15:05 BAUPROJEKTE

Bahnhof Gümligen: Neuer Schwerpunkt in der Peripherie

Das Gebiet westlich des Bahnhofs von Gümligen soll aufgewertet werden. Die gut erschlossene Gegend hat Zentrumspotenzial. Ein Masterplan setzt Leitplanken für die Entwicklung. Auf dem Baufeld A1 sieht er vor, dass ein Hochhaus ein markantes Zeichen setzt. Nach einem Wettbewerb liegt das konkrete Projekt vor.

Gümligen war immer ein Teil der Gemeinde Muri bei Bern. Das ergibt zwei historische Dorfkerne an der südöstlichen Peripherie der Bundeshauptstadt, die rund zwei Kilometer voneinander entfernt liegen: Muri im Westen, an der Hauptstrasse von Bern nach Thun, Gümligen im Osten, am Südhang des Gümligenbergs, bei der Hauptstrasse von Bern ins Emmental und nach Luzern.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diese Strassenverbindungen durch Bahnlinien ergänzt; Gümligen erhielt einen Bahnhof. Mit der 1898 eröffneten Bern-Muri-Gümligen-Worb-Bahn, dem berühmten «blauen Bähnli», wurden die beiden Gemeindeteile miteinander und mit dem Zentrum Berns verbunden.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entstand hier eine typische Agglomerationslandschaft. Das Gelände zwischen den Ortsteilen mit einem ausgedehnten Moos (bernischer Begriff für Moor) wurde mit Industrie- und Wohnbauten und Sportanlagen ins Siedlungsgebiet eingegliedert. Die Autobahn A6 führt mitten durch diese noch jungen Quartiere, die als «Zwischenorte» keinen direkten Anschluss an die historischen Dorfkerne besitzen.

Die Gemeinde wünscht sich jetzt eine Aufwertung. Im Fokus steht dabei die Gegend westlich der Bahnlinie, beim Bahnhof Gümligen. Die Worbstrasse, die alte Hauptstrasse Bern-Luzern, strebt hier nach dem Unterqueren der Gleise in einem spitzen Winkel der Bahnlinie Bern entgegen. In einem räumlichen Leitbild der Gemeinde von 2016 wurde das Zentrum von Gümligen zum Hauptzentrum der Gemeinde bestimmt. Vor allem um den Bahnhof möchte man über eine Siedlungsentwicklung nach innen die Leitbild-Ziele hinsichtlich Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung verwirklichen.

Die Gebiete Lischenmoos und Bahnhof Süd gelten als zentraler Entwicklungsbaustein des Zentrums Gümligen. Nach einem Testplanungsverfahren wurde Ende 2017 ein Masterplan veröffentlicht, welcher die angestrebte künftige Gestalt des verdichteten Quartiers bestimmen soll.

Michael Meier und Marius Hug Architekten AG

<p>Die Entwurfsteams mussten neben dem Projekt für das Baufeld A1 auch einen Vorschlag für die Gestaltung des Zentrumsplatzes unterbreiten.</p>

Ortsanker auf Baufeld A1

Gemäss dem Masterplan wird das neue Zentrum Gümligen «ein durch ortsbezogene Urbanität mit einer ortsverträgliche Massstäblichkeit geprägtes Zentrum, in dem nicht nur gewohnt, gearbeitet und eingekauft wird, sondern wo man sich auch vergnügt, verwirklicht und begegnet». Angepeilt ist «eine robuste städtebauliche Struktur mit kleinteiligen Bausteinen». In ihr sollen verschiedene Wohnungsarten, Büros, Werkstätten und Geschäfte untergebracht und etappiert entwickelt werden können. Sowohl grösseren Firmen als kleinen Unternehmern, die lokale Dienstleistungen erbringen, möchte man in diesem Zentrumsbereich Raum bieten.

Der Masterplan teilt das Planungsgebiet in drei Sektoren, die spezifische Entwicklungsprofile besitzen: Im Südosten liegen beidseits der Worbstrasse die Baufelder A «Bahnhof Gümligen Süd/Zentrumsplatz». Hier, bei der Einmündung der Moosstrasse in die Worbstrasse, soll die grösste Grundflächenzahl (GFZ), also die höchste Dichte möglich sein. Nordwestlich direkt an die Baufelder A anschliessend, erstreckt sich zwischen Bahnlinie und Worbstrasse das Gebiet Lischenmoos (Baufelder B und C) sowie das Baufeld D. Die Baufelder E schliesslich befinden sich auf der Südwestseite der Worbstrasse, gegenüber dem Lischenmoos. Hier ist die niedrigste GFZ vorgesehen.

Die Baufelder A1 bis A5 gruppieren sich um den künftigen Zentrumsplatz gegenüber dem Bahnhof. Hier wird sich die die Urbanität des «neuen Gümligen» entscheidend manifestieren. Deshalb enthält der Masterplan klare Vorgaben: Die Bebauung und der Strassenraum sollen im Bezug zueinander stehen; die publikumsorientierten Erdgeschossnutzungen sind auf den öffentlichen Raum der Worbstrasse und den Zentrumsplatz auszurichten. Die Volumen ordnen sich an Baulinien entlang der Strasse an und tragen zu einer klaren Raumbildung bei. Abgestufte Gebäudehöhen von drei bis sechs Geschossen und ein Hochhaus mit bis zu 15 Geschossen beziehungsweise maximal 60 Meter Höhe sorgen für eine Akzentuierung dieses Ortes.

Für den eigentlichen städtebauliche Anker sieht der Masterplan für das annähernd trapezförmige, ebene Baufeld A1 vor, wo er das Hochhaus sieht. Das Baufeld hat den Umriss eines Keils, der sich in der Nordwestecke des Zentrumsplatz zwischen Bahnlinie und Worbstrasse schiebt. Vom Zentrumsplatz her gesehen, steht auf dieser Parzelle das Portal zum Lischenmoosareal. Das Hochhaus auf dem Baufeld A1 wird auch die Verbindung zwischen den Ortsteilen dies- und jenseits der Bahnlinie via die Bahnhofsunterführung in der Skyline erkennbar machen.

Michael Meier und Marius Hug Architekten AG

<p>Das Erdgeschoss des neuen Hochhauses nimmt fast das ganze Baufeld ein.</p>

Ein Projekt, eine Idee

Die HRS Investment AG ist Eigentümerin der aktuell fast unbebauten, industriell-gewerblich genutzten Parzellen, die das Baufeld A1 konstituieren. Zur Sicherung einer hochwertigen Umsetzung der im Masterplan festgehaltenen Ziele veranstaltete die HRS Real Estate AG in enger Abstimmung mit der Gemeinde Muri bei Bern einen Projektwettbewerb im Einladungsverfahren nach SIA-Ordnung 142.

Die beteiligten Teams mussten sich mit einem Projektperimeter auseinandersetzen, dem eigentlichen Baufeld A1 und einem Ideenperimeter, welche den ganzen Sektor A, die Parzellen um den künftigen Zentrumsplatz, umfasst.

Für den Projektperimeter waren auf Basis des Nutzungsprofils konkrete Vorschläge für das Baufeld A1 zu erarbeiten. Für den Ideenperimeter erwartete man Anregungen für den ganzen Zentrumsbereich, im Einklang mit dem konkreten Vorschlag und mit einer stufengerecht mögliche Entwicklungsvorstellung für eine urbane Platzgestaltung und die künftige Erschliessung der angrenzenden Baufelder.

Zwölf teilnahmeberechtigte Teams stellten sich der Herausforderung. Sämtliche Wettbewerbsbeiträge wurden nicht nur durch die Jury begutachtet, sondern auch durch das so genannte Q-Team, dem «Qualitätsteam Regionales Hochhauskonzept Bern», welches den Umgang mit den Kriterien der Regionalkonferenz Bern-Mittelland beurteilte. Nach zwei Rundgängen empfahl die Jury der Veranstaltung einstimmig, das Projekt «Triangolo» des Teams Michael Meier und Marius Hug Architekten AG, USUS Landschaftsarchitektur AG, Synaxis AG und nightnurse images GmbH, alle aus Zürich, zur Weiterbearbeitung und Ausführung.

Gemeinsamer Sockel

Der Fussabdruck von «Triangolo» ist ein Sechseck. Das Projekt folgt der Trapezform des Baufelds, spart aber die Nordecke am Gleisfeld aus. Die so geschaffene Freifläche dient der Zufahrt der Einstellhalle und der Anlieferung. Über einem eingeschossigen Sockel erhebt sich am schmalen Südende des Baufelds, am östlichen Teil des Zentrumsplatzes das 18-geschossige Hochhaus.

Es ist im Grundriss ebenfalls ein unregelmässiges Sechseck mit einer nach Westen orientierten einspringenden Ecke. Gemeinsam mit einem dreigeschossigen Aufbau, der dem weiteren Verlauf des Sockels folgt, umschliesst es einen hofartigen Aussenraum, der sich auf dem Niveau des ersten Obergeschosses zur Worbstrasse öffnet.

Entlang der Worbstrasse ist das Sockelgeschoss durchgängig verglast, unterschiedlich weit in den Verkehrsraum vortretende Stützen gliedern die grossen, bis zum Boden reichenden Schaufenster, hinter denen sich ausgedehnte, frei unterteilbare Laden- und Verkaufsflächen erstrecken. Diese Offenheit setzt sich um die Ecke bis an den Zentrumsplatz fort und wird an beiden Enden durch repräsentative Eingänge mit kleinen Foyersabgeschlossen. Sie sind über lange Korridore mit den Treppenhäusern und Liften in die oberen Geschosse verbunden.

Gewerbenutzungen, die sich hauptsächlich zum Bahnhofsplatz und zur Worbstrasse orientieren, sind im ersten Obergeschoss im Bereich des Hochhauses untergebracht. Erschlossen werden sie über einen separaten Eingang auf der Nordseite. In der Fassade zeichnet sich die gewerbliche Nutzung durch eine grössere Geschosshöhe und einen Wechsel in der Fenstergliederung ab.

Es wäre möglich, diese Gewerbeflächen im Bereich der angrenzenden Wohnungen im dreigeschossigen Aufbau zu erweitern, die ebenfalls eine lichte Raumhöhe von über drei Metern aufweisen sollen. Ein Teil dieser Räumlichkeiten liegt am erwähnten Hof auf dem Sockelgeschoss. Er wird begrünt.

Michael Meier und Marius Hug Architekten AG

<p>Der Hof über der Worbstrasse soll gegrünt werden.</p>

Im Hochhaus soll darüber wie im restlichen dreigeschossigen Aufbau ausschliesslich gewohnt werden. Das Projekt bietet zwei Regelgeschosse, an denen an kurzen internen Korridoren verschieden grosse Geschosswohnungen liegen: Vom vierten bis sechsten Obergeschoss sind es hauptsächlich grössere Familienwohnungen, die in den Eckbereichen liegen. In den Geschossen sieben bis 18 ist der Anteil an Studios mit 1,5 oder zwei Zimmern grösser.

Die ökonomischen Grundrisse fächern sich zur Südseite hin auf. Dies ermöglicht eine maximale Fassadenabwicklung auf der Lärm abgewandten Seite. Die Wohnungen im dreigeschossigen Aufbau orientieren sich hauptsächlich zum Gartenhof. Fassadenbündige Loggien funktionieren zur Worbstrasse als Lärmmassnahme. Gemeinsam mit den Küchennischen wirken sie in den Wohnungen als raumgreifendes Element und trennen Wohn- und Essbereich.

Michael Meier und Marius Hug Architekten AG

<p>Zwei verschiedene Grundrisse bieten im Hochhaus eine Vielfalt an Wohnungstypen.</p>

Eingepasst und gegliedert

Das Gebäudevolumen des Betonskelett- und Massivbaus soll durch eine horizontale Bänderung geprägt werden. Fenster- und Brüstungsbänder wechseln sich ab, letztere sind mit übereinander verlaufenden vertikal gerippten und flächigen Natursteinelementen verkleidet. Die Breite der flächigen Elemente nimmt mit zunehmender Höhe ab und fehlt schliesslich ganz.

Die Verkleidung der geschlossenen Fassadenpartien zwischen den Fenstern und Loggien besteht aus vertikal geriffeltem Blech. Dieses Kleid, welches durch eine breiten Traufrand auch die Dachaufbauten abschirmt, soll dem Gebäude einen unaufdringlich städtischen Ausdruck verleihen. Diese bei aller Grösse geübte Zurückhaltung soll offenbar das neue Zentrum Gümligens prägen.

Beim Ideenteil schlägt das siegreiche Projekt eine Gliederung des zentralen Aussenraums in einen Bahnhofsplatz bei der Rampe in die Unterführung und einen Zentrumsplatz auf der Südseite der Einmündung der Moossstrasse in die Worbstrasse vor. Dazwischen liegt der bereits bestehende Kreisel bei der Einmündung. In seinem Zentrum sieht das Entwurfsteam ein grosses Wasserspiel, er soll als «Trittstein» zwischen dem Bahnhofplatz und dem Zentrumsplatz wahrgenommen werden.

Vorgeschlagen werden zudem Baumhaine auf den Plätzen und eine Alleenbepflanzung entlang der Moosstrasse. Auf dem Zentrumsplatz sieht diese Vision einen Wochenmarkt, während der Bahnhofplatz sich der Verbindung, Verteilung und dem Aufenthalt widmet.

Baufeld D: Familienfreundliches Wohnen

An der Worbstrasse 183 befindet sich das Baufeld D, das sich seit längerem im Besitz der Firma HRS Real Estate AG befindet. Es ist quasi das «Herz» des Lischenmoos und soll dem künftigen neuen Quartier als Mitte und Treffpunkt dienen. Der Masterplan sieht eine urbane, familienfreundliche Überbauung vor, die als Vorbild für eine spätere Bebauung der benachbarten Baufelder dienen soll.

Das Siegerprojekt des Studienauftragsverfahrens trägt dieser Vorgabe Rechnung. Der «Lischenmoosplatz» soll zum identitätsstiftenden, mit viel Grün gestalteten Begegnungsort im Quartier werden. Die denkmalgeschützte Fabrikantenvilla bleibt bestehen. Sie wird Teil eines neu entstehenden Ensembles mit einem sechsgeschossigen Längsgebäude aus Holz hinter und einem viergeschossigen Punktbau neben der Villa.

Die Neuüberbauung ist ressourcenschonend und wirtschaftlich konzipiert. Die vorgesehenen Bauten mit rund 45 Wohnungen fügen sich harmonisch in die vorgegebene bauliche Struktur ein. Hinter dem Siegerprojekt steckt das Team um das Berner Architekturbüro Suter+Partner AG, das sich bereits andernorts einen Namen für denkmalpflegerisch fundierte Lösungen gemacht hat, unzer anderem beimBerufs- und Weiterbildungszentrum Lyss, beim Casino Theater Burgdorf oder dem Schloss Schadau in Thun. Der Jury imponierte die qualitätsvolle, dem Ort angepasste Gestaltungsidee, die eine hohe Wohnqualität und einen grosszügigen Platz mit viel Freiraum ermöglicht.

Nachgefragt bei… Kevin Rubin und Elias Güse

Michael Meier und Marius Hug Architekten AG

Welches war für Sie der besondere Reiz an dieser Entwurfsaufgabe?

Kevin Rubin: Die Aufgabe war für uns quasi eine sportliche Herausforderung: Die hohe Ausnutzung, die Geometrie der Parzelle, die Anforderungen beim Lärmschutz – unter diesen Umständen gute Wohnungsgrundrisse in der gewünschten Zahl zu finden, das war auf den ersten Blick fast unmöglich. Unser Ehrgeiz war geweckt.
Elias Güse: Die Position des Baufelds gab uns ausserdem im Rahmen des Masterplans die Chance, bei dieser Zentrumsentwicklung einen repräsentativen Akzent zu setzen. Auch das hat uns angespornt.

Welche Inspiration vermittelte Ihnen der Bauplatz und sein Umfeld?

Elias Güse: Uns fielen die unklare Orientierung und die Durchmischung der Gebäude auf. Prägend für den Ort finden wir den Bezug zum Bahnhof. Das war in gewisser Weise eine Inspiration. Hier ist das Ankommen das Thema. Die bestehenden Gebäude hatten mit ihren Höhen sicher auch einen Einfluss auf unseren Entwurf, insbesondere entlang der Worbstrasse. Wir nahmen das mit unserer Sockellösung auf.
Kevin Rubin: Wichtig waren auch die Infrastrukturlinien, die Bandbewegungen in der Fassade und der Rücken zur Bahn leiten sich davon ab.

Lieferte der Masterplan gestalterische Impulse? Oder orientierten Sie sich an Bauwerken, die anderswo stehen oder geplant wurden?

Kevin Rubin: Der Masterplan unterstützte uns gut, dank seinem Input konnten wir einen markanten Baustein für das entstehende Quartier entwerfen, den Auftakt, gewissermassen.
Elias Güse: Spannend finden wir an der Idee des Masterplans, dass er den verschiedenen Baufeldern einen bestimmten Charakter zuweist. Die formulierten Gedanken schafften Klarheit über das Ziel.

Ihr Entwurf wirkt sehr städtisch und in seiner Gestalt für Gümligen noch eher unüblich. Denken Sie, dass er auch die Architektur auf den anderen Baufeldern beeinflussen kann?

Elias Güse: Die Reihenfolge der Wettbewerbe deutet das eigentlich an: Das Baufeld A1 kam als erstes. Hier wird der repräsentative Grundstein gelegt. Wir wollen uns mit unserer Architektur aber auch nicht gross aufdrängen, sondern eine städtische Architektur etablieren, um den Zentrumsplatz. Wir können uns gut vorstellen, dass die anderen Gebäude an diesem Platz sich an unserem Projekt orientieren. Wir können uns aber auch eine kontroverse Reaktion vorstellen, bei der man davon abweicht. Das bestehende Riegelhaus am Zentrumsplatz repräsentiert eigentlich diese abweichende Haltung ganz schön.

Was halten Sie vom Projekt des Studienauftrags auf dem Baufeld D?

Elias Güse: Die Vorschläge hatten einen eher wohnlichen Charakter, mit einer weniger städtischen Atmosphäre. Das tut dem Ort Gümligen eigentlich auch gut, diese Abstufung im Vergleich zum Zentrumsplatz. Eine Durchmischung ist spannend.

Wäre es für Sie von Interesse, auch benachbarte Baufelder architektonisch zu betreuen?

Kevin Rubin: Das ist natürlich immer spannend, wenn man seinen Einfluss auf ein grösseres Gebiet ausdehnen kann. Gerade die Parzellen rund um den Zentrumsplatz würden uns als Entwurfsaufgabe sicher interessieren, auch wenn sie nicht alle Teil des Masterplans sind.

Das Preisgericht bemängelte die Informationen zum Dach des Hochhauses. Es kann sich dort eine «dem Wohnen zugewandte Nutzbarkeit» vorstellen. Haben Sie darauf schon reagiert? Was liesse sich in Ihren Augen dort noch unterbringen?

Kevin Rubin: Dieser Hinweis des Preisgerichts ist uns gar nicht aufgefallen. Eine öffentliche Nutzung ist vorstellbar, man könnte sich darauf einlassen. Der Impuls müsste aber vom Bauherr kommen. Wir haben diesbezüglich bisher keine Vorschläge gemacht.
Elias Güse: Man müsste auch prüfen, was baurechtlich überhaupt möglich ist.

Wo steht das Projekt aktuell? Die Stimmberechtigten von Muri sollen in der zweiten Hälfte 2020 über die notwendige ZPP «Zentrumsentwicklung Gümligen» (Zone mit Planungspflicht) abstimmen. Sind Sie zuversichtlich, dass mit dem Bau 2022 gestartet werden kann?

Kevin Rubin: Es ist vorgesehen, im Mai mit dem Vorprojekt, den beiden ersten Planungsphasen, zu starten. Wir sind zuversichtlich, dass dieser Zeitplan durch die Folgen des Coronavirus nicht gestört wird.
Elias Güse: Natürlich stellt sich für den Bauherrn immer die Frage, wie weit er beim Planungsfortschritt ins Risiko gehen will. Die Abstimmung steht da sicher im Vordergrund, die Coronakrise eher weniger.

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