13:09 BAUPROJEKTE

Bauen in den Alpen: Constructive-Alps-Preis geht zwei Mal in die Schweiz

Teaserbild-Quelle: Architekturbüro Rainer Schmid / zvg Constructive Alps

Gleich zwei Projekte aus der Schweiz sind mit einem Constructive-Alps-Preis geehrt worden. Mit der Auszeichung werden Bauten geehrt, die natürliche Ressourcen und die Bautraditionen des Alpenraums besonders berücksichtigen.

Das alte Schulhaus im sanktgallischen Azmoos ist vor rund zwei Jahren ersetzt worden: mit einem grosszügigen Holzbau aus aus der Feder Felgendreher Olfs Köchling Architekten GmbH. Das Berliner Büro hat für die rund 200 Kinder, die hier zu Schule gehen, eine helle und offene Lernlandschaft entworfen, die die verschiedenen  Klassenräume miteinander verbindet.

In diesen Tagen wurde der kleine Komplex, dessen Elemente an Landwirtschaftsgebäude erinnern, mit der alljährlich von der Schweiz und vom Fürstentum Liechtenstein verliehenen Constructive-Alps-Auszeichnung geehrt. Das Schulhaus hat den ersten Preis erhalten.

Holzbau in Bellinzona und in Saint-Baldolph

Daneben wurden drei weitere Bauten prämiert, mit der Wohnüberbauung Ghiringhelli in Bellinzona von Oxid Architektur (vormals Burkhalter Sumi Architekten) ist ein zusätzliches Projekt aus der Schweiz mit dabei. Mit seinen zu Veranden aufgewerteten Laubengängen lehnt sich der Holzbau an lokale Architekturtraditionen an. Zufällige Begegnungen und der Austausch mit den Nachbarn würden durch die Typologie explizit gefördert, heisst es auf der Constructive-Alps-Website über das Projekt. Zum Hof hin entstehe so eine starke und identitätsstiftende Nachbarschaft „mitten im undefinierten ‚urban sprawl‘ zwischen Bellinzona und Giubiasco“.

Allerdings muss sich die Überbauung den zweiten Platz mit dem Firmenhauptsitz des Heizungsspezialisten „ÖkoFEN“ France im französischen Saint-Baldolph teilen.  Auch bei diesem Projekte setzten die Architekten – das französische Atelier 17 Architectes – auf Holz als Baumaterial sowohl für die Tragkonstruktion als auch für die Fassade. Lob fand der Bau bei der Jury unter anderem, weil er als Bindeglied zwischen einem Feuchtgebiet und dem Ende des Gewerbegebiets „einen baumbestandenen Innenhof, Atemzüge und Ausblicke, die die Arbeitswelt mit der Landschaft in Einklang bringen“ bietet.

Berggasthaus im Karwendelgebirge

Der dritte Preis ging an die Falkenhütte in Hinterriss im österreichischen Karwendelgebirge, das Berggasthaus ist vor rund zwei Jahren generalsaniert und ausgebaut worden. Das Münchner Architekturbüro Rainer Schmid hat dazu die Bauten aus den 1920er- und den 1960er-Jahren erhalten, die zusätzlichen neuen Bereiche stimmte es darauf ab. Wie es auf der Constructiv-Alps-Website heisst, habe man die Chance genutzt, eine historisch, künstlerisch und kulturell bedeutende und gleichzeitig eine der höchsten Schutzhütten des Alpenvereins im Karwendelgebirge in seiner ursprünglichen Gestaltung herauszuarbeiten und wieder präsentieren zu können. (mai)

Constructive Alps

Liechtenstein und die Schweiz vergeben gemeinsam den „Internationalen Preis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen – Constructive Alps“. Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) stellt dabei die Schweizer Vertretung. Die Universität Liechtenstein hilft der Jury bei der Prüfung der Objekte und die internationale Alpenschutzkommission (CIPRA) unterstützt den Wettbewerb organisatorisch.

Die Ausstellung zur sechsten Ausgabe des Wettbewerbs „Constructive Alps 2022 – Nachhaltige Architektur von Ljubljana bis Nizza“ hat das Alpine Museum der Schweiz für den Aussenraum konzipiert. Sie wird zuerst auf dem Peter-Kaiser-Platz in Vaduz gezeigt. Im Frühling kommenden Jahres macht sie in Bern auf einer Brache zwischen dem Museum für Kommunikation und dem Historischem Museum Halt. (mgt)

Hier geht's zu Constructive-Alps-Website.

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