Die Bergstation schiebt sich wie ein riesiger Kristall über den Fels.

Projekt «Titlis 3020»: Starchitektur für die Bergbahn

Engelberg / OW – Letzten Endes sei der Titlis die «Cashcow» für die Region Engelberg, sagte Titlis-CEO Norbert Patt letztes Jahr anlässlich eines Branchentalks zum Thema Tourismus, den «schweizeraktien.net» organisiert hatte. Darum soll der Berg – trotz wegen der Coronapandemie zum Teil ausgeblie-bener Touristen – seinen Besuchern künftig mehr bieten. Und so wird denn auch am rund 100 Millionen Franken schweren Projekt «Titlis 3020» festgehalten: Der Richtstrahlturm soll zum Aussichtsturm mit Bar und Restaurant umgenutzt werden, daneben ist eine Bergstation geplant, die sich wie ein riesiger, umgekippter Kristall auf dem Fels liegt. Nach ihrer Inbetriebnahme dürften Turm und Station auch Architektur-interessierte in die Höhe locken, schliesslich stammt die Architektur von Herzgog und de Meuron.

Der Titlis braucht neue Attraktionen, denn der Titlisgletscher wird zunehmend kleiner. «Wir gehen davon aus, dass der Gletscher in den nächsten ungefähr 20 Jahren verschwindet», so Marketingleiter Urs Egli im Juli auf Anfrage der Luzerner Zeitung. Der Gletscher sei nur eine Komponente des Produkts. Bezüglich Skibetrieb ist er zuversichtlich. «Schnee werden wir im Winter noch lange haben.»

www.titlis.ch/de/projekt-3020/3020

Weitere Bauprojekte im Kanton Obwalden


Visualisierung Sanierung und Erweiterung Psychiatrie Sarnen

Quelle: PD

Visualisierung: Sanierung und Erweiterung der Psychiatrie in Sarnen.

Psychiatrie Sarnen: Referendum verzögert Neubau

Sarnen / OW – Das rund 160 Jahre alte denkmalgeschützte Psychiatrie-Gebäude soll saniert und erweitert werden. Im März ist der entsprechende Kredit von 20,5 Millionen Franken vom Kantonsrat genehmigt worden. Allerdings hatten die Baukosten für Diskussionen gesorgt, weil man ursprünglich von 15,2 Millionen Franken ausgegangen war und sich der Betrag erhöht hatte. Unter anderem wegen der Statik und der Haustechnik, aber auch wegen des Denkmalschutzes.

Schliesslich ergriff die SVP, die aus Kostengründen einen Neubau vorgezogen hätte und den Bau aus dem Denkmalschutzinventar entlassen wollte, das Referendum. Somit liegt der Ball nun beim Stimmvolk: Es befindet am 25. September über das Projekt. Der Urnengang dürfte für eine Verzögerung von mindestens einem Jahr nach sich ziehen.

www.lups.ch/ueber-uns/bauprojekte

Weitere Bauprojekte im Kanton Obwalden


Autobahn Ausfahrt Stans Nord

Quelle: Google Maps

Geplant ist eine 1 Kilometer lange schnelle Verbindung zwischen der Autobahnausfahrt Stans-Nord (im Bild) und Ennetmoos. Sie führt von der Rotzlochstrasse auf Höhe Gerbibrücke dem Zentralbahn-Trassee entlang zur Ennetmooserstrasse im Gebiet Fuhr, wobei die beiden Anschlussknoten als Kreisel ausgeführt werden.

Umfahrung Stans: Weniger Verkehr im Dorf

Stans / NW – Künftig soll eine Umfahrungsstrasse Stans vom Verkehr entlasten. Konkret geht es um eine rund einen Kilometer lange Strecke zwischen der Autobahnausfahrt Stans-Nord und Ennetmoos. Sie führt von der Rotzlochstrasse auf Höhe Gerbibrücke dem Zentralbahn-Trassee entlang bis zur Ennetmooserstrasse im Gebiet Fuhr. Die beiden Anschlussknoten sind als Kreisel geplant, ausserdem ist parallel zur Strassenfahrbahn ein Velo- und Gehweg vorgesehen. Insgesamt werden für die Strasse 14 000 Quadratmeter Landwirtschaftsland verbaut.

Die Idee einer Umfahrung gibt es seit rund 40 Jahren. Zuletzt hat der Landrat bei der Regierung Ende 2020 Druck gemacht, das Projekt «Stans West» umzusetzen: Im Juni hat der Landrat dem Objektkredit von 18,8 Millionen Franken schliesslich zugestimmt. Nun braucht es noch grünes Licht vom Stimmvolk. Dieses entscheidet voraussichtlich diesen November über das Bauvorhaben.

www.nw.ch/ktstrassendienste/5110/5110

Weitere Bauprojekte im Kanton Nidwalden


Skigebiet bei Andermatt

Quelle: Valenting Luthiger

Mit verschiedenen Massnahmen soll «das Gästeerlebnis» verbessert werden.

Andermatt-Sedrun: 149 Millionen für ein besseres Gästeerlebnis und Infrastruktur

Andermatt / UR – In die Destination Andermatt-Sedrun will die US-Skigebietbetreiberin Vail Resorts 149 Millionen Franken investieren. Dies hatten die Andermatt Swiss Alps (ASA) und die US-Skigebietbetreiberin Vail Resorts mit dem Abschluss der Übernahme des Skigebiets Andermatt durch Vail Resorts bestätigt, wie die an der ASA beteiligte Orascom Development Holding in diesen Tagen mitgeteilt hat.

Von den 149 Millionen Franken von Vail Resorts gehen 110 Millionen an die Andermatt-Sedrun Sport AG: Damit soll «das Gästeerlebnis» verbessert werden, etwa was Lifte, Beschneiungsanlagen, Gastronomie, Freizeitangebote und Berginfrastruktur anbelangt. Die übrigen 39 Millionen Franken will ASA – zusätzlich zu den bereits vorgesehenen 350 Millionen – für die weitere Entwicklung ihres Kerngeschäfts im Bereich Hotels, Infrastruktur und den Ausbau von Andermatt Reuss während der kommenden drei bis fünf Jahre ausgeben.

www.andermatt-swissalps.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Uri


Kraftwerk Wassen im Meiental

Quelle: CKW

Die Zentrale des Kraftwerks Meiental wird angrenzend an bestehende Infrastruktur des Kraftwerks Wassen gebaut.

Laufwasserkraftwerk im Meiental: 32 Gigawatt Strom pro Jahr

Wassen / UR – Die CKW AG will im Meiental in der Gemeinde Wassen ein Laufwasserkraftwerk bauen, das jährlich 32 Giga-wattstunden Strom produzieren soll. Das Energieunternehmen hat deswegen 2018 ein Gesuch zur Erneuerung der Konzession von 1944 für die Nutzung der Meienreuss gestellt. Allerdings erhoben WWF und Pro Natura Einsprache. Dies, weil die Meienreuss «eine Gewässerperle» und ein weiteres Kraftwerk nicht nötig sei. Die Verbände schlugen vor, stattdessen den Staudamm des Göscheneralpsees zu erhöhen. Der Urner Regierungsrat lehnte die Einsprachen gegen das neue Kraftwerk anfangs Juli ab. Ob das Projekt realisiert werden kann, wird sich dennoch erst weisen. Der Entscheid kann an das Urner Obergericht weitergezogen werden.

Wie die CKW AG schreibt, ist das 37 Millionen Franken schwere Projekt wegen der grossen Produktionsmenge von schweizweiter Bedeutung. Das nationale öffentliche Interesse an einer sicheren Stromproduktion gehe somit regionalen Schutzinteressen vor. «Weiter ist es für den Kanton Uri ohne dieses Kraftwerk nicht möglich, sein gesetztes Ausbauziel der eigenen Energieproduktion von 150 Gigawatt realisieren zu können.»

www.ckw.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Uri


Blick auf den Bahnhof Göschenen

Quelle: Adrian Michael, eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Blick auf den Bahnhof Göschenen.

Fernwärmenetz Göschenen: Strom für Bahnhof und Unterdorf

Göschenen / UR – Die SBB wollen das Bahnhofsgebäude von Göschenen in den nächsten Jahren umfassend sanieren. Im Zuge dieser Arbeiten soll auch die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energieträger umgestellt und ans Fernwärmenetz von Göschenen angeschlossen werden. Im Unterdorf, das auch noch nicht mit dem Netz verbunden ist, besteht ebenfalls ein Interesse an einem Anschluss. Um dies zu ermöglichen, braucht es eine rund 100 Meter lange Anschlussleitung. Dieses Frühjahr erteilten die Göschener Stimmberechtigten der Erweiterung des Fernwärmenetzes respektive dem entsprechenden Kredit von 575 000 Franken grünes Licht.

In Göschenen ist in nächster Zeit einiges vorgesehen: Der Bahnhof soll zur Verkehrsdrehscheibe ausgebaut werden, um Andermatt besser an den öffentlichen Verkehr anzubinden. Teil dieser Pläne ist auch eine neue Seilbahn, die vom Bahnhof auf den Gütsch oberhalb von Andermatt führt. Ein Parkhaus ist ebenfalls geplant. Die Luzerner Zeitung berichtete im Juli vergangenen Jahres von geschätzten Investi-tionen in die neue Verkehrsdrehscheibe zwischen 100 und 200 Millionen Franken.

https://ew-goeschenen.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Uri


Geschrieben von

Chefredaktorin Baublatt

Ihre Spezialgebiete sind Architekturprojekte, Kultur- und Wissenschaftsthemen sowie alles Schräge, was im weitesten Sinn mit Bauen zu tun hat.

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