09:08 BAUPRAXIS

Verdichten dank Hightech

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Ben Kron

In Zürich werden in einem Um- und Neubauprojekt eine ganze Reihe neuer technischer Lösungen und Materialien eingesetzt, um ein energieeffizientes und rentables Bürogebäude zu erstellen. Bereits wurde das Projekt mit dem «Watt D’Or» 2018 ausgezeichnet.

Visualisierung des Gebäudes in der Hohlstrasse100.

Quelle: zvg

Visualisierung des Gebäudes in der Hohlstrasse 100.

Von aussen gleicht die Baustelle an der Hohlstrasse in Zürich jeder anderen. Doch das kombinierte Neu- und Umbauprojekt, bei welchem beide Gebäude nach Minergie-P und Minergie-A zertifiziert werden, hat es wortwörtlich in sich: Verbaut werden ein Hochleitungs-Dämmstoff auf Aerogel-Basis, Vakuum-Glas und weitere Hightech-Baustoffe wie auch Gebäudetechnik-Komponenten, die aus dem Vorhaben eins von aktuell rund 70 Pilot- und Demonstrationsprojekten des Bundesamtes für Energie macht. «Das Bauvorhaben in seinem innerstädtischen Umfeld ist exemplarisch von einem der wichtigsten Themen der modernen Städteentwicklungbetroffen – der Verdichtung», heisst es in der Projektbeschreibung. «Mit dieser Ausgangsituation bietet sich das Projekt optimal für Pilotanwendungen von neuen Technologien, Systemen und Materialien an.» Das BfE ist auch Auslober des Umwelt-Energiepreises «Watt D›Or», den das Projekt an der Zürcher Hohlstrasse 100 in der Kategorie «Gebäude und Raum» erhalten hat. «Pilotprojekt setzt Kurs auf Städtebauzukunft» lautet der Titel der Laudatio für die verantwortliche Dietrich Schwarz Architekten AG.

Städtebauzukunft

Man habe die «Herausforderungen des modernen Städtebaus: Verdichtung, Energieeffizienz, Lärmschutz und Betriebsoptimierung», hervorragend bewältigt, so das BfE.Tatsächlich ist der Um- und Neubau ein Paradebeispiel für die Erweiterung und Erneuerung einer historischen Überbauung, die eine optimale Flächennutzung im städischen Umfeld erreicht. Neu gebaut wird das sechsgeschossige Mehrfamilienhaus, das den Abschluss einer Blockrandsiedlung aus den 1930er-Jahren bildet. Saniert wird das zweistöckige Gebäude von 1914 im Innenhof, wobei die beiden zusammen in Zukunft 70 Eineinhalb- bis Dreieinhalbzimmerwohnungen für Kurzzeitwohnen anbieten, inklusive Café und Gewerbe im Erdgeschoss. Die beiden Bauten, die zusammen betrieben werden, verbindet man durch eine unterirdische Einstellhalle. Die beim Neubau und der Sanierung eingesetzten Materialien, die trotz dünner Fassade eine optimale Dämmung bieten, sorgen für ein Plus von fünf Prozent an Nettogeschossfläche, womit sich die Wirtschaftlichkeit für die Eigentümer und Investoren erhöht. «Dies macht besonders im innerstädtischen Quartier Sinn, wo Baulinien die maximale Ausdehnung des Gebäudes eingrenzen und wo der Baugrund sehr teuer ist», so Dietrich Schwarz, Geschäftsführer des Architekturbüros, gegenüber einem Fachmagazin.

Phasenwechselelement im Glas

Neben der Aerogel-Fassade und dem Vakuumglas sind noch zwei weitere Konzepte pilotiert und im Projekt demonstriert: Zum einen die Phasenwechselelemente, welche den Bedarf an Heiz- und Kühlenergie senken, zum anderen das Wassermonitoring, das den Energieaufwand für die Warmwasseraufbereitung reduzieren helfen soll. Zudem testet die Empa Dübendorf am Gebäude spezielle, eigens für das Projekt entwickelte Schalldämmerker, die trotz lärmiger Strasse das Öffnen der Fenster und somit das natürliche Lüften ermöglichen.

Umfassendes Anlagen-Monitoring

Für die Optimierung aller relevanten Gewebe der Gebäudetechnik wird weiter ein umfassendes Anlagen-Monitoring sorgen, das daneben ebenfalls im Gebäude zum Einsatz kommt. Photo­voltaik-Zellen auf dem Dach und ein Batteriespeicher werden zudem das Stromnetz zu Spitzenzeiten entlasten helfen.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Baublatts Nr. 31 von 3. August.

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