US-Firma will Häuser zum Schutz vor Waldbränden im Boden versenken
Waldbrände und Tornados gehören in vielen Teilen der USA fast schon zum Alltag. Die kalifornische Firma «HiberTec Homes» hat nun ein Haus entwickelt, das sich per Knopfdruck in einem unterirdischen Bunker absenken lässt.
Quelle: HiberTec Homes
Visualisierung: Der unterirdische Bunker soll die Häuser vor Waldbränden und Tornados bewahren.
Auf den ersten Blick sieht das Gebäude des Unternehmens wie jedes andere moderne Haus in den USA aus. Im Ernstfall aber, senkt sich die Behausung mit Hilfe eines Hydrauliksystems innert 15 Minuten in einen Bunker ab – ausgelöst per Smartphone-App. Doch damit nicht genug: Strom-, Wasser- und Gasleitungen sollen sich dabei automatisch abtrennen, ein Feuerschutzspray über das Grundstück gesprüht werden und zum Schluss eine Schutzdecke den Haus-Bunker versiegeln.
Nach Angaben der Firma soll der unterirdische
Behälter über mehrere Tage Temperaturen von bis zu 2000 Grad Fahrenheit (rund 1'093 Grad Celsius) aushalten
können. Das System soll dank einer Schwerkraft-Mechanik und einer Handkurbel
als Rückfalllösung zudem auch komplett ohne Strom funktionieren. Trotz dieser Schutzlösung
müssen die Bewohner im Falle eines Brandes oder Tornados selbst
aber weiterhin evakuiert werden – während sich das Haus quasi selbstrettet.
Auftritt bei «Shark-Tank»
Mit dieser etwas skurrilen Idee gelangten die beiden Gründer Holden Forrest und Mikke Pierson im April 2026 in die US-Fernsehshow «Shark Tank», in der Start-ups Investoren von ihrer Geschäftsidee überzeugen müssen. Die Gründer von «HiberTec Homes» ersuchten dabei um eine Finanzspritze von einer Million Dollar – für acht Prozent Firmenanteile.
Nachdem in der Runde klar wurde, dass bislang weder ein
fertiger Prototyp noch Vorbestellungen existierten und dass allein der Bau des
ersten Hauses auf rund 3,8 Millionen Dollar veranschlagt wurde, stiegen mehrere
Investoren aus. Einzig Barbara Corcoran liess sich nicht abschrecken; ihr
eigenes Haus im LA-Stadtteil Pacific Palisades war zuvor einem Waldbrand zum
Opfer gefallen.
Die Idee überzeugte Corcoran und sie bot dem Unternehmen am
Ende eine Million Dollar für 20 Prozent der Anteile – dies unter der Bedingung,
dass ihr eigenes Grundstück als erstes «HiberTec»-Bauprojekt dienen sollte. Die
Gründer nahmen den Deal an.
Prototyp vor Fertigstellung
Nach Angaben auf der Unternehmenswebseite steht der erste
Vollmassstab-Prototyp kurz vor der Fertigstellung, der Baubeginn ist demnach in
den kommenden Monaten in Südkalifornien geplant. Daneben plant «HiberTec Homes»
nach eigenen Angaben eine grössere Siedlung mit rund 150 Häusern in Pacific
Palisades.
Günstig ist der eigene Haus-Bunker jedenfalls nicht: Laut
Webseite kostet ein «HiberTec»-Haus rund 1'200 US-Dollar pro Quadratfuss. Für
das kleinste Modell mit einer Fläche von rund 150 Quadratmetern macht das knapp
zwei Millionen Dollar. Ob sich das ambitionierte Konzept am Ende also
tatsächlich durchsetzen kann, bleibt fraglich. (pb/mgt)
Weitere Informationen unter: hibertec.com