11:16 BAUPRAXIS

US-Firma will Häuser zum Schutz vor Waldbränden im Boden versenken

Teaserbild-Quelle: HiberTec Homes

Waldbrände und Tornados gehören in vielen Teilen der USA fast schon zum Alltag. Die kalifornische Firma «HiberTec Homes» hat nun ein Haus entwickelt, das sich per Knopfdruck in einem unterirdischen Bunker absenken lässt.

Visualisierung Haus-Bunker von HiberTec Homes

Quelle: HiberTec Homes

Visualisierung: Der unterirdische Bunker soll die Häuser vor Waldbränden und Tornados bewahren.

Auf den ersten Blick sieht das Gebäude des Unternehmens wie jedes andere moderne Haus in den USA aus. Im Ernstfall aber, senkt sich die Behausung mit Hilfe eines Hydrauliksystems innert 15 Minuten in einen Bunker ab – ausgelöst per Smartphone-App. Doch damit nicht genug: Strom-, Wasser- und Gasleitungen sollen sich dabei automatisch abtrennen, ein Feuerschutzspray über das Grundstück gesprüht werden und zum Schluss eine Schutzdecke den Haus-Bunker versiegeln.

Nach Angaben der Firma soll der unterirdische Behälter über mehrere Tage Temperaturen von bis zu 2000 Grad Fahrenheit (rund 1'093 Grad Celsius) aushalten können. Das System soll dank einer Schwerkraft-Mechanik und einer Handkurbel als Rückfalllösung zudem auch komplett ohne Strom funktionieren. Trotz dieser Schutzlösung müssen die Bewohner im Falle eines Brandes oder Tornados selbst aber weiterhin evakuiert werden – während sich das Haus quasi selbstrettet.

Auftritt bei «Shark-Tank»

Mit dieser etwas skurrilen Idee gelangten die beiden Gründer Holden Forrest und Mikke Pierson im April 2026 in die US-Fernsehshow «Shark Tank», in der Start-ups Investoren von ihrer Geschäftsidee überzeugen müssen. Die Gründer von «HiberTec Homes» ersuchten dabei um eine Finanzspritze von einer Million Dollar – für acht Prozent Firmenanteile.

Nachdem in der Runde klar wurde, dass bislang weder ein fertiger Prototyp noch Vorbestellungen existierten und dass allein der Bau des ersten Hauses auf rund 3,8 Millionen Dollar veranschlagt wurde, stiegen mehrere Investoren aus. Einzig Barbara Corcoran liess sich nicht abschrecken; ihr eigenes Haus im LA-Stadtteil Pacific Palisades war zuvor einem Waldbrand zum Opfer gefallen.

Die Idee überzeugte Corcoran und sie bot dem Unternehmen am Ende eine Million Dollar für 20 Prozent der Anteile – dies unter der Bedingung, dass ihr eigenes Grundstück als erstes «HiberTec»-Bauprojekt dienen sollte. Die Gründer nahmen den Deal an.

Prototyp vor Fertigstellung

Nach Angaben auf der Unternehmenswebseite steht der erste Vollmassstab-Prototyp kurz vor der Fertigstellung, der Baubeginn ist demnach in den kommenden Monaten in Südkalifornien geplant. Daneben plant «HiberTec Homes» nach eigenen Angaben eine grössere Siedlung mit rund 150 Häusern in Pacific Palisades.

Günstig ist der eigene Haus-Bunker jedenfalls nicht: Laut Webseite kostet ein «HiberTec»-Haus rund 1'200 US-Dollar pro Quadratfuss. Für das kleinste Modell mit einer Fläche von rund 150 Quadratmetern macht das knapp zwei Millionen Dollar. Ob sich das ambitionierte Konzept am Ende also tatsächlich durchsetzen kann, bleibt fraglich. (pb/mgt)

Weitere Informationen unter: hibertec.com

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